Coesfeld
DJK-VBRS bald ohne Trainer

Coesfeld. Die Kosten für Trainer und Kader der ersten Mannschaft galoppieren der Fußballabteilung von DJK Coesfeld-VBRS auf und davon. „Der Kassensturz für das Jahr 2018 hat gezeigt, dass Einsparungen nötig sind“, erklärte Gerd Emrich, Abteilungsleiter Fußball, „nach der Hochrechnung für 2019 wären wir ins Defizit gelaufen.“ Da wichtige Einnahmen aus Werbung und Sponsoring zurückgegangen seien, so Emrich, „müssen wir die Ausgaben reduzieren“. Die Frage, die sich die Abteilung stellte, lautete: „Wie kommen wir von den Trainer- und Kaderkosten herunter?“

Freitag, 11.01.2019, 21:56 Uhr aktualisiert: 12.01.2019, 07:06 Uhr
Coesfeld: DJK-VBRS bald ohne Trainer
Eingespieltes Team: Co-Trainer Mario Worms (rechts) hat sich mit Engin Yavuzaslan solidarisch erklärt. Beide werden am Saisonende aufhören. Foto: az

Das vierköpfige Trainerteam spielt da aber nicht mit. Engin Yavuzaslan, Mario Worms, seine rechte Hand auf dem Fußballplatz, „Co“ Andree Dörr und Steffen Warnecke, der sich um die Torleute kümmert, haben gestern Abend, noch vor Beginn der Vorbereitungsphase für die Rückrunde, in gemeinsamer Runde in der Reiningmühle dem Dreigestirn der Fußballabteilung, Gerd Emrich, Johannes Emrich (Teamleiter Senioren) und Thomas Grube (Teamleiter Organisation und Turnierbetrieb), mitgeteilt, dass alle vier am Saisonende aufhören werden. „Sie sehen das Vertrauen als beschädigt an“, berichtete Gerd Emrich.

Mario Worms, der bei den „Blauen“ einst als kleiner Knirps seine Fußballkarriere begonnen hat, kritisierte vor allem „die fehlende Kommunikation gegenüber dem Trainerteam“, er sprach außerdem von „einem massiven Vertrauensverlust“. „Erst wurde Engin Yavuzaslan in einem Vier-Augen-Gespräch am Donnerstag vergangener Woche mitgeteilt, dass sich die Wege im Sommer trennen würden“, so Worms weiter, „ jetzt sollte es auf einmal doch eine Lösung geben.“

Die Spieler haben von der rasanten Entwicklung am Samstagabend in der Kabine erfahren, unmittelbar vorm Turnier um den VR-Bank Westmünsterland-Cup, den sie, ungeachtet der negativen Nachrichten, souverän durch einen 4:0-Finalsieg gegen den A-Ligisten TuS Velen gewonnen hatten.

Seit vier Wochen war hinter den Kulissen intensiv beratschlagt worden, aber ohne Trainerteam. „Auch der Vereinsvorstand hatte seine Unterstützung zugesagt für das Zwei-Jahres-Projekt, das mit der Konsolidierung in der Bezirksliga und nach Möglichkeit dem Aufstieg in die Landesliga gestartet wurde“, bemerkte Gerd Emrich, der mit seinen Kollegen aus dem Fußballausschuss gehofft hatte, „dass sich Trainer und Spieler einbringen würden“.

Gerd Emrich stellte heraus, „dass sich das Projekt bisher hervorragend entwickelt hat“. Er lobte „die enge Verbundenheit des Trainerteams mit der Mannschaft. Lohn ist aktuell der zweite Platz in der Bezirksliga.“ Sparmaßnahmen seien allerdings unausweichlich, gab er zu bedenken. „Wir müssen reagieren, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“, stimmte ihm Bruder Johannes Emrich zu. Die Zusagen, die dem Trainerstab und den Spielern gegeben wurden, werden wir natürlich einhalten“, versicherte Gerd Emrich, „dafür steht der Verein gerade.“ Aber zum Saisonende werden die Trainerverträge aufgelöst, da kein Konsens gefunden wurde. Engin Yavuzaslan wollte sich nicht äußern: „Ich lege von jetzt an den Fokus auf das Training. Mehr gibt es nicht zu sagen.“ | Kommentar

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6313998?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947821%2F
Nachrichten-Ticker