Coesfeld
Es riecht nach Regionalliga

Coesfeld. Es nimmt Kontur an, das Unternehmen Meisterschaft und Aufstieg. Es riecht nach Regionalliga! „Wir haben das Ziel formuliert, jetzt sind wir auf einem guten Weg“, sagt Philipp Heuermann mit Blick auf die Oberliga-Tabelle. Die weist die Volleyballer der SG Coesfeld 06 nicht nur weiterhin als Tabellenführer aus, sondern lässt auch ein Polster von nunmehr sechs Punkten auf den Verfolger 1. VC Minden leuchten – das Spitzenduell in Ostwestfalen haben die SG’ler mit 3:2 (23:25, 29:27, 13:25, 25:11, 15:7) für sich entschieden und einen weiteren großen Schritt zum Titel gemacht.

Montag, 04.02.2019, 15:43 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 09:02 Uhr
Coesfeld: Es riecht nach Regionalliga
Der Mann des Abends: Thomas Wittkowski (rechts) steigerte sich im Spielverlauf immer mehr und stellte den Gegner mit seinen Angriffsschlägen vor unlösbare Probleme. Foto: Frank Wittenberg

Bevor der Erfolg eingetütet war, musste die Coesfelder aber durch ein Wellental der Gefühle. „Von ganz stark bis schwach war alles dabei“, schüttelt Heuermann, Außenangreifer und Abteilungsleiter in Personalunion, angesichts der Satzverläufe den Kopf. „Teilweise wirkte es, als wäre eine der beiden Mannschaften gar nicht auf dem Feld.“ Zu Beginn der Partie Verfolger gegen Spitzenreiter agierten beide Teams sehr nervös. „Keiner wollte Fehler machen“, urteilt Heuermann. Ein paar mehr davon unterliefen dann doch der SG 06, die nie richtig ins Spiel kam und den ersten Satz knapp, aber verdient mit 23:25 abgeben musste.

Im zweiten Durchgang lief es dann besser, allerdings gelang es den Coesfeldern nie, den Gegner abzuschütteln. Beim 24:24 wurde es richtig eng, und tatsächlich musste die SG 06 zwei Satzbälle abwehren, um den vielleicht vorentscheidenden 0:2-Rückstand abzuwenden – das gelang, mit 29:27 war der Ausgleich geschafft. Der enge Verlauf schien dem Tabellenführer aber zu viel Konzentration gekostet zu haben: „Im dritten Satz haben wir überhaupt nicht stattgefunden“, gibt Philipp Heuermann zu. „Bei Minden klappte alles, bei uns nichts.“ Das 13:25 spricht eine deutliche Sprache.

Umso überraschender kam die völlige Kehrtwende im vierten Durchgang. Diesmal überrollte die SG den Gegner, holte sich diesen Satz deutlich mit 25:11 – „das war mal eine Ansage.“ Und diesmal gelang es den Coesfeldern, die Euphorie mit in den Tiebreak zu nehmen. Beim 15:7 ließen sie nichts anbrennen, gewannen die Partie mit 3:2 und nahmen zwei Punkte mit auf die Heimreise, während Minden nur einen Zähler verbuchen durfte.

Erneut machte sich bezahlt, dass der Kader über mehrere Spieler verfügt, die der Partie ihren Stempel aufdrücken können. „Diesmal war es Thommy Wittkowski“, lobt Heuermann den langen Außenangreifer, der nicht nur im wichtigen zweiten Satz den entscheidenden Block gesetzt hat. „Im Angriff hatte er nachher eine Quote von fast 100 Prozent.“ Seine Bälle waren von den Gastgebern kaum zu verteidigen. Und noch zwei Personalien machten der SG 06 Spaß: Weil Sebastian Förster und Henning Heuermann verhindert waren, agierte Dominik Vieth auf der ungewohnten Liberoposition und machte seine Sache super. Zudem unterstützte Marcel Schiller, der in seinen Semesterferien aus Wien eingeflogen war, das Team.

Jetzt sieht es prima aus im Titelkampf. Nur eine einzige Niederlage steht nach elf Spielen zu Buche – „und mit 29 haben wir jetzt schon so viele Punkte geholt wie in der gesamten vergangenen Saison“, staunt Philipp Heuermann. Sieben Spiele stehen noch aus. Der Vorsprung auf den zweiten Platz, der die Relegation bedeuten würde, beträgt sechs Zähler, auf Rang drei gar zehn. „Es kommen noch richtig schwere Auswärtsspiele“, warnt Heuermann. „Aber die Euphorie ist riesig.“ Iraj Shir Ali und Bernhard Heuermann, die beiden Trainer, werden ihre Jungs auf dem Teppich halten.

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