Fußball: Möglicherweise dritte A-Liga für Ahaus-Coesfeld nach der Auflösung des Kreises Lüdinghausen
Statt eingleisig bald dreigleisig

Kreis Coesfeld. Viel mühselige Überzeugungsarbeit leisten Willy Westphal, Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, und seine Mitstreiter aus dem Vorstand seit Monaten, um die heimischen Vereine von den Vorzügen einer eingleisigen Kreisliga A zu überzeugen. Alles für die Katz? Zumindest kommt durch das jetzt nahezu besiegelte Ende für den Fußballkreis Lüdinghausen, das mehrere Vereine auch in den Kreis 1 drängt, eine ganz neue Variante ins Spiel: eine dritte A-Liga-Staffel zusätzlich zu den Gruppen Ahaus und Coesfeld.

Dienstag, 02.09.2014, 16:24 Uhr

Nachdem der VfL Senden definitiv beschlossen hat, einen Wechsel in den Fußballkreis Münster zu beantragen, und auch BW Ottmarsbocholt diesen Weg gehen will, sieht der Lüdinghauser Kreisvorsitzende Robert Heitmann keine Alternative mehr zur Abwicklung. Somit werden sich die 18 Vereine mit aktuell 41 Mannschaften auf die umliegenden Kreise verteilen.

Pikant dabei: Der FLVW hat ihnen zugesagt, dass sie sich bei einem Antrag bis zum 15. November ihre neue sportliche Heimat frei aussuchen dürfen.

Für den Kreis Ahaus/Coesfeld könnte das massive Auswirkungen haben. Eine erste Umfrage zeigt jedenfalls bereits, dass nach Fortuna Seppenrade, das seit dieser Saison in der A-Liga Coesfeld spielt, zumindest auch Union Lüdinghausen, SuS Olfen und Westfalia Vinnum zu einem Wechsel in den Kreis 1 tendieren – weitere Teams sind noch unentschlossen, könnten aber folgen. Da deren Mannschaften dort in der gleichen Liga wie bisher im Kreis Lüdinghausen eingegliedert werden müssten und – nach bisherigen Kriterien –, kämen in die dort vorübergehend schon auf 17 Teams aufgestockte A-Liga mindestens drei zusätzliche Mannschaften. Vielleicht aber auch mehr.

Bereits vor Wochen hatte Willy Westphal für diesen Fall angekündigt, die bislang strikte geografische Trennung zwischen den Staffeln Coesfeld und Ahaus notfalls vorübergehend aufzugeben. „Drei Mannschaften könnten wir durch Verschiebungen in der Mitte durchaus auffangen, vielleicht auch ein paar mehr“, wiederholte der Kreisvorsitzende noch einmal.

Westphal ist allerdings auch bewusst, „dass 20er-Staffeln für die Vereine eine echte Tortur wären“ – selbst, wenn es nur für ein Jahr wäre und anschließend durch vermehrten Abstieg reduziert würde. „Irgendwann stoßen wir an Grenzen“, warnt er und bezweifelt deshalb auch, dass der Verband seine Zusage gegenüber den Lüdinghauser Vereinen, sich den Wunschkreis aussuchen zu können, unter allen Umständen einhalten kann: „Das wird schwierig!“

Auch, weil im Kreis Münster/Warendorf, dem mindestens sechs neue A-Ligisten winken, die gerade erst eingeführte und auf 18 Teams ausgeweitete eingleisige A-Liga praktisch schon wieder Makulatur wäre.

Geht es nach Martin Ritz, Vorsitzender des SC Capelle, dann könnte Westphal vielleicht sogar alle jetzigen Vereine des Kreises Lüdinghausen als Zugänge begrüßen. „Eine Alternative könnte der komplette Wechsel in eine Kreisliga A Coesfeld Süd sein“, bringt er eine dritte Staffel im Kreis 1 ins Gespräch. Auf Begeisterung bei Westphal stößt er damit freilich nicht. „Persönlich halte ich das derzeit für abwegig“, betont der Kreisvorsitzende, ergänzt aber auch: „Man soll nie nie sagen.“

Dass seinem Kreis, wenn er spürbar wächst, schon ab der kommenden Saison der halbe Aufsteiger, den bislang der Kreis Lüdinghausen hatte, zugeschlagen werden könnte, glaubt Westphal übrigens nicht: „Ich gehe weiter von 1,5 Aufsteigern aus - wenn es dann doch zwei werden, ist es wunderbar.“ Klar ist für ihn allerdings: „Die nächsten Monate werden.“

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