Coesfeld
Nervosität kurz vorm Startschuss

Coesfeld (uh). Großes Gewusel im CoeBad! Sandra Iking und Michael Ernst, die Trainer vom Schwimm-Club Coesfeld (SCC), sind im Stress. Wenige Minuten vorm Start zum 24-Stunden-Marathon geben sie die letzten Anweisungen. Rieke Dreck, eine der Besten aus der SCC-Nachwuchsgarde, verfolgt das Treiben ein wenig traurig. Sie steht mittendrin im Geschehen, ist aber leider nicht dabei. „Ich habe Pfeiffersches Drüsenfieber und darf nicht mitmachen“, bedauert sie ihr Startverbot, „das ist echt schade.“

Freitag, 11.01.2019, 21:56 Uhr aktualisiert: 12.01.2019, 00:20 Uhr
Coesfeld: Nervosität kurz vorm Startschuss
Das SCC-Team kurz vorm Start zum 24-Stunden-Schwimmen im CoeBad: oben von links: Felix Enseling, Felipe Lipaic, Leon Barenbrügge, Marie Dreck; Mitte von links: Christina Mai, Andrej Fadin, Luise Averkamp, Kathrin Lembeck,, Sandra Brüggemann, Mattis Temming, Nadine Deitmer; vorn von links: Helene Lütke-Brintrup, Mira Hayduk, Eva Weddige, Lena Wewers und Rieke Dreck.. Foto: az

Die Jungs und Mädels, mit denen sie sonst regelmäßig ihre Bahnen zieht, haben die Ruhe weg. Nervös? Ach was! „Es ist ja nicht das erste Mal, dass sie hier teilnehmen“, meint Sandra Brüggemann, die auch schon aktiv mitgeschwommen ist, diesmal aber als Trainerin und Betreuerin im Einsatz ist. „Sie kennen alle das Spiel“, weiß Brüggemann, „und wissen genau, was sie erwartet.“ Zweimal rund um die Uhr werden so viele Kilometer gesammelt, wie es eben geht.

Michel Ernst kann eh nichts mehr erschüttern. Er ist ein alter Hase und als Einzelschwimmer Stammgast. Alljährlich zählt er die Kacheln im Becken, für einen Statistiker, der er von Beruf ist, keine schwierige Aufgabe. Ernst ist Titelverteidiger, winkt allerdings sofort als, als er auf seine Siegchancen angesprochen wird. „Keine Chance“, „erklärt er und deutet auf Marco Hetfeld, den Rettungsschwimmer aus Lette, der im Vorjahr bei den Welt- und Europameisterschaften einige Medaillen gesammelt hat, „der Marco ist viel besser als ich.“ Und obendrein viel jünger als „Oldie“ Michael Ernst, der auch schon 55 ist. „Abwarten“, bemerkt Jürgen Bertels aus der Triathlonabteilung von DJK Coesfeld-VBRS, die für diese Ausdauerprüfung verantwortlich zeichnet, „so ein 24-Stunden-Schwimmen ist ganz was anderes.“ Doch Michael Ernst winkt ab. „ Marco kann ich nur schlagen, wenn er vorher absäuft“, erzählt er mit todernster Miene, „und das wird nicht passieren.“ Dazu ist der junge Hettwer zu gut, auch wenn er eine Trainingspause hinter sich hat nach seiner Wettkampf-Tour. „Ich bin trotzdem gut drauf“, sagt er.

Der SCC hat noch zwei heiße Eisen im Feuer, pardon, im Wasser. Kathrin Lembeck ist zum 13. Mal live dabei. Gott sei Dank ist sie nicht abergläubisch. Dass ihr die 13 Pech bringen könnte, glaubt sie eher nicht. „Zum fünften Mal“, erklärt die Kinderkrankenpflegerin, „starte ich im Einzel-Wettbewerb.“ Sie ist erfahren gut, um die Strapazen richtig einzuschätzen. Sie weiß, wann es ratsam ist, eine Schaffenspause einzulegen. „Kathrin hat ein Handicap“, verrät Sandra Brüggemann, „sie ist leicht erkältet.“ Doch befindet sie sich auf dem Weg der Besserung. Marie Dreck, die hoch aufgeschossene SCC-Schwimmerin, kriegt derweil das Flattern. Ob sie nervös sei, wird sie gefragt. „Ein bisschen“, kommt die Antwort blitzschnell zurück, „sonst bin ich immer mit dem Team geschwommen, jetzt für mich allein.“ Wenig später ist es soweit. 15 Uhr knallt der Startschuss. Bahn frei im CoeBad. Heute 15 Uhr ist Schluss. Wetten, dass dann alle müde sind . . .?

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