Kreisliga A: Micky Gravermann hört am Saisonende als Spielertrainer bei Borussia Darup auf
Familie verdrängt den Fußball

Darup. Wie sich das anfühlen wird? Keine Ahnung – da muss Micky Gravermann passen. „Ich lasse das mal auf mich zukommen“, zuckt er mit den Schultern. Der Fußball-Ruhestand, in den der Trainer von Borussia Darup ab Ende Mai treten wird, wird ein neuer Abschnitt, auf den er mit gemischten Gefühlen blickt. Auf mehr Freizeit freut er sich – aber es wird auch das Ende einer „tollen Zeit“ sein.

Samstag, 22.02.2020, 07:15 Uhr aktualisiert: 22.02.2020, 07:50 Uhr
Kreisliga A: Micky Gravermann hört am Saisonende als Spielertrainer bei Borussia Darup auf: Familie verdrängt den Fußball
Erfolgreiche Zeit: Mit dem SV Gescher schaffte Micky Gravermann 2014 den Landesliga-Aufstieg. Foto: az

Denn eine Feststellung ist dem 44-Jährigen wichtig: Es ist keine Entscheidung gegen die Borussia, sondern schlicht für mehr Freiraum mit der Familie. „Dieser Verein passt einfach hervorragend zu mir“, betont Gravermann, der im März 2017 in Darup angeheuert hat. „Da ist richtig was zusammengewachsen.“ Mit seinen Spielern komme er hervorragend aus, auch mit den Verantwortlichen um Abteilungsleiter Lorenz Beermann und seinem Team: „Sie sind echt gute Freunde für mich geworden.“

Trotzdem sieht er die Zeit für Veränderung gekommen. Denn Fakt ist: Micky Gravermann, der in Nottuln wohnt und in Hochmoor bei der Trapo AG arbeitet, muss sich Luft verschaffen. „Beruflich kommt mehr Aufwand auf mich zu“, sagt er. Und dann ist da natürlich die Familie, für die sich fast alles um den Sport dreht. Seine Frau Steffi spielt nach wie vor Handball beim Bezirksligisten GW Nottuln, Tochter Lotte (11) ist beim Handball und Tennis aktiv, Sohn Milo (8) beim Fußball und Tennis. „Die Woche ist total zugepackt“, zuckt Gravermann mit den Schultern. „Wir müssen uns da irgendwie Freiräume schaffen.“

Noch drehen sich alle Gedanken aber ausschließlich um die Borussia. Nach den Plätzen elf (2017), zehn (2018) und zuletzt acht sind sie natürlich nicht zufrieden mit der bisherigen Ausbeute. Lediglich 13 Punkte stehen auf dem Konto, die Platz 13 bedeuten, nur vier Punkte vor Schlusslicht Brukteria Rorup. „Wir hatten mit vielen Ausfällen zu kämpfen, sich jetzt aber personell wieder breiter aufgestellt“, lobt er sein Personal für eine sehr ordentliche Wintervorbereitung. „Wir sind auf einem richtig guten Weg.“ Den einstelligen Tabellenplatz, den sie so gerne wieder einfahren wollten, hat er noch nicht aus dem Blick verloren. „Aber natürlich müssen wir unten aufpassen“, betont Gravermann. Gleich das erste Spiel nach der Winterpause am Sonntag (1. 3.) bei Turo Darfeld werde eine sehr gute Standortbestimmung.

Einen guten Abschluss hinbekommen, das ist das Ziel. Zwölf Spiele sind es noch, in denen er für die Daruper verantwortlich ist – „und ich werde jedes genießen“, versichert der Trainer. Ob überwiegend auf dem Spielfeld oder eher am Rand, das wird sich zeigen. „Tim Wewering ist nach seine Knie-OP wieder dabei“, freut er sich über den Comebacker, der mehr als nur eine Alternative sei. Mit Marcel Bunge im Zentrum und Jan Ahlers im Sturm könne wieder eine Achse gebildet werden. Und wenn Micky Gravermann auf dem Feld gebraucht wird, stürzt er sich ins Getümmel. Auch mit 44 Jahren.

Was danach kommt? Fit halten will er sich, denn ohne Sport geht es bestimmt nicht. „Mehr Tennis werde ich spielen und mit dem Rennrad unterwegs sein, aber sicherlich auch mal gegen den Ball treten“, blickt er voraus. Und eine Rückkehr ins Trainergeschäft, zumindest irgendwann, will er nicht kategorisch ausschließen. „Bisher habe ich aber alle weiteren Anfragen abgelehnt“, betont er. „Jetzt ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt.“

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