Bezirksliga: Irres 4:4-Remis gegen FC Epe
VfL zwischen Frust und Stolz

Billerbeck. Die Helden vom Helker Berg wähnten sich bereits am Ziel ihres nächsten Gipfelsturms. Verständlich, denn die Nachspielzeit war eigentlich schon abgelaufen. Aber dann segelte doch noch ein langer Freistoß in den Strafraum des VfL, wo Jan Olde Grote Beverborg plötzlich frei an die Kugel kam und sie überlegt versenkte – doch noch der 4:4-Ausgleich für den FC Epe in Minute 90.+4, was bei den Billerbeckern erstmal für lange Gesichter sorgte. Frust? Ja, verständlich, aber nur kurz. „Das war doch ein richtig geiles Fußballspiel“, rückte Yannick Gieseler schnell wieder das Gesamtbild in den Blick. „Darauf können wir stolz sein.“

Montag, 12.10.2020, 08:45 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 09:00 Uhr
Bezirksliga: Irres 4:4-Remis gegen FC Epe: VfL zwischen Frust und Stolz
Unaufhaltsam: Leon Holtmann erzielte gestern gegen den FC Epe drei Treffer – hier hat Noah Eglins (links) das Nachsehen gegen den VfL-Stürmer. Foto: Frank Wittenberg

Wie stolz sie erst gewesen wären, wenn dieses geniale Tor von Leo Mertens der Schlusspunkt gewesen wäre. Dieser überragend herausgespielte und vollendete Treffer, der einer erneuten Aufholjagd die Krone aufsetzen sollte: Niklas Kuhlage schickte Felix Leimkühler auf die Reise, der auf der rechten Seite den Kopf hob und die Flanke punktgenau Richtung zweiten Pfosten platzierte, wo Mertens angerauscht kam und einnickte – das 4:3 für den VfL in der 88. Minute nach dreimaligen Rückstand, so schön kann Fußball sein. Und so bitter, weil es am Ende doch nicht zum Sieg reichte.

Ungewöhnlich war schon die Anfangsphase: Die Gäste, die bis dato noch keinen Punkt abgegeben hatten, drückten, aber die klaren Chancen erspielten sich die Billerbecker. „Wir müssen ja nach 20 Minuten 2:0 oder 3:0 führen“, ärgerte sich Gieseler über die Bälle, die gefährlich durch den FC-Fünfmeterraum rauschten, aber entweder keinen Abnehmer fanden oder wie in der elften Minute in Person von Leon Holtmann übers Tor bugsiert wurden.

Die Strafe folgte auf der anderen Seite: Foul Julien Balzer an Jan Olde Groote Beverborg, Elfmeter Philipp Hörst, das 0:1 (22.). Die Antwort kam ebenfalls per Elfmeter: Leon Holtmann versenkte in der 36. Minute den Strafstoß, den André Hippers an ihm selbst verursacht hatte. Dennoch lag der VfL zur Pause zurück, denn Timo Schönherr düpierte in der 43. Minute die Abwehr und legte quer für Felix Wobbe, der nur noch zum 1:2 einschieben musste.

Nach der Pause dauerte es gut 20 Minuten, dann nahm die Partie richtig Fahrt auf. Leon Holtmann nutzte ein Missverständnis zwischen Kilian Voss und Torwart Niklas Baumann und köpfte zum 2:2 ein. Nur zwei Minuten später erzielte Jan Olde Groote Beverborg das 2:3, aber erneut schlug „Holti“ zurück, als er einen Patzer von Niklas Baumann zum 3:3 nutzte (71.). Genug Achterbahn? Mitnichten, denn der Schlussakkord durch die beiden Treffer zum 4:4 sollte noch folgen. „Wahnsinn“, schüttelte Yannick Gieseler den Kopf. „Aber in der letzten Aktion müssen wir das einfach besser machen.“ 7 VfL Billerbeck – FC Epe 4:4; Tore: 0:1 Philipp Hörst (22., FE), 1:1 Leon Holtmann (36., FE), 1:2 Felix Wobbe (43.), 2:2 Leon Holtmann (64.), 2:3 Jan Olde Groote Beverborg (66.), 3:3 Leon Holtmann (71.), 4:3 Leo Mertens (88.), 4:4 Jan Olde Groote Beverborg (90.+4).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7617043?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947815%2F
Nachrichten-Ticker