Coesfeld
Hektik, Fouls und Rudelbildung

Coesfeld/Darfeld. Der Fußball spielte in der Schlussphase nur noch die zweite Geige. Es wurde auf beiden Seiten gefoult, noch mehr lamentiert, es hagelte Karten und es wurde fleißig „gerudelt“. Nicht schön anzusehen, gab auch Christoph Klaas zu. „Das war völlig übertrieben, auch von den Bänken aus“, zeigte sich der Trainer der SG Coesfeld 06 selbstkritisch. „Aber es war eben der enge Pokalfight, den wir vermeiden wollten.“ Der hatte gestern Abend nach 95 Minuten einen knappen Sieger: Mit dem 1:0 gegen Turo Darfeld stehen die Coesfelder im Achtelfinale gegen Fortuna Gronau.

Samstag, 03.08.2019, 09:28 Uhr aktualisiert: 03.08.2019, 09:30 Uhr
Coesfeld: Hektik, Fouls und Rudelbildung
Einen harten Kampf lieferten sich gestern Abend die SG Coesfeld 06 und Turo Darfeld, hier Henrik Mauermann (links) und Julius Fliß. Foto: Frank Wittenberg

Was über weite Strecken ein ansehnliches Spiel war, geriet irgendwann aus den Fugen. Schade eigentlich, vor allem unnötig. In der ersten Halbzeit waren es die Darfelder, die viel im Griff hatten und zwei dicke Möglichkeiten zur Führung besaßen: Marius Röttgering scheiterte nach Pass von Linus Sonneborn an SG-Torwart Tim Herbstmann (20.), ebenso Gabriel Helms in der 40. Minute – Carsten Daldrup setzte den Abpraller nur ans Außennetz. „Wir waren spielerisch besser und müssen in Führung gehen“, trauerte Markus Lindner den verpassten Chancen nach. Der Turo-Trainer sprach zudem seiner neu formierten Dreierkette ein dickes Kompliment aus.

Das Tor des Tages fiel vom Punkt, weil Jannis Pier nach einem schnell ausgeführten Freistoß über das ausgefahrene Bein von Simon Albers fiel. Den fälligen Elfer verwandelte Lucas Jacobs sicher gegen Jan-Simon Wilmer zum 1:0 für die SG (60.). Neun Minuten später zielte Jacobs völlig frei neben den Kasten – mit Folgen. „Mit dem 2:0 wäre Ruhe gewesen“, vermutete Christoph Klaas. „So wurde es leider hektisch.“ Leidtragender war Cedric Schürmann, der bei einer Rudelbildung Kevin Botella Ferreira zurückhalten wollte, dem deutlich kleineren Darfelder dabei aber um den Hals griff, was der Schiedsrichter mit Rot ahndete (80.). Kurz zuvor hatte Jan-Frederik Tendiek nach einer Hereingabe von Sven Bednarz in letzter Sekunde vor Florian Feitscher gerettet. „Freddy war der Turm in der Schlacht“, lobte Klaas seinen Abwehrmann.

Nachdem Lucas Jacobs Riesenglück hatte, nach einem Foul an Carsten Daldrup nur die gelbe Karte zu sehen, war Schluss. Markus Lindner zeigte sich hin- und hergerissen zwischen Enttäuschung und Stolz. „Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft“, stellte er fest. „Wir haben gesehen, dass wir mithalten können.“ Die SG sei wiederum noch längst nicht da, wo sie hin soll, räumte Zoui Allali ein – verband das aber auch mit einem Lob an seine Mannschaft: „Die Darfelder waren spritziger und geistig frischer, aber wir haben uns heute den Sieg durch harte Arbeit verdient.“ 7 SG Coesfeld 06 – Turo Darfeld 1:0; Tor: 1:0 Lucas Jacobs (60., FE).

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