Coesfeld
Erst fehlt die Kirsche – jetzt folgt Relegation

Coesfeld. Dieses i-Tüpfelchen, diese Kirsche auf der Sahnetorte, es wollte einfach nicht gelingen. Nicht einmal zwölf Sekunden vor dem Ende, als Christin Wienecke frei vor der Torhüterin auftauchte, die aber noch die Finger an den Ball bekam und die trudelnde Kugel wegwischte – wohl hinter der Linie, was die Schiris aus der Distanz aber nicht erkennen konnten. „Schade, aber kein Beinbruch“, zuckte „Gitte“ mit den Schultern, die in ihrem vermeintlich letzten Spiel nach 20 Jahren in der ersten Mannschaft der DJK/VBRS-Handballerinnen ohne eigenen Treffer blieb. Seit gestern Abend ist aber klar: Es gibt zwei Spiele Nachschlag! Nach dem 28:22 gegen Lüner SV spielen die Coesfelderinnen als Vizemeister voraussichtlich an den nächsten beiden Wochenenden eine Relegation um den Oberliga-Aufstieg gegen LIT Tribe Germania.

Montag, 13.05.2019, 13:26 Uhr
Coesfeld: Erst fehlt die Kirsche – jetzt folgt Relegation
Foto: az

Der Auftritt auf dem Parkett wirkte wie die Invasion der „Gelbstrümpfe“, die den scheidenden Spielerinnen verpasst worden waren. „Sie sollten auffallen“, lächelte Steffi Lappe. „Das sieht doch hübsch aus.“ Eben ein leuchtendes Beispiel dafür, dass neben „Gitte“ Wienecke auch Kerstin Böing, Elisa Backeshoff, Franziska Wilde und Steffi Gevers ihr vermeintlich letztes Spiel für die DJK-VBRS bestritten.

Das erledigten sie über weite Strecken eindrucksvoll. „Phasenweise haben wir richtig gut und mit viel Tempo gespielt“, sah Dirk Haverkämper eine deutliche Steigerung gegenüber der Niederlage in Brambauer. Und das gegen einen Gegner, der ebenfalls zu überzeugen wusste. „Die haben mit ihrem Tempo ebenfalls immer wieder Nadelstiche gesetzt“, lobte er den Sechsten.

Dennoch hatten seine Spielerinnen nach einem etwas schleppenden Anfang alles im Griff, weil es ab der zwölften Minute im Angriff besser lief und Torhüterin Maike Kreikenberg immer wieder Versuche der Gäste entschärfte. Über 5:3 (12.) und 10:5 (17.) setzten sich die Coesfelderinnen ab und sorgten in der letzten Minute der ersten Halbzeit mit zwei Treffern in Unterzahl für einen verdienten und beruhigenden 17:11-Vorsprung.

Die Konzentration blieb im weiteren Verlauf nicht immer im oberen Bereich – begründet darin, dass Haverkämper munter durchwechselte und die Spielerinnen teilweise versuchten, ihre scheidenden Kolleginnen in Szene zu setzen. „Wir waren teilweise zu nachlässig und haben Lünen damit im Spiel gelassen“, stellte der Trainer fest. Dennoch brannte nichts an, denn näher als beim 22:18 (41.) kamen die Gäste nicht mehr heran. Über 25:19 (48.) und 28:21 (56.) gelang der souveräne 28:22-Sieg – eigentlich ja 29:22, aber Christin Wienecke blieb der verdiente und vom Publikum so ersehnte Treffer verwehrt. Kein Grund zur Traurigkeit. „Es geht ja nicht darum, selbst Tore zu machen, es geht um die Mannschaft“, betonte Dirk Haverkämper. „Genau das hat Gitte über all die Jahre immer ausgezeichnet.“ Und Platz zwei in der Endabrechnung der Verbandsliga, was auch immer die Relegation ergibt, das verdient schon jetzt den höchsten Respekt. 7 DJK Coesfeld-VBRS – Lüner SV 28:22; Maike Kreikenberg und Steffi Gevers (im Tor), Magda Hemker (6), Franziska Wilde (5), Kerstin Böing (4), Christel Daldrup (3), Steffi Lappe (3), Lea Hemker (3), Lea-Sophie Schneider (2), Maike Dieker (1), Britta Reckers (1), Elisa Backeshoff, Christin Wienecke, Juliana Hüls.

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