Coesfeld
Entwicklung steht über Meistertitel

Coesfeld. Geht es nach den Prognosen der Konkurrenz, dürften sie für den 24. Mai 2020 schon die große Meistersause planen. Die Titelfrage führt nur über die SG Coesfeld 06, sagen zumindest nahezu alle Trainerkollegen. Die Favoritenbürde, die ihnen von außen zugetragen wird, nehmen sie zur Kenntnis, Druck verspüren sie aber nicht. „Das zeigt Respekt und Anerkennung“, sagt Zoui Allali, der ab sofort gemeinsam mit Christoph Klaas die Verantwortung trägt. „Aber die Wahrheit sieht anders aus.“ Kleiner Kader, viele Bausteine, die sich noch entwickeln müssen – „wir haben ein Riesenpotenzial, aber eine Saison ist lang“, betont Klaas. Allein am Meistertitel wollen sie sich nicht messen lassen.

Freitag, 02.08.2019, 11:24 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 11:30 Uhr
Coesfeld: Entwicklung steht über Meistertitel
Neue Spieler, neues Trainerteam: (oben von links) Sportlicher Leiter Dirk Lowak, Trainer Zoui Allali, Timo Grabowsky, Tobias Sendfeld, Tim Püttmann, Trainer Christoph Klaas; unten von links: Moritz Vahlmann, Florian Weber, Tim Herbstmann, Dennis Lowak und Jan Kröger. Foto: az

Im Vordergrund stehen ganz andere Ziele. Eine Aufbruchstimmung wollen sie erzeugen. Ein Umdenken. Eine positive Stimmung im gesamten Verein erzeugen und dafür mit gutem Beispiel vorangehen. „Es muss für die Jungs besonders sein, in der ersten Mannschaft zu spielen“, fordert Allali. Dafür muss aber auch hart gearbeitet werden. Raus aus der Wohlfühloase, sagt der Trainer. „Der Verein ist in Vorleistung getreten, wir müssen nachziehen.“

Vorleistung unter anderem dadurch, dass die beiden Trainer, die gemeinsam die Nachfolge von Patrick Steinberg antreten, in enger Absprache mit dem Sportlichen Leiter Dirk Lowak und Alexander Tübing die Mannschaft sinnvoll verstärken durften. „Dieser Verein gehört sicher in die Bezirksliga, aber wir werden dafür keine Massen an auswärtigen Spielern holen“, betont Christoph Klaas. „Sie müssen sich mit uns identifizieren.“

Das funktioniert mit Neuzugängen wie einem Timo Grabowsky, der nach seinen Engagements bei SuS Stadtlohn, GW Nottuln und DJK-VBRS wieder im SG-Mittelfeld die Fäden zieht. Mit einem starken Tim Herbstmann auf der Torwartposition oder einem Jan Kröger, den Zoui Allali schon in seiner Osterwicker Zeit kennengelernt hat und der wie Jannis Pier für viel Gefahr über die Außenbahn sorgen kann. Mit einem Tim Püttmann, der den Handball auf Eis gelegt hat und sich nun in gegnerischen Strafräumen tummelt. „Mit ihm, Lucas Jacobs und Cedric Schürmann haben wir ganz verschiedene Stürmertypen“, freut sich Allali. „Das macht uns flexibler im System.“ Auch Tobias Sendfeld und Florian Weber aus der zweiten Mannschaft sowie die Youngster Dennis Lowak und Moritz Vahlmann sorgen für eine weitere Belebung und sollen dazu beitragen, die insgesamt fünf Abgänge aufzufangen: David Plesker, Julian Tönjann und Chris Wedel haben die Treter an den Nagel gehängt, Tim Croner und Marcel Wulfert laufen künftig für die zweite Mannschaft auf.

Dennoch sieht niemand im Lager der SG 06 diesen qualitativ starken Kader als Freifahrtschein in die Bezirksliga. Schließlich müssen sie auch als Mannschaft funktionieren. „Wir können nur Typen gebrauchen, die mitziehen“, erklärt Zoui Allali. Eine Mannschaft, die möglichst häufig vollzählig trainiert. „Sonst dauert die Umsetzung eben länger“, verweist der 37-Jährige auf eine schwierige Vorbereitung, in der das Trainer-Duo immer wieder auf Spieler verzichten musste.

Wohin die Reise geht? Oben mitmischen wollen sie, und wenn es am Ende tatsächlich zum Aufstieg reicht, wird sich gewiss niemand beschweren. „Aber die Spitze ist in der Kreisliga A sehr breit besetzt“, verweist Christoph Klaas auf Mannschaften wie Adler Buldern, SuS Legden, Westfalia Osterwick oder auch den Ortsrivalen DJK-VBRS, der in seinem Neuaufbau nur sehr schwer einzuschätzen sei. Auf seine ehemalige Westfalia, die er 2016 selbst in die Bezirksliga geführt hat, hält Zoui Allali große Stücke: „Das ist eine sehr junge Mannschaft, da kann sich eine tolle Dynamik entwickeln.“

Ansonsten blickt er viel lieber auf seine eigene Aufgabe. Neues Trainerteam, viele neue Ideen, diese Euphorie wollen sie mitnehmen. Und dabei den ganzen Verein SG Coesfeld 06 in den Blick nehmen, die Jugend, das Umfeld, die anderen Mannschaften. Zum Beispiel die „Zweite“ mit den neuen Trainern Philipp Jacobs und Mario Brambrink, die im Notfall eine ganz wichtige Rolle spielen kann. „Unser Kader ist zwar klein, aber in der zweiten Mannschaft gibt es viele talentierte Jungs, die auch die Bereitschaft mitbringen“, erklärt Christoph Klaas. Die können sie bedenkenlos reinwerfen, wenn es mal eng wird. 7 Nächste Folge am Samstag: über die Mannschaft, bei der es künftig besser keine Tage der offenen Tür mehr geben soll.

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