Handball: Irres Finale beim 32:31-Sieg der DJK/VBRS-Damen
Alles außer gewöhnlich

Coesfeld. Gewöhnlich gewinnen? Das können andere Mannschaften, nicht aber diese DJK-VBRS. „Die Leute haben doch fünf Euro Eintritt bezahlt“, zuckte Kreisläuferin Kerstin Böing mit den Schultern. „Dann sollen sie auch etwas geboten bekommen.“ Allerdings sollten sich die Oberliga-Handballerinnen überlegen, künftig sorgsamer mit der Gesundheit ihrer Fans umzugehen als bei diesem irren 32:31-Sieg gegen den TV Schwitten. Diese DJK/VBRS-Damen können im Abstiegskampf offenbar alles – außer gewöhnlich.

Sonntag, 23.03.2014, 14:16 Uhr

Die Trainerin musste sich erst einmal setzen. Während die Spielerinnen ihre erneute Energieleistung kaum fassen konnten und sich ausgiebig vom ausflippenden Publikum feiern ließen, nahm sich Tine Hekman eine kurze Auszeit auf der Bank. „Heute stand die Abwehr nicht so gut wie zuletzt, weil Schwitten unheimlich variabel war“, stellte sie fest. „Also mussten wir vorne mehr Tore werfen.“ Exakt eines mehr – Punktlandung!

Das Drehbuch dieser letzten zweieinhalb Minuten hätte kein Thriller-Autor besser liefern können. 29:31 liegen die Coesfelderinnen hinten, sind dazu in Unterzahl. Alles verloren? Von wegen! Lea Hemker verkürzt auf 30:31, dann hält Torfrau Lisa Schwering zum ersten Mal in dieser Partie einen Siebenmeter. Noch zwei Minuten – und in Unterzahl gleicht Magda Hemker zum 31:31 aus. Den nächsten Angriff der Gäste wehrt Lisa Schwering ab, und 66 Sekunden vor Schluss trifft Christin Wienecke tatsächlich zum 32:31. Eben diese „Gitte“ erkämpft sich 30 Sekunden vor dem Ende den Ball. Weil aber das Herunterspielen der Zeit zu einfach wäre, erlauben sich die Coesfelderinnen noch einen Ballverlust – aber der letzte Versuch des TV Schwitten sieben Sekunden vor der Sirene wird erneut Beute von Lisa Schwering. Der Sieg!

Dabei hatte es lange Zeit gar nicht nach so einem verrückten Finale ausgesehen, denn über die gesamte erste Halbzeit lag die DJK-VBRS mit einigen Treffern vorne. Von 3:3 zogen sie auf 7:3 (9.) weg, führten 13:8 (18.) und zur Pause mit 17:14. „Da war alles okay“, bilanzierte die Trainerin, die Leistungsträgerinnen wie Steffi Gerdes, Christin Wienecke und Christel Leufke in dieser Phase längere Pausen auf der Bank gönnte. „Mir war klar, dass es am Ende eng wird und sie die Kraft dann brauchen.“

Inn der Tat kippte die Partie, als Schwitten vom 19:15 auf 19:19 ausglich (37.). „Da fehlte im Angriff die Durchschlagskraft“, stellte Tine Hekman fest, die über 22:23 (42.) einen 26:29-Rückstand (53.) notieren musste. Die Trainerin reagierte, zog Christin Wienecke vor und beorderte Eva-Maria Hülsmann dahinter in die Deckung – der Schlüssel zur Wende. Wobei Christel Leufke noch eine Erklärung für den irren Schlussspurt hatte: „Wir liegen mit drei Toren hinten, aber das Publikum steht auf und ruft ,Kämpfen, Coesfeld!‘ – was sollen wir da anderes machen?“ 7 DJK Coesfeld-VBRS – TV Schwitten 32:31; Lisa Schwering und Maike Kreikenberg (im Tor), Steffi Gerdes (6/1), Christin Wienecke (5), Lea Hemker (5), Magda Hemker (5/2), Elisa Backeshoff (4), Kerstin Böing (3), Christel Leufke (3), Bianca Siemering (1), Hannah Schöttler, Britta Recker, Kristin Pohlkötter, Eva-Maria Hülsmann.

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