Billerbeck
Einsam auf der Ersatzbank

Billerbeck. So eine Auswärtsreise wie zuletzt nach Hauenhorst schont die CO2-Bilanz. „Da reichen ja schon fast zwei Autos“, zuckt Walter Okon mit den Schultern. Elf Freunde müsst ihr sein, lautet der gängige Spruch – auf viel mehr kommen die Fußballerinnen des VfL Billerbeck aktuell auch gar nicht. „Eine Katastrophe“, schüttelt er den Kopf, der in seinen vielen Jahren als Spieler und Trainer schon eine Menge erlebt hat. „In der Form ist das für mich aber neu.“

Mittwoch, 30.10.2019, 11:11 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 11:30 Uhr
Billerbeck: Einsam auf der Ersatzbank
Einen schweren Stand haben die Fußballerinnen des VfL Billerbeck um Lea Haverkamp (links): Angesichts vieler Ausfälle muss immer wieder improvisiert werden. Foto: Frank Wittenberg

Ein wenig neidisch blickte er schon rüber zu seinem Hauenhorster Kollegen Ralf Spanier, der während der Partie vier Spielerinnen zum Aufwärmen schicken konnte und auch drei eingewechselt hat. Auf der Bank der Billerbeckerinnen musste sich Ronja Jansen, die normalerweise in der zweiten Mannschaft gegen den Ball tritt, ziemlich einsam vorkommen. Zumindest bis zur 43. Minute, dann durfte sie aufs Feld, weil sich Torhüterin Sarah Hauling verletzt hatte und Abwehrspielerin Jule Börsting den Platz zwischen den Pfosten einnehmen musste. „Lisa Schlottbohm hat sich anschließend wohl eine Zerrung zugezogen“, berichtet Okon vom nächsten Unheil. „Aber ich konnte nicht mehr wechseln, deshalb hat sie auf die Zähne gebissen.“

Das Pech zieht sich durch die vergangenen Wochen. Zu üppig besetzt war der Kader ohnehin nicht, zumal Vanessa Möllering und Sarah Schwede aus privaten beziehungsweise beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen. Hinzu kommen die Verletzungen, die richtig schmerzen. Anna Haberecht zum Beispiel, so etwas wie die Lebensversicherung des VfL, muss zurzeit wegen anhaltender Leistenprobleme passen. 11 der 19 Saisontore hat sie geschossen, führt damit die Torjägerliste der Westfalenliga an, obwohl sie nur sechs Partien bestritten hat. „Sie fehlt uns an allen Ecken und Enden“, bedauert der Trainer.

Gleiches gilt für Maren Schulte, die den Innenmeniskus im Knie beschädigt hat. „Mit ihr rechne ich in diesem Jahr nicht mehr“, erklärt Okon, der auch schon die erkrankten Joelle Ragusa und Renée Erfkemper mehrfach ersetzen musste. Jana Krystek arbeitet im Rahmen ihres dualen Studiums in Baden-Württemberg und steht nicht mehr jeden Sonntag zur Verfügung. Und Nicole Störmer laboriert noch an den Folgen ihres Kreuzbandrisses. „Sie kommt hoffentlich im Februar zurück.“ Isabel Ueding, die vor der Saison ihre Treter an den Nagel gehängt hat, ist bereits in die Bresche gesprungen, will sich aber laut Okon im Winter dem Landesligisten GW Nottuln anschließen.

Eine schwierige Situation. Zumal sich die dünne Personallage auch auf die Trainingsarbeit auswirkt, wo immer mal weitere Spielerinnen aus triftigen Gründen fehlen. „Das Problem unserer vielen Gegentore durch die Zentrale haben wir erkannt“, betont Walter Okon. Es „wegzutrainieren“, gestaltet sich so aber schwierig.

Irgendwie in die Winterpause retten, so lautet das Motto. Sehr schwierig werden die nächsten beiden Aufgaben am Sonntag gegen den Tabellenzweiten FSV Gütersloh 2009 II und eine Woche später beim Tabellenvierten Fortuna Freudenberg. Dann folgen vor der Winterpause noch die Begegnungen gegen Kellerkind SC Wiedenbrück und beim BSV Ostbevern. „Da muss unbedingt gepunktet werden“ blickt der Trainer voraus. Angesichts der Konstellation in der Regionalliga müsse mit vier Absteigern gerechnet werden – da wollen sie sich mit Rang acht nicht zu sehr in Sicherheit wiegen.

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