Coesfeld
Mit einem Donnerschlag zum Titelgewinn

Coesfeld. Der Matchball und der ausgelassene Jubel waren draußen begleitet von heftigem Hagel und Donner – wie ein passender Paukenschlag zum größten Erfolg, den die Coesfelder Volleyball-Szene je erlebt hat: Aufstieg in die Regionalliga! „In der Bezirksliga haben wir mit dieser Mannschaft begonnen“, zeigte sich selbst ein alter Hase wie Bernhard Heuermann schwer beeindruckt von diesem außergewöhnlichen Erfolgsweg. „Wir haben uns kontinuierlich gesteigert.“ Und mit dem deutlichen 3:0-Auswärtssieg beim TSC Gievenbeck II hat die SG Coesfeld 06 den bislang größten Triumph perfekt gemacht – der Startschuss zum Partyalarm.

Sonntag, 10.03.2019, 19:03 Uhr aktualisiert: 10.03.2019, 19:56 Uhr
Coesfeld: Mit einem Donnerschlag zum Titelgewinn
Ein Prosit auf den Oberliga-Meister 2019, die Volleyballer der SG Coesfeld 06: (oben von links) Dominik Vieth, Henri Lammerding, Philipp Heuermann, dahinter Thomas Wittkowski, Sebastian Förster, Trainer Iraj Shir Ali, Bernhard Heuermann; unten von links: Sven Schmitz, Fabian Röttgering, Henning Heuermann; es fehlt Jens Kollenberg. Foto: az

Der zweite Anlauf saß, und das so souverän, wie nahezu die gesamte Saison verlaufen war. „Diesmal waren wir deutlich besser als vor einer Woche in Essen“, sah sich Iraj Shir Ali bestätigt in der Annahme, mit dem 0:3 im ersten Matchballspiel nur einen Ausrutscher erlebt zu haben. Erneut waren etliche Fans mit den SG-Volleyballern auf die Reise gegangen, und diesmal sahen sie ein ganz anderes Gesicht ihrer Helden. „Wir haben viel gesprochen, damit die Jungs den Kopf frei bekommen“, erklärte der Trainer. Einfach rausgehen und spielen wie immer, nicht nur den möglichen Aufstieg vor Augen haben – diesmal hat es funktioniert.

Dabei hatte auch ein wackliger Start keine Auswirkungen, bei dem die Coesfelder zwar 3:0 führten, dann aber mit 5:7 und 10:13 ins Hintertreffen gerieten. „Im ersten Satz ist es immer etwas schwierig“, zeigte Iraj Shir Ali Verständnis. Er zog eine Auszeit, brachte sein Personal gemeinsam mit Bernhard Heuermann auf Kurs. Und siehe da: Plötzlich drehte die SG 06 die Partie, nicht zuletzt durch mehrere präzise Bälle, die Außenangreifer Philipp Heuermann ins TSC-Feld donnerte. „Heute war ich mit meiner Leistung mehr zufrieden als in Essen“, lächelte er. „Überhaupt waren wir heute viel schwerer auszurechnen.“ Weil auch der Block immer wieder für Punkte sorgte, gelang beim 17:17 erstmals wieder der Ausgleich – und kurz darauf verwandelte Sebastian Förster den ersten Satzball zum 25:21.

Damit schien die letzte Nervosität abgeschüttelt. Beim 3:4 im zweiten Durchgang lag die SG letztmals hinten, dann bescherten sechs Punkte in Folge eine 9:4-Führung. „Die Jungs waren wach und in allen Situationen besser“, lobte Iraj Shir Ali sein Personal, das über 15:10 und 21:15 das 25:18 und damit die 2:0-Führung einfuhr.

Folglich fehlte nur noch ein einziger Satzgewinn. Und während die Fans vor jedem Ballwechsel die Punkte herunter zählten, die noch zum Meistertitel fehlten, machte der Tabellenführer zu Beginn eindrucksvoll deutlich, nun wirklich nichts mehr zulassen zu wollen. 10:2 hieß es nach kurzer Zeit, dann aber nur noch 15:12 – „das darf uns eigentlich nicht passieren, den Gegner wieder auf drei Punkte herankommen zu lassen“, zeigte sich Philipp Heuermann selbstkritisch. Aber die Reaktion kam zur richtigen Zeit: Als nach nicht einmal 80 Minuten Spielzeit eine Angabe des TSC im Netz landete, war der zweite Matchball zum 25:16 verwandelt – und der Aufstieg perfekt!

Während seine Jungs hüpfenderweise ausgelassen den Titel feierten, verspürte Bernhard Heuermann eine gehörige Portion Stolz. Seit 1971 ist er dem Coesfelder Volleyball verbunden, seit 1980 auch als Trainer, jetzt darf er sich darauf freuen, künftig einen Regionalligisten aufschlagen zu sehen. „Das ist auch ein Verdienst der tollen Kameradschaft“, lächelte er mit Blick auf die Feierbiester. „So muss das bleiben!“

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