Billerbeck
VfL Billerbeck dominiert in Borchen

Billerbeck (uh). Walter Okon muss sich keinerlei Gedanken machen, dass ihm Thomas Knipper den Trainerstuhl streitig machen wird. Oder doch? „Nein, nein, keine Bange“, sagte Knipper, Co-Trainer beim Westfalenligisten VfL Billerbeck, „das kommt gar nicht in Frage.“ Weil Okon daheim geblieben war, um auf dem Weihnachtsmarkt, wie all die Jahre, Glühwein auszuschenken, stand Knipper ausnahmsweise alleinverantwortlich an der Seitenlinie und coachte sein ihm anvertrautes Team zum 4:1-Sieg beim SC Borchen, jenem Verein, der ihnen in der Vergangenheit schon so manchen Zähler abgeknöpft hat.

Montag, 03.12.2018, 15:48 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 05:24 Uhr
Billerbeck: VfL Billerbeck dominiert in Borchen
Mit einem strahlenden Lächeln: Anna Haberecht (rechts) freut sich über die Glückwünsche von Maren Schulte 8links). Foto: az

Aber Thomas Knipper, dessen Tochter Maike, einst Stammspielerin bei den Domstädterinnen, derzeit eine Ausbildung zur Kriminalkommissarin Wiesbaden absolviert, ist ein loaler Mitarbeiter von Walter Okon. „Ich bin vollzeitbeschäftigt“, meinte Knipper, der als Banker erst abends gegen 18 Uhr Feierabend hat und scherzte: „Im Gegensatz zu Walter, kann ich mir nicht den ganzen Tag überlegen, wie ich das Training aufbaue und am Wochenende die Mannschaft einstelle.“ Nein, diese Zeit habe er keineswegs.

In Borchen setzte er auf ein verstärktes Mittelfeld, um zentrale Räume zu verdichten, was auch prima aufgegangen ist. Dass Anna Haberecht (1.) im Anschluss an eine Flanke von Alicia Mester wenige Sekunden nach dem Anpfiff per Heber das 1:0 besorgte, kam den Gästen natürlich entgegen. „Borken“, so Thomas Knipper, „war eigentlich nur bei Standards gefährlich.“ Dumm, dass seine Schützlinge bei einer Ecke einen Moment nicht aufgepasst und den 1:1-Ausgleich, eingeschenkt von Juli Wolf (27.), kassiert haben.

„Obwohl wir 45 Minuten lang besser waren als unser Gegner, stand es zur Pause 1:1 unentschieden“, ärgerte sich Knipper über den Zwischenstand, „das Gegentor hätte nicht sein müssen.“

Nach dem Seitenwechsel dauerte es eine knappe Stunde, dann war Jana Krystek (55.) zur Stelle. Anna Haberecht hatte zweimal auf die Bude geschossen, beide Male wurde abgewehrt. Krystek kam frei zum Schuss, vollendete das Werk, das ihre Klubkollegin vorbereitet hatte, und markierte das 2:1.

Als Betty Anane (59.) wenig später auf 3:1 erhöhte und auch noch das 4:1 (69.) folgen ließ, war die Partie entschieden. Anane, die Knipper diesmal vom Sturm ins Mittelfeld beordert hatte, nutze die Abwehrlücken des SC Borchen, der von Vierer- auf Dreierkette umgestellt hatte, um die drohende Niederlage abzuwenden.

Als Walter Okon die frohe Kunde mitgeteilt wurde, dass seine Damen mit einem 4:1-Erfolg zurückkehren würden, huschte ihm ein breites Grinsen übers Gesicht. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte er und verteilte weiter Glühwein an die Besucher, die sich an seinem Stand bei dem Hundewetter aufwärmen wollten. Ihm selber war schon warm geworden, als ihm das 4:1-Ergebnis per whatsapp mitgeteilt wurde. 7 SC Borchen - VfL Billerbeck 1:4; Tore: 0:1 Anna Haberecht (1.), 1:1 Julia Wolf (27.), 1:2 Jana Krystek (55.), 1:3, 1:4 Betty Anane (59., 69.)

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