Billerbeck
„Lieber einmal 0:4 als viermal 0:1“

Billerbeck. Am Tag danach bewegte sich sein Ruhepuls wieder im grünen Bereich. Aber der Ärger war noch immer nicht verraucht. „Nach dem Spiel, gleich in der Kabine, habe ich den Finger in die Wunde gelegt und die Fehler knallhart angesprochen“, erzählt Steffen Szymiczek, „das ist normalerweise nicht meine Art, denn die Analyse folgt in der Regel am Dienstagabend beim Training. Doch diesmal habe ich sofort gesagt, was mir nicht gefallen hat.“

Dienstag, 21.08.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 20.08.2018, 16:58 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.08.2018, 06:00 Uhr
Billerbeck: „Lieber einmal 0:4 als viermal 0:1“
Die Riesenchance zur 1:0-Führung: Der Kopfball von Kapitän Max Zumbülte (Nr. 13) rauscht nur knapp am Ziel vorbei. Foto: Ulrich Hörnemann

Der Viererpack gegen TuS Haltern II hatte ihm die gute Sonntagslaune komplett verhagelt. „Die Chancenverwertung war nicht gut“, kritisiert der Billerbecker Coach die Offensive und rüffelt dann auch die Defensive: „Die Gegentore sind viel zu einfach gefallen.“

Wer nur auf das blanke Ergebnis schaut, könnte meinen, der Bezirksliga-Aufsteiger sei auf eigenem Platz vorgeführt worden. Stimmt aber nicht! „Nein, das war kein 0:4. Die Zuschauer, die live dabei waren, haben auch gesehen, dass wir deutlich zu hoch verloren haben“, stellt er klar, „das war eine Niederlage, jedoch keine Klatsche. Andererseits verliere ich lieber einmal 0:4 als viermal 0:1.“

Die Partie habe ihm und seiner Belegschaft gezeigt, dass auch gegen so hochkarätige Gegner was zu holen ist. „Deshalb bin ich ja auch total sauer über das Resultat, weil es den wahren Verlauf in keinster Weise wiedergibt“, schimpft er, „kein Trainer kann es gut haben, wenn die Belohnung fehlt.“

Angesichts der bärenstarken Vorstellung in der ersten Halbzeit mit drei Mega-Chancen, die leider versemmelt wurden, und einem umstrittenen Abseitspfiff gegen Felix Leimkühler, der ansonsten freie Bahn aufs gegnerische Tor gehabt hätte, wäre eine Punkteteilung verdient gewesen.

Wer weiß, was passiert wäre, wenn Max Zumbülte, Lukas Zumbülte und Leon Holtmann ihre Möglichkeiten verwertet hätten. Steffen Szymiczek wollte den Gedanken besser nicht weiterspinnen. Hätte, hätte, Fahrradkette – er ist Realist und kein Träumer. „Wir haben verloren. Das ist entscheidend!“ Haltern jubelt, Billerbeck schiebt Frust.

Allzu lange wird Steffen Szymiczek den Ärger nicht mit sich herumtragen. „Ich habe gelernt, mich zu schütteln.“ Anders sei dieser Job auch nicht zu ertragen. Auf Magengeschwüre lege er keinen Wert. „Wir werden die Niederlage noch einmal kurz streifen“, kündigt er an, „dann isses aber auch gut gewesen.“ Sein Blick geht nach vorn. „Am kommenden Sonntag wartet schon die nächste Aufgabe auf uns!“ Die Billerbecker gastieren beim Hausherr Vorwärts Epe, der nach dem 2:2-Remis im Derby gegen den FC Epe einen 4:3-Erfolg beim Neuling SpVgg. Vreden II folgen ließ. Auf geht’s.

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