Coesfeld
Geschenktes Ticket sinnvoll nutzen

Lette. Die Chance, weiter in der A-Liga kicken zu dürfen, haben sie auf dem Silbertablett geliefert bekommen, dekoriert mit Schleifchen und Glücksklee. Denn sportlich war Vorwärts Lette ein gutes Stück davon entfernt, sich das Ticket für die „Erstklassigkeit“ zu verdienen. Das Geschenk Klassenerhalt, das ihnen durch den freiwilligen Rückzug der DJK Coesfeld II in den Schoß gefallen ist, dürfen sie nicht nur auspacken, nein, sie müssen es auch nutzen. „Wir haben eine neue Chance bekommen“, weiß Frank Stening um die glücklichen Umstände. „Jetzt müssen wir es besser machen.“

Mittwoch, 24.07.2019, 11:20 Uhr aktualisiert: 24.07.2019, 11:30 Uhr
Coesfeld: Geschenktes Ticket sinnvoll nutzen
Der Kapitän geht vornweg: Jonas Böller soll auf dem Feld dazu beitragen, dass Vorwärts Lette eine deutlich bessere Saison abliefert. Fotos: Frank Wittenberg Foto: az

Schnitt! Alles wird auf null gestellt. Neuanfang lautet das Motto – zwar mit weitgehend identischem Personal, aber mit einem neuen Start in den Köpfen. Dazu will Stening mit seinem Co-Trainer Sascha Peters, auf dessen Unterstützung er ab sofort setzen kann, nicht nur fußballerisch etwas bewegen, sondern auch in den Herzen der Spieler. „Die Jungs müssen stolz sein, das Trikot von Vorwärts Lette zu tragen“, betont „Stele“. Einstellung und Disziplin, auch in der Spielvorbereitung, müssen passen. Alles raushauen, auch wenn der Gegner stärker sein sollte, das ist die Devise. „Sonntags kommen Zuschauer, die zahlen Eintritt und wollen die Mannschaft sehen“, appelliert der Trainer an die Ehre. „Denen müssen wir etwas bieten.“

Frank Stening und Sascha Peters sind lange genug im Geschäft, um die Situation realistisch einzuschätzen. Natürlich werden sie nicht einfach einen Hebel umlegen und binnen kurzer Zeit aus dem vermeintlichen Absteiger ein Team formen können, das locker in der Kreisliga A mitspielt. „Das wird wieder schwer“, macht sich Sascha Peters nichts vor. Zumal bei vier Absteigern aus der Bezirksliga nicht abzuschätzen sei, wie viele Mannschaften am Saisonende aus der A-Liga runter müssen. „Wir wollen über dem Strich bleiben.“ Das ist das erste Ziel auf dem Weg, den Grundstein für die nächsten, erfolgreicheren Jahre zu legen.

Arbeit gibt es reichlich. Die Löcher in der Defensive stopfen, zum Beispiel. „90 Gegentore in der vergangenen Saison sind deutlich zu viel“, schüttelt Stening den Kopf. „Das ist der erste Ansatz.“ Darüber hinaus gebe es zahlreiche weitere Bausteine, die sie nach und nach anpacken wollen und müssen. „Wir brauchen auch im Training mehr Leute, um vernünftig arbeiten zu können“, sagt Sascha Peters. Der größere Kader, aber auch eine bessere Einstellung sollen da helfen.

Denn sicher ist: Diese geschenkte Chance fahrlässig zu vergeben, wäre fatal. Die gute Jugendarbeit soll nicht ins Leere laufen – umso wichtiger ist der Verbleib in der A-Liga. „Vielleicht ist noch nicht bei allen Spielern angekommen, wie wertvoll das für den Verein ist“, hofft Sascha Peters auf einen Weckruf. Die beiden Trainer packen mit vollem Ehrgeiz an, auch wenn es gewiss schwierige Situationen geben wird. „Wir sind von den Jungs überzeugt, zumal sie im Jahr zuvor schon gezeigt haben, dass sie es können“, spricht Frank Stening der Mannschaft sein Vertrauen aus. Eine Mannschaft, die zuletzt völlig zurecht im tiefsten Tabellenkeller herumgegeistert sei – die es jetzt aber besser machen soll, betont der Trainer: „Daran glauben wir, sonst hätten wir diese Aufgabe nicht übernommen.“ 7 Nächste Folge am Freitag (26. 7.): über die Mannschaft, die im Fahrstuhl von ganz oben nach unten gerauscht ist und sich jetzt neu sortieren muss.

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