Nach 0:8-Rückstand ballern sich die Damen zum 25:20-Sieg
Krass, krasser, Klassenerhalt!

Coesfeld. Als die Freudentränen getrocknet waren, nahm die ausgelassene Feier ihren Lauf. Noch zweieinhalb Stunden nach dem Spiel schlängelte sich die Polonaise über das Parkett. „Oberliga – Coesfeld ist dabei“, skandierten die DJK/VBRS-Handballerinnen, die zuvor nicht nur den Klassenerhalt, sondern vielleicht sogar ein kleines Wunder geschafft hatten. 24 Spieltage standen sie auf einem Abstiegsplatz, dann kam der Erfolg in Oerlinghausen – und jetzt das Sahnehäubchen: 25:20-Sieg gegen SpVg. Steinhagen nach kapitalem Fehlstart, Sprung auf Platz elf in der Abschlusstabelle. „Das ist Handball“, zuckte die sichtlich bewegte Tine Hekman mit den Schultern.

Sonntag, 11.05.2014, 14:40 Uhr

Dieses letzte Spiel vor einer beeindruckenden Kulisse war ein Spiegelbild der gesamten Saison: scheinbar aussichtslos hinten, dann die Aufholjagd, am Ende mit unbändigem Willen ins große Glück! Bevor Steffi Gerdes nach 10 Minuten und 35 Sekunden den zwölften (!) Angriff zum ersten Treffer im Netz versenkte, lagen die Coesfelderinnen bereits mit 0:8 hinten. Nichts ging in dieser Anfangsphase, in der sich gehöriges Pech zu Nervosität gesellte. „Der Trainer von Steinhagen hat nachher gesagt, dass das die besten zehn Minuten seiner Mannschaft in der gesamten Saison waren“, berichtete Tine Hekman. „Und wir haben einfach nicht getroffen.“ Die starke Torfrau der Gäste entschärfte reihenweise die Schüsse – oder sie schepperten ans Aluminium. Die Niederlage schien früh besiegelt.

Letztlich war es nur wieder eine Dramaturgie, wie die DJK/VBRS-Damen sie schon häufiger geliefert haben. „Es soll doch auch spannend sein, wenn so viele Zuschauer kommen“, grinste Steffi Gerdes nach der Partie. Plötzlich fanden die Coesfelderinnen besser ins Spiel, auch weil die Trainerin die Deckung umstellte. Zudem wechselte sie, brachte mit Bianca Siemering und Britta Reckers neue Kräfte von der Bank – und die machten ihre Sache super. „Wenn die erste Sechs die Hosen voll hat, müssen andere die Verantwortung übernehmen“, sah sich Tine Hekman bestätigt. Langsam begannen sie, den Rückstand über 2:8 (13.) und 7:11 (24.) abzuknabbern und arbeiteten sich durch Treffer der Hemker-Schwestern Lea und Magda zur Pause bis auf 11:14 heran.

Im zweiten Durchgang dauerte es keine fünf Minuten, da stand die Halle komplett Kopf. Vier Treffer in Folge bescherten mit 15:14 die erstmalige Führung. Und nach dem 15:16 war die DJK-VBRS überhaupt nicht mehr zu halten: Eine Serie von sechs Toren führte zum 21:16 und zur Explosion auf den Rängen. „Wenn die Deckung steht, läuft es auch vorne“, so die Trainerin. Und die stand, inklusive einer bärenstarken Lisa Schwering im Tor, die nach der Pause nur noch sechs Treffer der Gäste zuließ. Vorne versenkten Steffi Gerdes und Kerstin Böing den Ball in den Schlussminuten zum 25:20-Erfolg, der den Coesfelderinnen auch noch den Sieg im direkten Vergleich bescherte: Steinhagen überholt, Platz elf geschnappt, den kaum für möglich gehaltenen Klassenerhalt gesichert. Zum achten Mal in der Oberliga-Geschichte – aber dieser verdient das Prädikat „besonders wertvoll“! 7 DJK Coesfeld-VBRS – SpVg. Steinhagen 25:20; Lisa Schwering und Maike Kreikenberg (im Tor), Magda Hemker (6), Steffi Gerdes (6/2), Britta Reckers (3), Kerstin Böing (3), Lea Hemker (2), Bianca Siemering (2), Christin Wienecke (2), Christel Leufke (1), Eva-Maria Hülsmann, Hannah Schöttler, Kristin Pohlkötter.

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