Coesfeld
Immer mehr Schiris geben auf

Kreis Coesfeld. Der rapide Rückgang bereitet große Sorge. „Uns sind im Laufe eines Jahres 50 Schiedsrichter verloren gegangen“, legte Schiri-Obmann Paulo Goncalves beim Staffeltag der Fußball-Kreisligen Ahaus/Coesfeld die Fakten auf den Tisch. Unter diesen Abgängen seien auch viele junge Schiedsrichter, die vor allem eines nicht mehr wollten: „Sich beschimpfen lassen.“

Donnerstag, 18.07.2019, 11:00 Uhr
Coesfeld: Immer mehr Schiris geben auf
Meisterehrung für die Coesfelder Kreisligen: (von links) Werner Sander (SuS Olfen), Alexander Höing (SV Gescher II), Markus Fleige (DJK Rödder II), Erwin Lütke-Wenning (SV Eggerode) und Staffelleiter Horst Dastig. Foto: az

Goncalves knüpfte damit an die Worte des Vorsitzenden des Kreissportgerichts, Berni Langener, an, der von „zunehmend raueren Umgangstönen gerade von außen durch Zuschauer und Eltern“ berichtete. „Es muss etwas passieren“, so der eindringliche Appell Goncalves’ an die Vereine. Erfolgreich seien vor allem die Vereine mit aktiven Obmännern für die Unparteiischen. Zum am 21. August beginnenden Anwärterlehrgang in Seppenrade habe sich erst ein einziger Kandidat angemeldet. Das Szenario, künftig schon keine C-Liga-Spiele mehr offiziell besetzen zu können, gelte es unbedingt zu vermeiden.

Von einer weiteren „zunehmenden Unsitte“ berichtete Langener ebenfalls: Pyrotechnik. „Hierbei handelt es sich im Grunde um einen Straftatbestand, da werden wir weiter rigoros vorgehen“, betonte Langener, der gar einen Fall erwähnte, bei dem ein Leuchtkörper in den Innenraum geworfen worden sei: „Da wurden Menschen gefährdet, das ist kriminell und unverantwortlich.“ Dass der Einfluss durch die Vereine nur begrenzt sei, erkannte er an. Der Kreisvorsitzende Willy Westphal erinnerte allerdings daran, dass es sich bei den Verursachern überwiegend um Jugendliche handele, „die in unseren Vereinen Fußball spielen.“ Und da könne ganz bestimmt Einfluss genommen werden.

Gut angekommen sei der Rahmenterminplan mit zwei vorgezogenen Spielen der Rückserie in den Kreisligen, berichtete der Kreisvorsitzende Willy Westphal. Spannend werde es, wenn der 3. Oktober, einer der Spieltage außer der Reihe, in den kommenden Jahren auf ein Wochenende falle: „Dann müssen wir noch einmal neu diskutieren, denn dann sind zwei echte Wochenspieltage bei dieser Regelung unausweichlich.“

Einige gerade für die Vereine spannende Ansätze nannte Horst Dastig, der Vorsitzende des Kreisfußballausschusses, im Ausblick auf die kommende Saison 2019/20. So können künftig von der B- bis zur D-Liga gleich vier Spieler beliebig ein- und wieder ausgewechselt werden, in Freundschaftsspielen gar eine vorher abgestimmte Zahl beliebig mehr. Eine Sperre nach der fünften Gelben Karte gilt künftig nicht mehr für Entscheidungsspiele (analog zu Pokalspielen). Und: Spiele können künftig in Abstimmung auch nach hinten verlegt werden – bis maximal donnerstags nach dem Spieltermin am Sonntag, allerdings nur bis zum 1. Mai.

In den C- und D-Ligen gilt ab sofort das „Norweger Modell“: Gestattet ist künftig der Wechsel von elf auf neun Spieler sowie neun auf elf Kicker. Ein solcher Wechsel ist ausschließlich zu Saisonbeginn oder bis zum 31. Januar einer laufenden Saison einmalig möglich.

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