Billerbeck
Ein Spiel fast ohne Fußball

Billerbeck. Einfach fiel es Yannick Gieseler nicht, das Fußballspiel zu analysieren. „Weil ich keines gesehen habe“, nahm er kein Blatt vor den Mund. „Das hier hatte jedenfalls mit Fußball nichts zu tun.“ Die äußeren Umstände mit dem Dauerregen, ein Kunstrasen in der Größe eines Soccer-Käfigs, ein Gegner mit einer unkonventionellen Spielweise und seine eigene Mannschaft, die überhaupt keinen Zugang zu dieser Partie fand – all das führte unter dem Strich dazu, dass der VfL Billerbeck bei der 0:3-Niederlage in Merfeld zu keiner Zeit einen Fuß auf die Erde bekam.

Montag, 21.10.2019, 10:20 Uhr
Billerbeck: Ein Spiel fast ohne Fußball
Viel zu selten kamen die Billerbecker in die Position, zielstrebig das Merfelder Tor ins Visier zu nehmen – auch Leon Holtmann (Mitte) scheitert in dieser Szene. Fotos: fw Foto: az

Die möglicherweise spielentscheidende Szene ereignete sich schon zehn Minuten vor dem Anpfiff, als Schiri Alexander Wensing die Partie kurzerhand auf den Kunstrasen verlegte, der in Merfeld gefühlt nur halb so groß wie das Naturrasenfeld ist. „Das war aber völlig in Ordnung so“, betonte Gieseler. „Auf dem Rasen hättest du nur schwimmen können.“ Der Spielweise der Gastgeber kam das dennoch entgegen, denn sie verzichteten größtenteils auf den künstlerischen Teil, sondern setzten auf lange Bälle in die Spitze und ihre ausgeprägte Zweikampfstärke. Das behagte den Billerbeckern gar nicht. „Die Jungs standen hier permanent unter Druck, weil die Gegenspieler immer direkt da waren“, stellte der Trainer fest. Und wenn sie es mal mit Kombinationen probierten, war in schöner Regelmäßigkeit plötzlich das Feld zu Ende. „Unsere Niederlage brauchen wir aber nicht allein auf den kleinen Kunstrasen zurückführen“, gab Gieseler ehrlich zu. „Mit dieser Leistung hätten wir überall verloren.“

Schon in der elften Minute nahm das Unheil seinen Lauf. Über die Ex-Coesfelder Jan Kersen und Jan Philip Tüns kam der Ball in den Strafraum der Billerbecker, wo Marc Perick zum Schuss kam und flach zum 1:0 ins lange Eck verwandelte. In der Folge ergaben sich ausschließlich Chancen für die Gastgeber – immer wieder aus den Einwürfen von Jan Kersen. „Davon sind gefühlt 20 durch unseren Strafraum geflogen“, staunte Gieseler. Marc Perick zielte per Kopf knapp vorbei (17.), und Julian Muddemann scheiterte freistehend an einer starken Fußabwehr von VfL-Torwart Leon Friedrich (21.). Der musste in der 44. Minute hinter sich greifen, als Jan Kersen nach einer zu kurzen Abwehr der Billerbecker einfach draufhielt und fast mittig zum 2:0 traf.

Mit Leon Holtmann (31.). sowie Leon Zeug und Robin Roxin hatte Yannick Gieseler sein Wechselkontingent schon zur Pause erschöpft. Die Hoffnung auf eine mögliche Wende war aber nach nicht einmal zwei Minuten in der zweiten Halbzeit dahin, als Fabian Autermann per Kopf traf – natürlich nach Einwurf von Jan Kersen. Bei diesem klaren 3:0 blieb es bis zum Ende, auch weil Leon Zeug nach einem Tüns-Solo vor der eigenen Torlinie klärte (77.). Nix war’s für den VfL, und der Eindruck des Trainers passte zum Wetter: „Das war das schlechteste Bezirksliga-Spiel, das ich je gesehen habe.“ 7 SF Merfeld – VfL Billerbeck 3:0; Tore: 1:0 Marc Perick (11.), 2:0 Jan Kersen (44.), 3:0 Fabian Autermann (47.).

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