Billerbeck
Hinten muss der Laden dicht sein

Billerbeck. Luftschlösser bauen ist nicht sein Ding. Yannick Gieseler bleibt realistisch: Wenn am Ende der Saison das Prädikat Klassenerhalt am VfL Billerbeck haftet, dann ist das wichtigste Ziel erreicht. „Alles andere wäre vermessen“, betont der neue Trainer, der sicherlich nichts gegen eine entspannte Spielzeit einzuwenden hätte. „Aber es darf nicht erwartet werden, dass gleich ein Riesensprung möglich ist.“ Denn der VfL geht mit einem nahezu identischen Kader in das zweite Bezirksliga-Jahr – und will den Abstieg unbedingt auf sportlichem Weg verhindern.

Samstag, 03.08.2019, 12:45 Uhr aktualisiert: 03.08.2019, 13:00 Uhr
Billerbeck: Hinten muss der Laden dicht sein
Andreas Lembeck (rechts) macht sich lang: Gemeinsam mit Max Zumbülte will er dafür sorgen, dass der VfL Billerbeck in der Defensive stets die Lufthoheit behält. Fotos: Frank Wittenberg Foto: az

Das geschenkte Ticket nehmen sie gerne an. Als sich der freiwillige Rückzug der DJK Coesfeld andeutete, war Platz 14 das Ziel aller Träume – und den haben sie mit Steffen Szymiczek verwirklicht. „Es ist ganz wichtig für den Verein, in der Bezirksliga zu bleiben“, freut sich Gieseler. Die Erfahrungen aus der vergangenen Saison werden hilfreich sein und dazu beitragen, diesmal vier Clubs in der 18er-Liga hinter sich zu lassen.

Wo der neue Chef am Seitenrand, der wertvolle Unterstützung von seinen Co-Trainern Philipp Daldrup und Steffen Schudy erhält, den Hebel ansetzen will, steht fest. „72 Gegentore sind schon verdammt viel“, schüttelt der 35-Jährige den Kopf. „Deswegen haben wir bislang in der Vorbereitung fast ausschließlich Defensivübungen bestritten.“ Die Null soll stehen, möglichst häufiger. Oder zumindest die Eins – „dann bist du immer noch in der Lage, etwas zu reißen.“ Der gelernte Abwehrspieler will dafür sorgen, dass die nötigen Automatismen möglichst schnell greifen. Wohlwissend, dass Spiele nur mit eigenen Toren zu gewinnen sind. „Auch das werden wir anpacken“, kündigt er an. Aber es wird Zeit benötigen.

Alles machbar, nur darf im Kader nicht viel passieren, Dauerverletzte, ständige Ausfälle, das kann Gieseler nicht gebrauchen. „Wenn wir vollzählig sind, haben wir eine sehr gute Truppe beisammen“, betont er. Aber wehe, es brechen mehrere Spieler weg. „Dafür fehlt uns die Breite.“ Fest steht schon jetzt, dass Jan Deitert noch mehrere Wochen fehlt und Jonas Mete für ein halbes Jahr ins Ausland geht.

Der Kader hat ein super Potenzial, ist aber dünn. Denn erneut gibt es keine externen Zugänge am Helker Berg: Der Abgang von Thomas Aupert und Timo Ebbing, die aufgehört haben, soll mit jungen Kickern aus dem eigenen Talentschuppen aufgefangen werden, die größtenteils schon in der vergangenen Saison ins kalte Wasser geworfen werden mussten: Robin Roxin und Leon Zeug stoßen dazu, ebenso Keeper Max Mertens, der sich mit Leon Friedrich ein Duell um den Platz im Tor liefert. Elian Denkler, der ebenfalls aus der A-Jugend kam und für die zweite Mannschaft eingeplant war, soll nun dauerhaft bei Gieseler und Co. mittrainieren: „Er hat mir gut gefallen und bekommt seine Chance.“ Eine Durchlässigkeit zwischen „Erster“, „Zweiter“ und A-Jugend, die der Trainer ohnehin anstrebt.

Mächtig jung kommt der VfL-Kader daher. Für Yannick Gieseler einer der wichtigsten Gründe, den Sprung vom Co-Trainer des VfL Wolbeck in die Verantwortung in Billerbeck zu wagen. „Der Altersdurchschnitt liegt bei 22,4 Jahren“, lächelt er. „Allerdings ohne Pepe.“ Der wird aber wohl häufiger diesen Schritt nach oben drücken, denn ohne Philipp Daldrup auf dem Feld wird es nicht immer gehen. „Die Mannschaft braucht diese Führung auf dem Feld“, sagt Gieseler über seinen 36-jährigen Co-Trainer. Daldrup wird auch eine wichtige Rolle als Informant zukommen, denn die meisten Gegner sind Gieseler völlig unbekannt. „Nur Marcus Fischer von TSG Dülmen und Christian Erwig vom SC Reken kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit“, erzählt er. Dennoch will er seine Mannschaft möglichst gut auf die Gegner einstellen – damit häufiger die Null steht und am Ende der Klassenerhalt bejubelt werden darf. 7 Nächste Folge am Dienstag (6. 8.): über die Mannschaft, die wieder da ist und unbedingt bleiben möchte.

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