Billerbeck
Ausbildung und Abenteuer

Billerbeck/Kampala. Vom Engagement seiner „Schüler“, die selbst Lehrer sind, zeigt er sich sehr angetan. Die Gruppe sei nicht außergewöhnlich groß gewesen, sagt Helmut Martin: „Aber die zehn Lehrer, die dabei waren, haben sich richtig reingehängt.“ Seinen ersten Kurs im Rahmen des Projektes „Handball at school“ hat der Billerbecker am St. Mark’s College Namagoma abgeschlossen – jetzt freut er sich auf zwei weitere Lehrgänge und viele spezielle Eindrücke in Kampala, der Hauptstadt von Uganda.

Dienstag, 18.06.2019, 10:40 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 10:50 Uhr
Billerbeck: Ausbildung und Abenteuer
Der erste Kurs ist abgeschlossen: In Uganda verteilte Helmut Martin (links) an zehn Lehrer die D-Lizenz – sie sollen den Handball nun an ihren Schulen lehren. Foto: az

Schon die Anreise nach Afrika entwickelte sich zu einem echten Abenteuer. Die ersten beiden Flüge von Greven nach Frankfurt und von dort weiter nach Addis Abeba seien problemlos verlaufen. Die letzte Etappe von Äthiopien nach Uganda dauerte allerdings statt der geplanten zwei über sechseinhalb Stunden. „In Entebbe hat es so geschüttet, dass kein Flieger landen konnte“, berichtet der 69-Jährige. „Dann sind wir über eine Stunde über Uganda gekreist, bis wir keinen Sprit mehr hatten.“ Das Flugzeug habe auf einem Flugplatz mitten in Uganda landen müssen, um Sprit zu tanken. Danach habe es noch einmal zwei Stunden gedauert, bis es endlich weitergehen konnte.

Woran sich der Billerbecker ebenfalls gewöhnen müsse, sei der Verkehr in Kampala. Der führe dazu, dass morgens aus den eingeplanten 45 Minuten schon mal zwei Stunden werden könnten, bis er das Schul- und Trainingsgelände erreiche. Zudem macht die ugandische Hauptstadt ihrem Ruf als gewitterreichste Region der Erde alle Ehre, was auch deshalb ein Problem sei, weil alle Handballerfelder unter freiem Himmel seien: „Wenn es regnet, machen wir Theorie im Klassenraum“, berichtet Martin. „Nachdem wir anschließend den Platz trocken gefegt haben, können wir mit dem Kurs weitermachen.“

Und der ist im ersten Durchgang so gut gelaufen, dass er allen Lehrern nicht nur die Zertifikation über die Teilnahme überreichen durfte, sondern auch den D-Lizenz-Ausweis. mit dem es möglich ist, in Vereinen oder Schulen Mannschaften aufzubauen und zu trainieren. Mit dem neuen Wissen sollen die Lehrer nun in ihren Schulen das Handballspiel vermitteln – dieser Hintergedanke steht hinter dem Projekt der International Handball Federation (IHF), für das Helmut Martin bereits zum siebten Mal seit 2011 als Lektor unterwegs ist.

Zwei weitere Lehrgänge stehen noch auf dem Programm, ehe er sich am 25. Juni auf die Heimreise begibt. Zudem soll der ehemalige Trainer der DJK/VBRS-Handballerinnen noch ein Training mit der ugandischen Frauen-Nationalmannschaft absolvieren. „Ein Spiel der ugandischen Liga zwischen dem Tabellenersten und dem -zweiten habe ich bereits gesehen“, berichtet Helmut Martin. „Ich kann sagen, dass das Niveau durchaus ganz gut war.“

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