Fußball: VfL-Frauen verabschieden Trainer Walter Okon und Co-Trainer Thomas Knipper
Pokalsieger und Motivator

Billerbeck. Das unvergesslichste Erlebnis? Nein, lange überlegen muss Walter Okon nicht. „2018 haben wir den Westfalenpokal gewonnen“, lächelt er. „Das war das absolute Highlight.“ Ein besonderes Ereignis in insgesamt acht bewegenden Trainerjahren im Frauenbereich des VfL Billerbeck. Diese Ära ist jetzt offiziell beendet, wenn auch die vorläufige Verabschiedung coronabedingt mit Distanz auf dem Kunstrasen erfolgen musste. „Etliche Spielerinnen waren dabei“, freut sich Okon. „Und eine richtige Feier holen wir bestimmt nach.“

Mittwoch, 17.06.2020, 07:10 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 07:22 Uhr
Fußball: VfL-Frauen verabschieden Trainer Walter Okon und Co-Trainer Thomas Knipper: Pokalsieger und Motivator
Verabschiedung in Corona-Zeiten: Walter Okon (unten 2. von rechts) und Co-Trainer Thomas Knipper (unten links) erhielten von den Frauenfußballerinnen des VfL Billerbeck jeweils ein Trikot im Rahmen – Okon mit der Nummer acht für insgesamt acht Trainerjahre am Helker Berg. Foto: az

Die hat er allemal verdient, daran lässt Matthias Heuermann keinen Zweifel. „Walter hat eine hervorragende Arbeit geleistet, wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, betont der Ansprechpartner für den Frauenfußball im VfL. Mit Stolz blickt auch der scheidende Trainer auf die jüngsten drei Spielzeiten zurück. „Platz acht, fünf und sieben, dazu der Sieg im Westfalenpokal“, führt er auf. „Das kann sich sehen lassen.“ Vor allem aber sei es gelungen, den Umbruch voranzutreiben und viele junge Spielerinnen einzubauen. „Wenn mir jemand all das vorher gesagt hätte, dann hätte ich sofort gefragt, wo ich unterschreiben muss.“

Geplant ist schon seit dem Winter, dass der Billerbecker nun – gemeinsam mit seinem Co-Trainer Thomas Knipper – den Stuhl räumt und an Frank Averesch übergibt. „Dass ich mich aber so plötzlich daran gewöhnen musste, abends nicht mehr zum Training zu gehen, war schon ungewöhnlich“, zuckt Okon mit den Schultern. Von jetzt auf gleich war mit dem Corona-Lockdown Schluss. Nur zwei Tage vorher hatten sich die VfL-Frauen im Viertelfinale des Kreispokal mit 2:1 bei der SG Coesfeld 06 durchgesetzt. „Immerhin habe ich mich mit einem Sieg verabschiedet“, lacht der Billerbecker, der im nächsten Monat 54 Jahre jung wird. Und das mit einer Notelf, wie so oft in dieser Saison, in der das Verletzungspech erbarmungslos zugeschlagen hat.

Klar ist ihm schon jetzt: Da wird etwas fehlen. Deshalb möchte er sich auch bewusst nicht endgültig in den Trainer-Ruhestand verabschieden. „Bis ich 36 Jahre alt war, habe ich selbst gespielt, danach war ich jetzt lange als Trainer aktiv“, blickt er zurück. Mit acht Jahren bei der zweiten und später der ersten Frauenmannschaft des VfL einen langen Abschnitt davon am Helker Berg, unter anderem mit Ute Gers und Thomas Knipper an seiner Seite. Spaß hat es gemacht – so sehr, dass Walter Okon sich sehr gut vorstellen kann, früher oder später wieder einzusteigen. „Sehr gerne im Frauenbereich, aber letztlich bin ich völlig offen“, versichert er. Auch die Ligazugehörigkeit spiele keine Rolle: „Wichtig ist nur, dass die Mannschaft motiviert und ambitioniert ist.“

Bis dahin will er die Gelegenheit nutzen, mal wieder ein paar andere Fußballplätze in der Umgebung unter die Lupe zu nehmen. „Ich muss unbedingt mal wieder auf die Beerlage, da war ich in der vergangenen Saison kein einziges Mal“, freut er sich auf ein Wiedersehen mit seinem Ex-Club. Auch die Heimspiele der Frauen in Billerbeck möchte er regelmäßig besuchen, dem Team und dem neuen Trainer Frank Averesch von außen die Daumen drücken. Und natürlich hier und da in Erinnerungen schwelgen. An den besagten 2:0-Finalsieg im Endspiel um den Westfalenpokal gegen das favorisierte Team von Germania Hauenhorst zum Beispiel. Und noch ein Knüller fällt Okon spontan ein: „Das 4:4-Unentschieden nach 0:4-Rückstand in Siegen.“ Einfach unvergessen.

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