Coesfeld
Hitze kocht Ironmänner weich

Coesfeld. „Das war sportlich der schlimmste Tag in meinem Leben“, gab Martin Lensing nach seinem Finish beim Ironman in Frankfurt zu. Dem konnte Michael Lübke nur beipflichten: „Ich bin körperlich so fertig wie noch nie in meinem Leben nach einem Sportwettkampf.“ Die Hitze forderte ihren Tribut und verhinderte bessere Leistungen.

Freitag, 05.07.2019, 19:15 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 19:20 Uhr
Coesfeld: Hitze kocht Ironmänner weich
Da lief es noch besser: Martin Lensing auf einer schnellen Radpassage kurz vor Rodheim. Beim abschließenden Marathon plagte er sich mit Krämpfen herum. Foto: az

Beide Triathleten der DJK Coesfeld-VBRS hatten sich für die 18. Auflage des Ironman (Langdistanz-Triathlon) viel vorgenommen und waren bereits zwei Tage früher nach Frankfurt gereist. Bei der Wettkampfbesprechung erfuhren die Coesfelder, dass die über 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke im Langener Waldsee, der rund 15 Kilometer außerhalb von Frankfurt liegt, aufgrund der bereits sehr hohen Wassertemperatur wohl ohne Neoprenanzug zu absolvieren sein wird. Der Radkurs musste aufgrund von Baustellen leicht geändert werden, so dass in diesem Jahr nicht 180, sondern 185 Kilometer mit rund 1450 Höhenmetern über zwei Runden in der Landschaft der Wetterau zu absolvieren waren. Aufgrund der Wettervorhersagen für den Wettkampftag mit Temperaturprognosen um die 39 Grad rief dies bei den Athleten keine Begeisterungsstürme aus. Dafür wurde aber ein Teil der 42,2 Kilometer langen Laufstrecke in einen sonnengeschützten Bereich verlegt, so dass von den vier zu absolvierenden Laufrunden am Main entlang zusätzlich rund 700 Meter pro Runde im Schatten gelaufen werden konnten. Die Hoffnung der Athleten, dass die Wettkampfstrecke aufgrund der erwarteten hohen Temperaturen verkürzt wird, wurde bei der Wettkampfbesprechung im Keim erstickt.

Morgens um 3.30 Uhr klingelte der Wecker, anschließend Frühstück und danach zum Shuttle-Bus zum Start ab 6.40 Uhr. Martin Lensing und Michael Lübke absolvierten bei noch angenehmen Temperaturen die 3,8 km lange Schwimmstrecke, die Martin Lensing, der deutlich schnellere Schwimmer, in 1:00:46 Stunden und Michael Lübke in 1:33:00 Stunden absolvierte. Dann wurde der Radparcours in Angriff genommen. Hier zeichneten sich bereits nach kurzer Zeit hohe Temperaturen ab. Martin Lensing ging daher den Rad-Split mit angezogener Handbremse an und beendete die 185 Kilometer in 5:19:30 Stunden. Michael Lübke versuchte, um verlorene Zeit beim Schwimmen wettzumachen, in der ersten Radrunde zu viel und verbrannte zu viele Körner. Das sollte sich rächen: Er beendete den Rad-Split in 5:57:08 Stunden.

Die mittlerweile auf 39 Grad angestiegene Lufttemperatur schlug dann auch bei Martin Lensing unbarmherzig zu, der ab Kilometer 20 mit Krämpfen zu kämpfen hatte und die restliche Distanz fast nur noch im Gehen zurücklegen konnte. Michael Lübke, der im Wechselzelt gegen ernsthafte Aufgabeabsichten kämpfte, machte sich schließlich doch auf den Laufparcours mit zahlreichen Verpflegungsstellen. Beide, Martin Lensing in 5:33:44 und Michael Lübke in 4:39:06 Stunden, blieben jedoch weit unter den geplanten und möglichen Zielzeiten für den Run-Split.

Martin Lensing finishte schließlich mit einer Gesamtzeit von 12:04:20 und Michael Lübke in 12:24:42 Stunden und durften dann am Römer zumindest das Bad in der Zuschauermenge und den Empfang der Medaille genießen. Sportlich blieben beide unter ihren Erwartungen und Möglichkeiten, konnten aber unter Berücksichtigung der extremen Bedingungen gesund finishen. Angesichts der zahlreichen Aufgaben an diesem Tag im Hexenkessel von Frankfurt bleibt dieser Tag für beide bestimmt unvergessen.

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