Sieger im S*-Springen: Abdullah Sharbatly, Vize-Weltmeister und Olympia-Dritter aus Saudi-Arabien
Der Mann, den keiner kannte

Coesfeld. Den Mann kannte keiner. Abdullah Sharbatly? Nie gehört! Dabei hat er sich in der internationalen Szene längst einen guten Namen gemacht. 2010 gewann der 31-jährige Springreiter aus dem fernen Saudi-Arabien in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky WM-Silber in der Einzelwertung und 2012 in London Olympia-Bronze mit dem Nationalteam.

Sonntag, 11.05.2014, 11:30 Uhr

Abdullah Waleed Al Sharbatly, so sein voller Name, hatte am Samstag in Flamschen drei Pferde für das stark besetzte S*-Springen nachgemeldet. Im letzten Ritt des Abends glückte ihm im Sattel von „Unique“ eine fehlerfreie Runde mit der schnellsten Zeit (55,11 Sekunden). Zweiter wurde Hendrik Funke vom RFV Greven mit „Dennis“ (55,54 Sekunden) und Dritter noch mal Sharbatly mit „Callahan“ (57,49 Sekunden) vor Stefan Engbers vom RFV Südlohn-Oeding, der schon wie der Sieger aussah, nachdem er mit „Akadia“ (57,82 Sekunden) eine flotte Zeit im Dauerregen vorgelegt hatte. Aber dann kam „Mr. Nobody“ und stellte das Gesamtklassement auf den Kopf. Der Bursche, der für Platz eins 400 Euro erhielt, hat schon viel gesehen von der Welt, wie er hinterher erzählte. Aufgewachsen in England, wo sie ihm das große ABC der Reiterei beigebracht haben, wurde er mit 17 Jahren arabischer Meister und startete dann seine erfolgreiche Karriere, die ihn nunmehr nach Holland führte. „Ich reite für den Stal Het Osterbrook in De Lutte“, klärte Abdullah Sharbatly auf, „das ist eine Reitanlage in Holland.“ Sie gehört der deutschen Reiterin Pia-Luise Aufrecht, die mehrere Jahre für Hendrik Snoek in Münster geritten hat, und ihrem Lebensgefährten Gert-Jan Bruggink, der jetzt auch Sharbatlys Trainer ist.

Abdullah Sharbatly, der Globetrotter aus dem Orient, hat in seiner Laufbahn, die bislang reich war an Höhepunkten, aber nicht nur für positive Schlagzeilen gesorgt. Zwei seiner Pferde wurden bei Dopingproben verbotene Medikamente nachgewiesen, so dass Sharbatly 2007 und 2012 gesperrt wurde. Nur weil der Internationale Sportgerichtshof CAS die achtmonatige Sperre 2012 um zwei Monate verkürzt hatte, durfte er bei den Olympischen Spielen in London starten, wo die Saudis Bronze holten hinter Großbritannien und vor den Niederlanden, seiner neuen Heimat. Da De Lutte, ein Örtchen in der Gemeinde Losser, nahe der deutsch-holländischen Grenze liegt, war der Weg nach Coesfeld nicht weit. Dass ihn hier keiner kannte, wunderte ihn sehr. Ergebnisse www.horsenet.de

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