Handball: Helmut Martin engagiert sich weiter für das weltweite Schulprojekt
Auf die Nachhaltigkeit kommt es an

Billerbeck. Der Kontakt nach Uganda gestaltet sich noch immer eng und regelmäßig. „Ich bekomme sehr häufig Anfragen, ob ich ihnen Übungsformen zu bestimmten Themen schicken kann“, erzählt Helmut Martin. Ein Ansinnen, dem er gerne nachkommt – denn genau das ist die Nachhaltigkeit, die er sich im Projekt „Handball at school“ immer wieder gewünscht hat. Der Billerbecker hält den Kontakt in „seine“ Handball-Entwicklungsländer und soll künftig sogar die Möglichkeit bekommen, ein weiteres Mal im selben Land zu arbeiten.

Dienstag, 31.03.2020, 07:10 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 07:30 Uhr
Handball: Helmut Martin engagiert sich weiter für das weltweite Schulprojekt: Auf die Nachhaltigkeit kommt es an
Beeindruckt zeigt sich Helmut Martin von der ungarischen Handball-Akademie NEKA. Foto: az

Seit 2011 ist der 70-Jährige auf der Erdkugel unterwegs, um Lehrer fortzubilden, damit die den Handball in die Schulen und Vereine tragen. Armenien war seine erste Station, in den folgenden Jahren leitete er Lehrgänge auf den Färöer-Inseln, in der Mongolei, in Papua-Neuguinea, Südafrika und Simbabwe, ehe er im vergangenen Juni in Uganda tätig war. Nahezu überall wurden seine Tipps und Materialien mit großer Begeisterung aufgenommen – aber was passiert danach, wenn er die Heimreise antritt? „Ich hatte mir schon immer gewünscht, dass ich das enger weiterverfolgen kann“, betont Helmut Martin. Gerade in Simbabwe und Uganda sei mit dem Anstoß von „Handball at school“ viel passiert. „Deshalb ist es schade, wenn die Verantwortlichen dann sich selbst überlassen werden.“

Genau das soll sich in Zukunft ändern. Denn abgesehen vom persönlichen Engagement, den Kontakt aus dem Münsterland zu halten, sollen erneute Besuch in den jeweiligen Ländern möglich sein, wenn diese das wünschen. „Das war bisher von der IHF nicht vorgesehen“, erklärt der ehemalige Lehrer für Erdkunde und Sport am Gymnasium Nottuln. Das sei bei der jüngsten Tagung in Ungarn, die noch unmittelbar vor den Einschränkungen wegen der Conora-Pandemie stattgefunden hat, so festgelegt worden.

Eben dieses Treffen führte den Billerbecker an den Balaton und in die ungarische Handball-Akademie NEKA. „Eine sehr beeindruckende Einrichtung“, sagt Martin über die Anlage mit drei großen Halle in einem Komplex, wo auf drei Feldern nebeneinander gespielt und trainiert werden kann. Fitness-Zentrum, Physiotherapie, all das und vieles mehr findet sich in diesem Internat, wo 139 weibliche und männliche Handballer der B- und A-Jugend jeden Tag trainieren und zugleich im Verein zusammenspielen. „Das ist eine hervorragende Förderung“, lobt er das vor sechs Jahren begonnene Konzept des ungarischen Handballverbandes, das ein ehemaliger Nationalspieler initiiert hat und das vom Staat mit jährlich rund acht Millionen Euro gefördert wird – für einen Sport, der wie in Deutschland an Nummer zwei hinter Fußball steht.

Im Rahmen dieses IHF-Treffens für die einzelnen Gruppen wie Trainer- oder Schiedsrichterausbilder sowie Lektoren für „Handball at school“ seien verschiedene Maßnahmen mit Verbesserungspotenzial unter die Lupe genommen worden. Besonders spannend war für Helmut Martin das Zusammentreffen mit Mats Olsson, dem 294-fachen schwedischen Nationaltorhüter, Weltmeister 1990 und Europameister 1994. Der habe in den Diskussionen gefordert, dass ein Kopftreffer beim Torwart künftig grundsätzlich eine Zwei-Minuten-Strafe für den Schützen nach sich ziehen müsse. Zudem müsse – anders als bisher gelehrt – ein Torwart nicht ständig die Arme oben haben, wenn sich der Gegner im Angriff befinde. „Es ist deutlich geworden, dass ein Überzahlspiel mit Sieben gegen Sechs ohne Torwart keinen positiven Effekt hat“, berichtet Martin. „Eine spannende Erkenntnis.“

Spannend soll es für den 70-Jährigen auch werden, wenn er seine nächste Handball-Entwicklungsreise antritt. Wann das sein wird, steht wegen der weltweiten Corona-Situation in den Sternen. „Das Programm wird aber fortgesetzt“, betont Helmut Martin. „Und ich habe nach wie vor große Lust, mich da einzubringen.“

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