Coesfeld
Der Dirigent nimmt sich Zeit

Coesfeld. Kurzzeitiger Aktionismus ist nicht sein Ding. Im Gegenteil: Wo Dirk Haverkämper draufsteht, steckt ein Plan drin – und zwar ein langfristiger. „Ich möchte hier etwas aufbauen“, sagt der 49-Jährige. Schritt für Schritt die Mannschaft mit Spielerinnen aus dem eigenen Talentschuppen verjüngen. Behutsam, nicht überstürzt. „Das braucht Zeit“, betont er. Die nimmt er sich als Trainer der DJK/VBRS-Handballerinnen auch in der kommenden Saison.

Dienstag, 05.02.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 09:10 Uhr
Coesfeld: Der Dirigent nimmt sich Zeit
Er gibt den Takt an: Dirk Haverkämper wird auch in der kommenden Saison für die DJK/VBRS-Damen verantwortlich sein. Foto: Rike Wittenberg

Dirk Haverkämper bleibt an Bord. Und wenn Thomas Bücking ehrlich ist, hat er auch nichts anderes erwartet. „Wir arbeiten schon so lange zusammen und kennen uns hervorragend“, lächelt der Abteilungsleiter der DJK/VBRS-Handballer. Ein kompliziertes Gespräch war es folglich nicht, eher der beiderseitige Wunsch, die Entwicklung gemeinsam fortzusetzen. „Wir haben aktuell eine sehr gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen“, erklärt Bücking. Der Nachwuchs drängt ins Verbandsliga-Team – „darüber sind wir sehr froh.“

Genau diesen Weg will Dirk Haverkämper auch in seiner dritten Saison weiterverfolgen. Lea-Sophie Schneider hat sich bereits fest etabliert. Mit Maike Dieker und Torfrau Jule Bömer mischen zwei Spielerinnen aus der weiblichen A-Jugend schon regelmäßig bei den Verbandsliga-Damen mit und übernehmen Verantwortung – beim 35:27-Sieg gegen den PSV Recklinghausen II am Samstag verwandelte Maike Dieker eiskalt alle drei Siebenmeter und warf obendrein noch zwei Tore. „Es gibt noch weitere Kandidatinnen in der A-Jugend, die das Zeug haben“, weiß Haverkämper. Aber er wird nichts überstürzen. Er will den jungen Talenten die Zeit geben, die sie benötigen.

Entsprechend wichtig ist für den Lehrer für Sport, Erdkunde und Musik am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Stadtlohn die Tatsache, dass auch in der kommenden Saison das Gerüst der Mannschaft erhalten bleibt und er auch unter anderem weiterhin auf so erfahrene Spielerinnen wie Steffi Lappe und Christel Daldrup zählen kann. Sie sind wertvolle Stützen der jungen Spielerinnen und tragen maßgeblich dazu bei, dass die Entwicklung tatsächlich in Ruhe erfolgen kann. Auch in der aktuellen Spielzeit, in der die DJK/VBRS-Damen mittlerweile wieder Kontakt zur Spitzengruppe aufgenommen haben. Natürlich hängt ihnen der schlechte Saisonstart noch nach, als im Herbst 1:7 und 3:9 Punkte zu Buche standen. Seitdem aber sind die Coesfelderinnen ungeschlagen, haben eine feine Serie von 13:1 Zählern hingelegt und die Fans begeistert. „Wir haben gezeigt, was möglich ist“, lächelt der Trainer.

Wohin die Reise in dieser Saison noch gehen kann? Auch da bleibt Dirk Haverkämper sich treu: abwarten und die Ruhe bewahren. „Wir sind nicht so vermessen, dass wir jetzt vom Aufstieg träumen“, betont er. Eine frühzeitige Rückkehr in die Oberliga, in der die DJK/VBRS-Damen elf Jahre lang mitgemischt haben, könnte im laufenden Umbruch auch zu früh kommen. Denn der Sprung ist beträchtlich, wie der jüngste Aufsteiger ETSV Witten feststellen muss. „Mit denen waren wir in der vergangenen Saison fast auf Augenhöhe, die waren einen Tick besser“, sagt Haverkämper. In der Oberliga hat der ETSV aber in 13 Spielen erst drei Punkte eingefahren.

Nein, die DJK-VBRS fährt gut damit, sich im oberen Bereich der Verbandsliga zu tummeln, die Entwicklung maßvoll voranzutreiben und Nadelstiche gegen die Titelanwärter zu setzen. So wie zuletzt mit dem Remis in Wettringen – und die Vorfreude auf den nächsten Klassiker bei Westfalia Kinderhaus am Samstag (9. 2.) könnte größer kaum sein.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6372956?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947821%2F
Nachrichten-Ticker