Coesfeld
Beste Bewerbung um ein Denkmal

Coesfeld. Wenn es nach Engin Yavuzaslan geht, dürfte in Kürze eine Baukolonne im Sportzentrum West anrollen. Errichtet werden sollte dann kein weiteres Power-House, sondern ein Kunstwerk als Hommage an die Kicker, die Woche für Woche alle Nackenschläge locker wegstecken und erstaunliche Top-Leistungen abrufen. „Diese Jungs haben ein Denkmal verdient“, versichert der Spielertrainer der DJK Coesfeld-VBRS, für den das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg immer greifbarer wird. „Mehr Werbung für den Verein geht gar nicht.“

Montag, 15.04.2019, 18:25 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 13:26 Uhr
Coesfeld: Beste Bewerbung um ein Denkmal
Der Schnapper in der Abteilung Attacke: Wegen der Personalnot kam Tim Herbstmann (rechts) in der Schlussphase im Sturm zum Einsatz. Foto: az

Sie wollen Geschichte schreiben und haben ihrer Erfolgsstory mit dem überzeugenden 4:0-Heimsieg gegen Vorwärts Epe ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Ein paar wackelige Momente gab es in der ersten Halbzeit, keine Frage, aber unter dem Strich blieb der Tabellendritte ohne Chance. „Gefühlt hätten wir noch drei Wochen spielen können und wären ohne Gegentor geblieben“, ist Yavuzaslan stolz auf seine Mannschaft, die über weite Strecken defensiv sehr konzentriert arbeitete und dahinter mit Marvin Langer über einen starken Schnapper verfügte.

Umso höher ist der Sieg zu bewerten, weil die Eintrachtler erneut das allerletzte Aufgebot aufs Feld schicken mussten. Nach einer halben Stunde durfte Co-Trainer Andree Dörr ran, weil Engin Yavuzaslan nach einem Zweikampf mit Oberschenkel-Problemen das Feld räumen musste. „Keine Ahnung, was das ist“, zuckte der 38-Jährige mit den Schultern. „Ich habe noch nie eine Muskelverletzung gehabt.“ Die Diagnose kam gestern: Muskelfaserriss, Ausfallzeit vermutlich vier bis sechs Wochen. Später kamen noch Lucca Rensing für Philip Luca Schink und in der 84. Minute Tim Herbstmann für den „Capitano“ Lars Ivanusic – dabei ist Herbstmann ja eigentlich Schnapper. „Ich musste ihm kurz erklären, dass er den Ball ins Tor schießen und nicht abwehren muss“, grinste Yavuzaslan. „Das hat er aber sofort verstanden.“

All diese Probleme, verschärft durch die Verletzungen von Bastian Domeier und Dominic Steiner sowie die vorläufige Sperre für Marius Borgert, stecken sie immer wieder weg. „Natürlich sind wir jetzt froh über die Osterpause“, betont der Trainer. „So kann jeder mal zwei Wochen regenerieren.“ Und danach geht es in den Saisonendspurt mit noch fünf Meisterschaftsspielen und dem Pokalfinale am Donnerstag (30. 5.) gegen den FC Vreden als Krönung. Der große Showdown um den Titel wird wohl am vorletzten Spieltag steigen, wenn die DJK-VBRS beim Verfolger RW Deuten zu Gast ist. Auf das Spiel freuen sie sich, das haben sie sich verdient. „Wenn die Konstellation so wie jetzt ist, wollen wir es da entscheiden“, blickt der Trainer voraus. Und dann wollen sie sich nicht so blauäugig anstellen wie in der Hinrunde, als sie gegen die Deutener 0:2 verloren haben.

Eine Sache gibt es dann doch, die Yavuzaslan wurmt, denn der Zuschauerzuspruch steht sicherlich nicht in Relation zu den starken Auftritten der DJK-VBRS. 50 Gäste hat Schiri Sven Wensing nach der Partie gegen Vorwärts Epe vermerkt – ein paar mehr mögen es gewesen sein, aber bei weitem nicht das, was ein Bezirksliga-Spitzenspiel aufbieten sollte. „Verstehe ich nicht“, schüttelt der Trainer den Kopf. „Muss da erst Real Madrid oder FC Barcelona kommen?“ Diese Mannschaft hätte im Saisonendspurt mit allen Chancen auf das Double deutlich mehr Unterstützung verdient: „Wir leben gerade unseren Traum, das ist die Wirklichkeit!“

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