Coesfeld
Spektakuläre Torgala mit Knallbonbon

Coesfeld. Weil der Spielverlauf wahrhaftig nicht für einen Samstagabend-Krimi taugte, fühlte sich Steffi Lappe bewogen, in letzter Sekunde noch einen echten Knallbonbon auszupacken. Nach dem Ballgewinn in der eigenen Abwehr blieb keine Zeit mehr auf der Uhr, um einen Tempogegenstoß zu starten. Also hielt sie aus 35 Metern einfach mal drauf, über die Torhüterin hinweg, Unterkante Latte – drin! Das Prädikat „Tor des Tages“ hatte sie sich damit redlich verdient. Dabei standen dafür satte 48 (!) zur Auswahl, denn so oft knipsten die DJK/VBRS-Damen beim 48:22 gegen die HSG Hohenlimburg – ein beinahe unfassbarer Kantersieg, der das Team auf Platz zwei der Verbandsliga katapultiert.

Sonntag, 07.04.2019, 19:06 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 09:08 Uhr
Coesfeld: Spektakuläre Torgala mit Knallbonbon
Selbst von zwei Spielerinnen der HSG Hohenlimburg nicht aufzuhalten: DJK/VBRS-Kreisläuferin Kerstin Böing (rechts) erzielt einen ihrer insgesamt vier Treffer beim 48:22-Kantersieg. Foto: Frank Wittenberg

Selbst die Erfahrensten mussten passen. „Das habe ich im Seniorenbereich noch nie erlebt“, staunte Christin „Gitte“ Wienecke nach dem vorletzten Heimspiel ihrer langen Karriere. Auch der Trainer durfte eine Premiere in sein Erfahrungsbuch schreiben. „48 Tore, das hatte ich als Trainer noch nicht“, staunte Dirk Haverkämper. 48 Tore gegen einen zugegeben ersatzgeschwächt angereisten Gegner aus Hagen – aber was die Coesfelderinnen da über 60 Minuten aufs Parkett zauberten, war schlicht große Klasse. „Schöne Tore, tolle Aktionen“, lächelte Haverkämper. „Wir sind zurzeit richtig gut, das ist schön anzusehen.“

Schon beim 1:1 waren die Gäste zum letzten Mal gleichauf, dann zogen die DJK-Damen über 4:1 (5.) auf 10:5 (16.) weg. Danach zerlegten sie den Gegner nach allen Regeln der Kunst: Für den 10:1-Lauf vom 12:7 auf 22:8 benötigten sie gerade einmal sieben Minuten. „Der Express lief“, lobte der Trainer sein Personal. Die Gäste aus Hohenlimburg wehrten sich kaum. „Es zermürbt eine Mannschaft, wenn sie den Ball verliert und es hinten sofort scheppert“, spielte er auf das hohe Tempo im Umschaltspiel an.

Nach dem 24:10 zur Pause mussten sie gewiss nicht bis zum Anschlag gehen, um den Vorsprung kontinuierlich auszubauen. Dennoch blieben der Spaßfaktor hoch und die Tore schön, so wie das 31:15 durch Lea-Sophie Schneider trotz doppelter Unterzahl. Beim 37:17 durch Franziska Wilde (49.) betrug die Führung satte 20 Treffer, das 40:18 durch Christel Daldrup (52.) sicherte dem Team eine Kiste Freigetränke, spendiert vom Trainer. Der wechselte munter durch und sah dennoch Tore ohne Ende. „Es gab keinen Bruch, alle haben es super gemacht“, betonte Haverkämper und richtete ein Lob an die zweite Torfrau Steffi Gevers, die in der Schlussphase mehrere Bälle abwehrte. Die letzten Minuten gerieten zum Schaulaufen von Christel Daldrup, die insgesamt elf Treffer warf, obwohl sie sich die Spielzeit mit Lea-Sophie Schneider teilte. „Christel hat ein super Timing bei den Gegenstößen“, erklärte der Trainer. „Sie bekommt aber auch tolle Anspiele.“

Und dann war da noch besagter Schlusspunkt zum 48:22, auch wenn die Schiris 48:24 in den Spielbericht eingetragen haben. Steffi Lappe packte den 35-Meter-Wurf aus, bezwang damit die HSG-Torhüterin und staunte nicht schlecht. „Warum hat die den nicht gehalten?“, zeigte sie sich verwundert über diesen Kracher. Vielleicht, weil er einfach so gut geworfen war. 7 DJK Coesfeld-VBRS – HSG Hohenlimburg 48:22; Maike Kreikenberg und Steffi Gevers (im Tor), Christel Daldrup (11), Magda Hemker (10/4), Steffi Lappe (5), Kerstin Böing (4), Lea-Sophie Schneider (3), Lea Hemker (3), Britta Reckers (3), Franziska Wilde (3), Christin Wienecke (1), Maike Dieker.

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