Coesfeld
Punkte verloren, Sympathien gewonnen

Coesfeld. Nach wenigen Sekunden der Enttäuschung machte das Publikum genau das, was sich die Mannschaft verdient hatte: Es applaudierte nicht nur, es feierte den Verlierer – und verteilte so doch noch ein bisschen Lohn an die DJK/VBRS-Handballer, die gestern Abend ein Erfolgserlebnis gegen Tabellenführer SuS Neuenkirchen nur haarscharf verpasst hatten. „Ärgerlich“, kommentierte Sven Holz das 29:30. „Aber mit dem Einsatz der Jungs bin ich sehr zufrieden.“ Und das waren die Fans auch.

Sonntag, 13.01.2019, 19:02 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 09:06 Uhr
Coesfeld: Punkte verloren, Sympathien gewonnen
Zeigte auf der Mittelposition eine starke Leistung und warf fünf Tore: Steffen Böyer. Foto: az

Die Chance, ein schon verloren geglaubtes Spiel noch komplett zu drehen, war plötzlich riesengroß. Nein, die Coesfelder hatten nicht nur soeben mit vier Toren binnen zweieinhalb Minuten einen 25:29-Rückstand ausgeglichen – sie waren 70 Sekunden vor dem Ende sogar auf dem besten Weg, in Führung zu gehen: Felix Dartmann schnappte sich den Ball, setzte den Tempogegenstoß, traf aber nicht ins Netz. Im Gegenzug gelang den Gästen der Siegtreffer. „Überhaupt kein Vorwurf“, betonte Sven Holz mit Blick auf den in diesem Fall unglücklichen Felix. „Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht – und wir haben schon vorher einfach zu viele Chancen vergeben.“

Eine Mega-Aufgabe wird das gegen die Neuenkirchener, die mit elf Siegen aus zwölf Spielen angereist waren, dessen waren sich die DJK'ler schon im Vorfeld bewusst. Und genau so kam es, denn wenn der SuS in der Offensive Tempo aufnahm, gestaltete es sich selbst für die beste Deckung der Bezirksliga kompliziert. So sollte das 6:5 durch Steffen Böyer in der 14. Minute die letzte Führung sein, denn fortan übernahmen die Gäste das Kommando, die über 8:11 (24.) zum 11:15-Pausenstand wegzogen. Schwer taten sich die Coesfelder im Angriff, zumal mit Nino Adler ausgerechnet der Spieler verletzt passen musste, der mit seiner körperlichen Präsenz gegnerische Abwehrreihen vor große Probleme stellen kann. „Sein Ausfall war richtig bitter“, erklärte der Trainer. „Aber Steffen Böyer hat ihn heute sehr gut ersetzt.“

Als die DJK-VBRS kurz nach der Pause mit 11:17 und in der 44. Minute mit 19:23 hinten lag, schien die erste Heimniederlage Form anzunehmen. Aber sie kämpften sich wieder heran auf 21:23 (45.) und 23:25 (50.) – ließen dann aber mehrere gute Möglichkeiten aus. „Es gab Phasen, in denen Neuenkirchen nichts eingefallen ist“, bilanzierte Holz. „Nur dürfen wir gegen so einen Gegner nicht so viele Chancen auslassen.“

Das Drama stand aber noch bevor: die kaum noch für möglich gehaltene Aufholjagd, der umjubelte 29:29-Ausgleich durch Steffen Böyer zwei Minuten vor dem Ende, die Großchance zum Führungstreffer – und dann das 29:30 exakt 30 Sekunden vor Schluss. Der letzte Angriff der DJK-VBRS verpuffte, der Tabellenführer jubelte über den nächsten Sieg. „Dafür musste Neuenkirchen aber richtig hart arbeiten“, spürte Sven Holz nach der ersten Enttäuschung auch eine gute Portion Stolz. „Meine Jungs haben bis zum Schluss daran geglaubt.“ 7 DJK Coesfeld-VBRS – SuS Neuenkirchen 29:30; Niels Heuermann und Kai Michel (im Tor), Tim Püttmann (10), Till Schöttler (7/2), Steffen Böyer (6), Jannick Kloster (3), Frederic Wienecke (1), Andreas Hüppe (1), Felix Dartmann (1), Janes Kloster, Florian Urra, Sebastian Schnute, Kevin Kallus.

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