Coesfeld
Als Eissäule auf dem Rennrad

Coesfeld. Ein Titel jagt den nächsten. Josef Osterkamp, der ausdauernde Coesfelder, ist nicht zu stoppen. Auch mit 80 Jahren sitzt er noch im Sattel seiner Rennmaschine und läuft mehrmals die Woche seine Kilometer. In Alsdorf, in der Nähe von Aachen gelegen, wurde „der Jupp“, wie ihn seine Klubkollegen von DJK Coesfeld-VBRS rufen, einmal mehr Deutscher Duathlon-Meister in seiner Altersklasse M 80.

Freitag, 26.04.2019, 07:44 Uhr
Coesfeld: Als Eissäule auf dem Rennrad
Josef Osterkamp Foto: az

Duathlon ist eine Disziplin aus Laufen und Radfahren. In Alsdorf wurde erst 10 km gerannt, dann folgte der Radkurs über 60 km, und zum Abschluss mussten die insgesamt 350 Teilnehmer eine weitere Laufrunde über 10 km bewältigen.

Ein strammes Programm. Oder? „Normalerweise ist das halb so wild“, sagt Josef Osterkamp, „doch morgens in aller Frühe war es rattenkalt.“ Bei einer Außentemperatur von minus ein Grad ist er auf dem Rad fast eingefroren. „Ich bin erstarrt zur Eissäule“, erzählt er, „obwohl ich unterwegs zwei Paar Handschuhe übereinander getragen habe.“ Als Osterkamp in die Wechselzone kam, hatte er kein Gefühl mehr in den Fingern.

Mit seinen „Eisflossen (Originalton Josef Osterkamp) bekam er Helm und Radschuhe allein nicht ausgezogen. „Ein Zuschauer hat mir dabei geholfen“, berichtet Osterkamp, „obwohl das laut Reglement eigentlich nicht erlaubt ist.“ Doch aufgrund der außergewöhnlichen Bedingungen drückten die Kampfrichter beide Augen zu.

Josef Osterkamp musste dann noch 10 km laufen, was ihm sehr schwergefallen ist. „Ich wollte die Strecke in 65 Minuten absolvieren, was ich auch drauf habe.“ Denn im Training lief es prima. Doch im Wettkampf kommt es ertens anders, zweitens als man denkt. „Schließlich wurden es 80 Minuten“, berichtet er. Egal. Es hat gereicht für den Sieg in der Kategorie der über 80-Jährigen.

Der pensionierte Lokführer, der als ehemaliger Eisenbahner per Zug angereist war, freute sich über den Titelgewinn. „Das war aber hart, verdammt hart“, erinnert er sich das kühle Wetter, das ihm überhaupt nicht in die Karten gespielt hat, „wenn’s sooo kalt ist, das find’ ich gar nicht gut.“

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