Billerbeck
Vom Winde verweht

Billerbeck. Nach nur einer Halbzeit war Schluss mit lustig. Patrick Holz, 23 Jahre jung, Referee vom BSV Roxel, beendete das Kellerduell VfL Billerbeck - SV Gescher noch in der Pause (0:0). „Die beiden Trainer kamen zu mir und meinten, ich solle das Spiel abbrechen“, erklärte er, „ich bin der Letzte, der sich diesem Wunsch entgegenstellt. Die Partie bewegte sich ohnehin am Rande des Legalen.“ Recht hatte er.

Sonntag, 10.03.2019, 20:05 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 05:31 Uhr
Billerbeck: Vom Winde verweht
Den Ball im Blick: Andreas Lembeck (Billerbeck, links) und Leon Bürger (Gescher, rechts) mussten mit den Tücken des Sturmtiefs „Eberhard“ klarkommen. Bei Windstärke elf war das nicht so einfach. Fotos: Ulrich Hörnemann Foto: az

Steffen Szymiczek, der Billerbecker Coach, und Frank Schulz, sein Kollege aus Gescher, waren sich einig, dass die Verhältnisse irregulär seien. „Mit Fußball“, meinte Schulz, „hatte das nichts zu tun.“ Oder wie sagte Ted Herold, Stammgast am Helker Berg, so treffend: „Das ist die reinste Lotterie!“

Da Glücksspiele unter freiem Himmel laut Bundesgesetz verboten sind, pfiff Patrick Holz die Begegnung gar nicht mehr an. „Seit drei Jahren war das mal wieder ein Bezirksligaspiel, das ich leiten sollte“, berichtete der versierte Regionalliga-Schiri, der hauptberuflich als Polizeibeamter in Steinfurt tätig ist, „aber das ging ja heute gar nicht: Jeder Einwurf landete im Aus, und die beiden Torhüter hatten Probleme beim Abstoß, weil der Ball nicht ruhig lag.“

Das Tief Eberhard, das mit Windstärke elf wild durchs Münsterland fegte, hatte nicht nur den Fern- und Regionalverkehr in NRW lahmgelegt, auch der Arbeitstag der Fußballer war früher als geplant vorbei.

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