Coesfeld
Toller Auftritt mit dramatischem Schlussakkord

Coesfeld (fw). Der Sieg gegen den Spitzenreiter hing plötzlich am seidenen Faden. Natürlich kann man dem Gegner zehn Sekunden vor dem Ende noch einmal den Ball schenken, um die Spannung auf den Höhepunkt und den Trainer in Sorge um sein ohnehin schon leicht ergrautes Haupthaar zu treiben – muss aber nicht. „Da haben wir sie noch einmal schnuppern lassen“, erlebte Dirk Haverkämper ungewollt einen dramatischen Schlussakkord, der jedoch in ausgelassenem Jubel endete: Die Handballerinnen der DJK Coesfeld-VBRS haben tatsächlich auch den Tabellenführer TuRa Halden-Herbeck mit 29:28 bezwungen.

Sonntag, 10.03.2019, 19:53 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 09:12 Uhr
Coesfeld: Toller Auftritt mit dramatischem Schlussakkord
Magda Hemker fegt durch die Deckung der TuRa Halden-Herbeck: Auch dem Spitzenreiter gelang es nicht, den guten Lauf der DJK/VBRS-Damen aufzuhalten. Foto: Frank Wittenberg

Und danach sah es Mitte der ersten Halbzeit beim besten Willen nicht aus. Denn die Coesfelderinnen fanden nicht gut ins Spiel, leisteten sich zu viele Ballverluste. „Wir waren extrem nervös“, stellte der Trainer fest. „Halden-Herbeck hat das super ausgenutzt und uns förmlich überrannt.“ Als die Gäste in der 22. Minute zum 7:12 trafen, schien das Unheil seinen Lauf zu nehmen und der Favorit einem Auswärtssieg schon nahe.

Was dann aber passierte, gehörte in die Kategorie Handball-Feinkost. Denn plötzlich bissen sich die Gäste an der DJK-Abwehr die Zähne aus. „Wir haben die Deckung umgestellt, das hat super funktioniert“, sah Haverkämper sein taktisches Mittel fruchten. Und wie: Jetzt nutzen die Coesfelderinnen die Ballgewinne, um reihenweise Gegenstöße zu laufen. Sieben Treffer auf einen Streich gegen den Titelanwärter, und schon hatten sie aus dem klaren Rückstand eine 14:12-Pausenführung gezaubert.

Und die wollten sie im zweiten Durchgang nicht mehr aus der Hand geben. Was die SG TuRa, die zuvor sieben Spiele in Folge gewonnen hatte, auch probierte, Magda Hemker und Co. hatten die passende Antwort parat. Und sie hätten es sogar frühzeitig entscheiden können, denn die 21:17-Führung in der 43. Minute fiel eher zu niedrig aus. Die Chancen lagen auf der Hand, aber zu viele leichte Fehler verhinderten einen möglichen höheren Vorsprung.

So blieb es spannend. Und diese Spannung schlug am Ende sogar in Dramatik um. Denn nach dem 28:25 durch Britta Reckers bot sich fünf Minuten vor dem Ende gleich zwei Mal die Chance, auf vier Treffer zu erhöhen – das gelang nicht, dafür verkürzte Halden-Herbeck auf 28:27 und 29:28. Steffi Lappe verpasste 55 Sekunden vor dem Ende die Entscheidung, aber die DJK-VBRS kam wieder in Ballbesitz. 20 Sekunden herunterspielen nach einer Auszeit? Zu unspektakulär. Noch einmal schenkten die Coesfelderinnen den Ball her, hielten aber beim letzten Angriff dagegen. Den Freiwurf von Sabrina Richter nach der Schlusssirene wehrte Maike Kreikenberg ab – geschafft! „Tolles Spiel, tolles Publikum“, atmete Dirk Haverkämper durch. „Wir können auch den Tabellenführer schlagen!“ 7 DJK Coesfeld-VBRS – TuRa Halden-Herbeck 29:28; Maike Kreikenberg (im Tor), Magda Hemker (8/5), Britta Reckers (6), Steffi Lappe (5), Christel Daldrup (3), Elisa Backeshoff (3), Lea Hemker (2), Christin Wienecke (1), Lea-Sophie Schneider (1), Franziska Wilde, Juliana Hüls, Kerstin Böing.

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