Coesfeld
Unbekümmert in den Titelkampf

Billerbeck. Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren war er im wahrsten Sinne hautnah dabei und saß als Assistenztrainer neben Steffi Jones auf der Bank der Nationalmannschaft. Wenn die deutschen Frauen am morgigen Samstag in Frankreich mit der Partie gegen China in das Unternehmen Weltmeisterschaft starten, wird Markus Högner das nur aus der Ferne beobachten, aber nicht weniger mitfiebern. „Ich glaube, dass die Mannschaft sehr weit kommen kann“, sagt der Billerbecker, der ab dem Sommer wieder als Cheftrainer zum Frauen-Bundesligisten SGS Essen zurückkehrt. „Die Unbekümmertheit kann ein wichtiger Faktor sein.“

Freitag, 07.06.2019, 10:35 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 10:50 Uhr
Coesfeld: Unbekümmert in den Titelkampf
Markus Högner, ehemaliger Co-Trainer der Frauen-Nationalmannschaft, traut dem Team bei der WM in Frankreich eine gute Rolle zu. Foto: Archiv

Von Sommer 2016 bis März 2018 war Högner als Co-Trainer bei den deutschen Frauen tätig. Mittlerweile hat Martina Voss-Tecklenburg das Sagen. „Das neue Trainerteam macht es sehr gut“, lobt der 52-Jährige den Umbruch, bei dem etliche junge Spielerinnen die Chance bekommen, sich zu bewähren. „Die Mischung stimmt, denn trotz der Neulinge steht noch viel Erfahrung auf dem Platz“, betont er. Den ganz großen Druck sieht er diesmal nicht auf den Schultern der deutschen Spielerinnen lasten. „USA, Niederlande, Frankreich“, nennt er die größten Konkurrenten. „Unsere Mannschaft wird da eine gute Rolle spielen.“

Möglichst viele Spiele will Markus Högner sehen. Dabei wird er sich allerdings auf das TV-Erlebnis beschränken müssen, denn er steckt mitten in den Vorbereitungen auf seine neue Aufgabe: Bereits am 24. Juni startet er mit der SGS Essen in die Vorbereitung auf die neue Saison – bei dem Verein, für den er schon von 2010 bis 2016 tätig war, ehe er als Co-Trainer bei der Nationalmannschaft und beim VfL Wolfsburg gearbeitet hat. Eine Art Heimkehr, eine Herzensangelegenheit. „Ich kenne die Abläufe, ich fühle mich wohl in Essen“, lächelt der 52-Jährige, der dort auch wieder auf die Osterwickerin Ina Lehmann treffen wird. Zudem sei es auch eine Entscheidung für die Familie gewesen: „Von Billerbeck aus kann ich gut nach Essen fahren.“

Auf einige Spielerinnen wird er zum Trainingsauftakt noch verzichten müssen. Neben Linda Dallmann, die im Sommer zum FC Bayern München wechselt, stehen auch Martina Hegering, Turid Knaack, Lena Oberdorf und Lea Schüller im WM-Kader der DFB-Auswahl, die in der Vorrunde morgen (15 Uhr) in Rennes auf China, am Mittwoch (12. 6, 18 Uhr) in Valenciennes auf Spanien und am Montag (17. 6, 18 Uhr) in Montpellier auf Südafrika treffen wird. „Wir stellen damit nach den Bayern die meisten Spielerinnen ab“, zeigt sich Markus Högner stolz – ein Beleg für die über Jahre kontinuierliche Entwicklung in Essen.

Die will der Billerbecker in den kommenden Jahren als verantwortlicher Trainer fortsetzen, auch wenn ein Umbruch bevorstehe, bei dem eine Reihe von jungen Spielerinnen eingebaut werden soll. „Darauf freue ich mich“, versichert Högner. „Das ist genau mein Ding.“

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