Fußball: Thorsten Heinrich freut sich auf die Aufgabe beim VfL Billerbeck
Mit Volldampf aus der Sabbatzeit

Billerbeck. Auf den Moment, in dem es endlich losgeht, freut er sich schon jetzt riesig. „Toller Verein, tolles Umfeld, tolle Anlage“, lobt er seinen künftigen Club, für den er ohne großes Zögern bereit ist, seine fußballerischen Sabbatjahre zu beenden. „Anfragen gab es vorher schon“, sagt Thorsten Heinrich. „Aber jetzt beim VfL Billerbeck bin ich davon überzeugt, dass es passt.“ Deshalb wird der 41-Jährige im Sommer die Nachfolge von Yannick Gieseler auf dem Trainerposten des Bezirksligisten antreten.

Mittwoch, 30.12.2020, 09:31 Uhr aktualisiert: 30.12.2020, 09:36 Uhr
Fußball: Thorsten Heinrich freut sich auf die Aufgabe beim VfL Billerbeck: Mit Volldampf aus der Sabbatzeit
Freut sich auf die Aufgabe beim VfL Billerbeck: Thorsten Heinrich. Foto: Johannes Oetz

Erfahrung bringt der Vollblut-Fußballer reichlich mit. Angefangen hat er in der Jugend von Vorwärts Lette und beim ESV Coesfeld, ehe er vier Jahre lang für Preußen Münster kickte. „Im letzten A-Jugendjahr war ich dann bei Raspo Coesfeld“, erzählt Heinrich. In den Senioren folgten Stationen bei den Oberligisten TSG Dülmen und SuS Stadtlohn, ehe er mehrere Jahre für GW Nottuln in der Landesliga auflief. „Damals gemeinsam mit den Billerbeckern Frank Schlusemann und Ali Krause.“ In der Saison 2004/05 kehrte er zum ESV zurück, knipste regelmäßig, konnte aber mit seinen Teamkollegen den Abstieg aus der Bezirksliga nicht verhindern. Für den 1,90 Meter großen Offensivmann war dann vorerst Schluss: „Ich musste leider mit einem Bandscheibenvorfall aufhören.“

Die Rückkehr in den Fußball ergab sich aus einer Bierlaune. „Auf einem Schützenfest hatte ich versprochen, ein paar Spiele bei Fortuna Schapdetten auszuhelfen“, muss er selbst lachen. Das löste er ein – und daraus wurden insgesamt sechs Jahre als Spielertrainer und Trainer in der C- und B-Liga Münster. 2016 war dann Schluss, um mehr Zeit für die Familie aufbringen zu können.

Jetzt aber war die Pause lang genug, davon ist er fest überzeugt. Ebenso überzeugt wie von der spannenden Aufgabe beim VfL Billerbeck. „Nach dem Gespräch mit Uwe Mertens und Carsten Teltz hatte ich sofort ein sehr gutes Gefühl“, kam er mit den beiden Verantwortlichen für die VfL-Fußballabteilung schnell auf eine Wellenlänge. Eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern, das passt – „und ich finde auch gut, dass der Verein auf eigene Leute setzt.“ Mit denen will Thorsten Heinrich die gute Arbeit von Yannick Gieseler fortsetzen. „Sicherlich ist die Bezirksliga auch für mich eine andere Hausnummer“, gibt der B-Lizenz-Inhaber ehrlich zu. „Aber ich werde mich da reinhängen.“ Anpacken wird er gemeinsam mit Philipp Daldrup und Steffen Schudy, die als Co-Trainer an Bord bleiben. „Pepe kenne ich schon länger“, lächelt Heinrich. „Das wird gut funktionieren.“

Und wenn dann im Frühjahr der Ball hoffentlich wieder rollt, will der Nottulner möglichst viele Spiele seiner künftigen Mannschaft sehen. Trainergespräche und Entscheidungen in Corona-Zeiten und Lockdown, das ist kein leichtes Unterfangen. „Leider konnte ich mich den Jungs ja nicht persönlich vorstellen“, bedauert Heinrich, der das aber an den beiden vergangenen Abenden zumindest telefonisch nachgeholt hat. „Ich habe mich bei meiner Frau abgemeldet, um die Spieler der Reihe nach anzurufen.“

Bei seiner besseren Hälfte Katja ist er damit auf Verständnis gestoßen, schließlich war sie selbst eine erfolgreiche Sportlerin, hat unter anderem mit den Handballerinnen des SC Greven 09 in der Zweiten Bundesliga gespielt. „Sie hat mich auch ermuntert, wieder ins Trainergeschäft einzusteigen“, lächelt der 41-Jährige.

Wobei er ja gar nicht so ganz raus war. Bei GW Nottuln ist er für die G I-Junioren zuständig – bei den Minis spielt neben seinem eigenen sechsjährigen Sohn Tom („Der kommt anders als ich über die Fitness“), dem älteren Bruder von Nils (3), auch der Filius von Yannick Gieseler. „So klein ist die Welt manchmal“, lacht Heinrich. Gieseler junior trainiert er, Gieseler senior beerbt er im Sommer, und das kann er kaum abwarten.

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