Coesfeld
„Super-Mario“ macht zwei Tore

Coesfeld. Es war 20.42 Uhr, als gestern Abend der Abpfiff von Schiri Alexander Wensing (Ahaus) ertönte. „Männer“, rief Engin Yavuzaslan, Coach des Bezirksligisten DJK Coesfeld-VBRS, seine Kadetten einige Sekunden später zusammen und gratulierte ihnen zum 3:1-Pokalsieg über den Landesligisten SuS Stadtlohn. „Wir wollten in die nächste Runde kommen, und das haben wir geschafft“, stellte er fest, „Bundesligatrainer sagen immer: Hauptsache weiter! Dann haben sie meistens gegen unterklassige Mannschaften gespielt, wir haben jetzt allerdings einen höherklassigen Gegner aus dem Wettbewerb geworfen.“

Freitag, 12.10.2018, 05:52 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 22:51 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 05:52 Uhr
Coesfeld: „Super-Mario“ macht zwei Tore
Einer der Besten beim Pokalschlager unter Flutlicht: Lars Ivanusic (links), der Linksfuß aus Coesfeld. Fotos: uh Foto: az

Hundertprozentig zufrieden war er mit der Spätvorstellung bei gleißendem Flutlicht aber nicht. „In der ersten Halbzeit haben wir das Geschehen kontrolliert, in der zweiten waren wir jedoch zu passiv“, monierte er den Leistungsabfall nach der Pause, „ich weiß nicht, ob wir mit den Köpfen schon bei der nächsten Aufgabe waren.“ Gut möglich, dass sie gedanklich beim Topspiel gegen den Verfolger Vorwärts Epe weilten.

In Durchgang eins beherrschten die Hausherren den Gast. Mit aggressivem Pressing machten sie Druck, Tobias Hüwe (8. Minute), der wieder im Angriff eingesetzt wurde, besaß eine gute Möglichkeit. Timo Grabowsky (14.) feuerte einen Freistoß ab, den Torwächter Jan Hintermann mit Müh und Not abwehren konnte.

Tobias Hüwe kam dann in der 28. Minute im gegnerischen Sechzehner an die Kugel. Lars Sparwel attackierte ihn, Hüwe kam zu Fall. Alexander Wensing deutete sofort auf den Elfmeterpunkt, zeigte „Sünder“ Sparwel die rote Karte und löste umgehend heftige Proteste aus. Auch Engin Yavuzaslan mischte sich lautstark ein und forderte Wensing auf, Rot in Gelb umzuwandeln, was er dann nach Rücksprache mit seinem Assistenten Marc Plümer auch tat. Sparwel sah nur Gelb, durfte also auf dem Feld bleiben. Mario Worms (30.), der die Diskussion interessiert mitverfolgt hatte, blieb ganz cool und verwandelte sicher zum 1:0.

Alexander Wensing berief sich hinterher auf die Regeländerung, die im Sommer 2016 neu eingeführt wurde, um die viel kritisierte Dreifachbestrafung nach einer Notbremse im Strafraum zu lockern. „Grätscht der verteidigende Spieler im Sechzehner offensichtlich nach dem Ball, bringt dadurch aber auch den Gegner zu Fall, gibt es die Gelbe Karte und Strafstoß. Dabei muss das Handeln des Verteidigers offensichtlich dem Ball gelten, schubst er seinen Gegner oder hält ihn am Trikot, gibt es nach wie vor Rot und Strafstoß“, löste Wensing das Rätsel und bekam dafür ein dickes Lob von Yavuzaslan: „Hut ab, dass der Schiri seine eigene Entscheidung revidiert hat.“

Nach dem Seitenwechsel kamen die Coesfelder ein wenig schläfrig aus der Kabine. Zweimal hatten sie das Glück des Tüchtigen, als der Ball zunächst den Querbalken touchierte und wenig später den Pfosten rasierte. Als Mustafa Kaya (50.) frei vor der Bude über die Latte schoss und Hendrik Deitert (55.) aus spitzem Winkel vorbei zielte, hatte Mario Worms, der gegen seinen Ex-Verein besonders motiviert war, die Faxen dicke. „Hey“, schrie er seine Nebenleute an, „wir machen einen Schnitt und spielen nun wieder vernünftig Fußball.“

Gesagt, getan! Lars Ivanusic schlug eine Ecke vor die Stadtlohner Bude. Aleksandar Temelkov (69.), den Engin Yavuzaslan für Hälfte zwei gebracht hatte, stand mutterseelenallein am zweiten Pfosten und erhöhte mühelos auf 2:0.

Aleksandar Temerlkov (72.) legte dem Kollegen Worms das 3:0 auf. Doch Worms zimmerte drüber. Timo Grabowsky (73.), der Strippenzieher im Mittelfeld, schlug einen Traumpass punktgenau in die Schnittstelle zu Temelkov, der beim Zweikampf zu Fall kam. Alexander Wensing ließ weiterspielen, da er in dieser Szene kein Foul erkannt hatte.

Engin Yavuzaslan sorgte eher unbeabsichtigt wieder für Spannung in einer Partie, die bereits entschieden schien. Denn nach einem Pressball mit dem Ex-Holtwicker Mario Thentie kam Niclas Dormayer (73.) in allerbeste Schussposition und überwand den Coesfelder Schnapper Tim Herbstmann, der in diesem Pokalknüller eine tadellose Figur machte.

In der dritten Minute der Nachspielzeit war das SuS-Team endgültig geschlagen. „Super-Mario“, Nachname Worms, erzielte das 3:1.

Nach dem kollektiven Jubel über das Erreichen des Pokal-Viertelfinales, in dem die Coesfelder am 22. November beim A-Kreisligisten Fortuna Gronau (1:0 gegen Sportfreunde Merfeld) ran müssen, zog Engin Yavuzaslan kurz Bilanz. „Die Formkurve muss am Sonntag deutlich nach oben zeigen“, erklärte er und legte den Fokus auf den „Fußball-Schlager“ am zehnten Spieltag, „Vorwärts Epe ist ein bärenstarker Gegner! Das wird wieder ein absolutes Highlight-Spiel. Doch wie ich meine Mannschaft kenne, wird sie Brennen!“ 7 DJK Coesfeld-VBRS - SuS Stadtlohn 3:1; Tore: 1:0 Mario Worms (30., FE), 2:0 Aleksandar Temelkov (69.), 2:1 Niclas Dormeyer (73.), 3:1 Mario Worms (90. + 3)

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