Coesfeld
Mario Worms und der Geniestreich

Coesfeld/Osterwick. Der Geniestreich, den Mario Worms da in der 79. Minute auspackte, versetzte seinen Chef in pures Entzücken. „Gigantisch“, strahlte Engin Yavuzaslan. „Da zeigt sich die individuelle Klasse.“ Als seiner Westfalia die Nullnummer drohte, weil sie mehrere klare Dinger ausgelassen hatten oder am überragenden Marius Meßing gescheitert waren, knallte Worms den Ball nach einer abgewehrten Ecke aus 20 Metern schnurgerade in den Winkel – das war der späte Türöffner zum 2:0-Sieg bei der SG Coesfeld 06.

Montag, 05.03.2018, 08:58 Uhr

Coesfeld: Mario Worms und der Geniestreich
Der Mann des Tages: Mario Worms erzielte beide Tore für Westfalia Osterwick zum Sieg bei der SG 06. Foto: az

Und der war verdient, das gab auch Patrick Steinberg ehrlich zu. „Die Osterwicker waren reifer und mutiger“, stellte der SG-Trainer fest, der dennoch zwischenzeitlich auf ein Erfolgserlebnis hoffen durfte. Denn just in der Phase vor dem Worms-Kracher bekamen die Coesfelder das Geschehen besser in den Griff und erarbeiteten sich auch Chancen.

Die gab es in der ersten Halbzeit, allerdings nur für die Gäste. Mit ihrem aggressiven Pressing machte die Westfalia in der Anfangsphase Alarm und hätte schon früh führen müssen – wie in der fünften Minute, als Daniel Richter nach einer Hereingabe von Florian Richters am überragend reagierenden Marius Meßing scheiterte. Jan Kröger (7.) und Nils Borgert (30.) verpassten nach weiteren Richters-Flanken, Pascal Leipelt köpfte eine Flanke von Timo Mevenkamp auf die Latte (23.). „Wir haben die Diagonalbälle nicht in den Griff bekommen“, erklärte Steinberg. „Nach der Umstellung hat das besser geklappt.“

Auch die zweite Halbzeit begann mit Großchancen der Westfalia: Erneut Marius Meßing wehrte einen Kopfball von Tobias Paschert mit einem überragenden Reflex ab (48.), dann köpfte Pascal Leipelt eine Ecke von Timo Mevenkamp an den Pfosten (54.). „Wir müssen die Tore machen“, staunte Engin Yavuzaslan am Seitenrand. „Aber die Mannschaft hat sich super präsentiert.“

Als die Westfalia angesichts des hohen Tempos der SG 06 mehr Räume zuließ, kamen die Gastgeber auch zu ersten Chancen – aber dann zeigte Westfalia-Torwart Dennis Grüger, dass er nichts verlernt hat: Einen Freistoß von Lucas Jacobs entschärfte er mit den Fäusten (71.), und fünf Minuten später lenkte er einen abgefälschten Jacobs-Schuss mit einer Hand um den Pfosten.

Zu der drohenden Nullnummer kam es aber nicht, weil Mario Worms passgenau in den Winkel zielte. Eine wirkliche Aufholjagd folgte nicht mehr, gab Steinberg zu: „Da fehlten die Prozente, weil wir vorher zu viele Bälle hergeschenkt hatten. „In der Nachspielzeit war Worms erneut der Hauptakteur, weil er nach einem Konter erst Marius Meßing umspielte, dann auch noch den heranfliegenden Henrik Mauermann aussteigen lassen wollte. Worms strauchelte, blieb oben, traf nur den Pfosten – woraufhin Schiri Jan Flötkötter zum Entsetzen der SG’ler auf Elfer entschied. Den verwandelte Worms sicher zum 0:2 gegen die Coesfelder, bei denen Jan-Frederik Tendiek nach dem Abpfiff noch Rot sah, weil er sich nach dem Grund für den Elfer erkundigt hatte. 7 SG Coesfeld 06 – Westfalia Osterwick 0:2; Tore: 0:1 und 0:2 Mario Worms (79., 90.+4, FE).

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