Coesfeld
Aufsteiger kommt noch nicht in die Gänge

Coesfeld (fw). So richtig fassen konnte er es auch am Morgen danach noch nicht. Diese Niederlage nervte, weil sie restlos unnötig war. „Wir schaffen es einfach nicht, unser Leistungsvermögen abzurufen“, schüttelte Philipp Heuermann den Kopf. Zweites Heimspiel, zweites Frusterlebnis, denn wie schon gegen Telekom Post SV Bielefeld gelang es den Volleyballer der SG Coesfeld 06 nicht, ihr mögliches Niveau zu erreichen. Die 2:3-Niederlage gegen den PTSV Aachen II bescherte immerhin einen Punkt, freuen darüber konnte sich aber niemand im SG-Lager.

Sonntag, 06.10.2019, 20:10 Uhr aktualisiert: 06.10.2019, 20:30 Uhr
Coesfeld: Aufsteiger kommt noch nicht in die Gänge
Durch den Block gehämmert: Sebastian Förster (Mitte) wurde nach dem Spiel zum wertvollsten SG-Spieler gewählt, konnte sich über die Auszeichnung aber nicht wirklich freuen. Foto: Frank Wittenberg

Zumal die Mannschaft von Trainer Iraj Shir Ali augenscheinlich alles im Griff hatte. 2:0 führten sie nach Sätzen, hatten also alle Chancen, den Sack zu schließen. „Selbst als wir den dritten Satz verloren hatten, kam nicht das Gefühl auf, dass hier etwas passieren kann“, erklärte Heuermann. Das allerdings erwies sich als Täuschung, denn fortan liefen die SG’ler fast ausschließlich einem Rückstand hinterher und mussten auch die nächsten beiden Durchgänge abgeben.

Eng ging es zu im ersten Satz, in dem sich keine der beiden Mannschaften absetzen konnte. Am Ende benötigten die vom erneut tollen Publikum angefeuerten Coesfelder zwar vier Satzbälle, jubelten dann aber nach einem Fehler der Gäste über das 27:25. Anschließend lief alles wie gewünscht, denn mit dem 25:20-Satzgewinn betrug der Vorsprung bereits 2:0. Der Heimsieg schien zum Greifen nah.

Nur noch zwei Zähler fehlten beim 23:23-Zwischenstand in Durchgang drei. „Irgendwie lag der Fokus aber nicht richtig darauf“, stellte Philipp Heuermann fest. Der Außenangreifer und seine Teamkollegen gaben die nächsten beiden Punkte zum 23:25 ab – plötzlich war Aachen, mit zuvor zwei Niederlagen im Gepäck angereist, wieder im Spiel. Und das sollte sich rächen, denn vor allem der „Hightower“ Niklas Rademacher, ehemaliger Bundesligaspieler und 2,07 Meter großer Spielertrainer der PTSV-Reserve, schlug den Coesfeldern die Bälle um die Ohren. „Außerdem haben die mit ihren starken Aufschlägen Thomas Wittkowski nicht richtig ins Spiel kommen lassen“, berichtete Heuermann. Zwar kam die SG nach dem 14:19-Rückstand noch einmal auf 21:22 heran, aber Aachen glich mit 21:25 zum 2:2 aus. Tiebreak war angesagt, und auch in dem lag die SG fast durchweg hinten. Mit dem zweiten Matchball machten die Gäste das 15:13 perfekt – zwei Punkte waren futsch.

Und die waren eigentlich fest eingeplant. „Auch absolut machbar“, war sich Heuermann mit Iraj Shir Ali einig, erneut ein verschenktes Spiel erlebt zu haben. Sie hatten es in der Hand, aber dann erlaubte sich jeder einzelne Akteur zu viele Fehler: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen!“ 7 SG Coesfeld 06 – PTSV Aachen II 2:3 (27:25, 25:20, 23:25, 21:25, 13:15).

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