Coesfeld
Fehler-Festival mit gutem Ende

Coesfeld. Exakt 17 Sekunden vor dem Ende musste der Trainer ein Déjà-vu befürchten. Soeben hatte der Gegner auf einen Treffer Rückstand verkürzt – wie in Kinderhaus. Erneut mussten die DJK/VBRS-Handballerinnen die Zeit herunterspielen – wie in Kinderhaus. „Bitte kein zweites Mal“, schoss es Dirk Haverkämper durch den Kopf. Was aber vor einer Woche nicht gelang und zum Ausgleich in letzter Sekunde führte, kam nun zu einem guten Ende: Lea Hemker vollendete den Angriff zum 24:22 gegen die DJK SG Bösperde, gleichbedeutend mit dem ersten Saisonsieg im dritten Spiel.

Montag, 14.10.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 14.10.2019, 08:20 Uhr
Coesfeld: Fehler-Festival mit gutem Ende
Durchgezogen: Christin Thiery nimmt das Tor trotz der Attacke von zwei Spielerinnen aus Bösperde ins Visier. Mit zwei Treffern trug sie zum ersten Saisonsieg bei. Foto: Frank Wittenberg

Die Erleichterung war riesengroß. „Der schlechte Start aus dem Vorjahr mit den 1:7 Punkten schwirrte in den Köpfen herum“, hatte der Trainer eine satte Nervosität bei seinen Spielerinnen ausgemacht. Die führte zum einem wahren Fehler-Festival, denn die Zahl der einfachen Pannen hätte locker für drei bis fünf Spiele reichen können. „Teilweise unerklärlich“, schüttelte Haverkämper angesichts zahlreicher leichter Ballverluste und der Vielzahl an Pässen ins Nirwana den Kopf. So blieb die Partie gegen einen ersatzgeschwächten Gegner bis zum Ende unnötig spannend.

Dabei hatte alles so gut begonnen, denn „Juli“ sorgte für reichlich Sonne im tristen Herbst. Juliana Hüls war in der Anfangsphase jedenfalls überhaupt nicht zu halten und zerlegte die Deckung der Gäste fast im Alleingang. Sechs Tore hatte sie bis zur 14. Minute schon aus dem Rückraum erzielt, beim 9:4 schien alles seinen guten Gang zu nehmen. Dann aber nahm Bösperde die gute „Juli“ in eine kurze Deckung – und das brachte die Coesfelderinnen offensichtlich aus dem Konzept. „Eigentlich sind wir in der Lage, die Lücken zu nutzen“, erklärte Haverkämper. „Das müssen wir deutlich besser machen.“ Zehn Minuten fiel kein DJK-Tor, die Gäste verkürzten auf 9:8, aber bis zur Pause hieß es immerhin wieder 14:11

Zum Spiegelbild der Vorwoche geriet der Start in den zweiten Durchgang, in dem wenig gelingen wollte und bis zur 52. Minute lediglich vier eigene Treffer zu notieren waren. Als Bösperde beim 18:19 zum ersten Mal in Führung ging (50.) und Juliana Hüls auch noch eine Zeitstrafe kassierte, drohte die Partie komplett zu kippen. Aber die DJK/VBRS-Damen hielten die Köpfe oben – auch wenn sie weiterhin nicht überzeugend oder gar glanzvoll auftraten. „Wir brauchen einfach mehr Ruhe im Spiel“, sah der Trainer zu viele hektische Aktionen. Immerhin: Mit drei Toren in Folge drehten Britta Reckers, Lu Ann Dirks und Lea Hemker das Ding wieder zum 21:19 (54.), und nach dem 21:21 warfen Christin Thiery und Magda Hemker die 23:21-Führung heraus.

Das 23:22-Anschlusstor besagte 17 Sekunden vor dem Ende hatte diesmal bis auf einen unnötig dramatischen Spannungsbogen keine Auswirkungen – Lea Hemker traf fünf Sekunden vor Schluss zum 24:22. Das war der Sieg, der einfach kommen musste. „Egal wie“, atmete Dirk Haverkämper durch. „Jetzt sollten wir wieder selbstbewusster werden.“ 7 DJK Coesfeld-VBRS – DJK SG Bösperde 24:22; Jule Bömer und Maike Kreikenberg (im Tor), Magda Hemker (8/5), Juliana Hüls (6), Lea Hemker (3), Christin Thiery (2), Britta Reckers (2), Christel Daldrup (1), Lu Ann Dirks (1), Maike Dieker (1), Diana Waning.

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