Coesfeld
Immerhin Herbstmeister

Coesfeld. So kurz nach dem Abpfiff überwog die Enttäuschung. „Die Jungs sind traurig, weil sie sich für ein richtig gutes Spiel nicht belohnt haben“, stellte Christoph Klaas fest, während sein Trainerkollege Zoui Allai in seinem Statement im Clubheim von einer „gefühlten Niederlage“ sprach: „Weil wir klar die bessere Mannschaft waren.“ Dieses 2:2 gegen die DJK Coesfeld-VBRS im Stadtderby, im Spitzenspiel der Kreisliga A, bescherte der SG 06 dennoch zumindest den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters. „Dafür können wir uns nichts kaufen“, erklärte Allali. „Aber es spiegelt die harte Arbeit wieder, die hier geleistet wird.“

Dienstag, 19.11.2019, 10:45 Uhr aktualisiert: 19.11.2019, 10:50 Uhr
Coesfeld: Immerhin Herbstmeister
Platz eins weiter im Visier: Marc Lowak (links), Defensivspieler bei der SG 06, bereinigt die Situation vor dem DJK’ler Cedric Pollmeier. Foto: Frank Wittenberg

Ein Punkt für jeden, und doch hätte die Gemütslage unterschiedlicher nicht sein können. Während die DJK-VBRS diesen Punktgewinn nach 0:2-Rückstand feierte, sanken etliche der SG-Spieler nach dem Abpfiff zu Boden. „Nur wir hätten das gewinnen dürfen“, urteilte Christoph Klaas. Ein einziges Mal waren sie hinten unachtsam, als sich Kai Hemsing im Mittelfeld den Ball schnappte und Cedric Pollmeier bediente, der den Ausgleich in der 52. Minute erzielte. „Ansonsten haben wir das super verteidigt“, richtete Klaas ein Lob an Cedric Schürmann und Tobias Sendfeld, die in der Innenverteidigung den DJK-Torjäger Marius Borgert nicht zum Zug kommen ließen.

Den Sieg haben sie vorne liegenlassen. Denn mehrfach war in der zweiten Halbzeit der Siegtreffer möglich: Cedric Schürmann traf nach einer Ecke von Timo Grabowsky per Kopf nur die Latte (59.), Jannis Pier scheiterte nach Steilpass von Simon Rotthäuser an Johannes Kasnatscheew (62.). Und dann waren da noch die beiden Grabowsky-Freistöße aus rund 25 Metern, die Kasnatscheew vor große Probleme stellten – beide Male bekam er die tückischen Aufsetzer nicht zu packen, aber Henrik Mauermann (74.) und Tobias Sendfeld (86.) setzten die Abpraller neben den Kasten. „Ein bisschen fehlte uns da auch der letzte Punch“, dachte Klaas an diese Aktionen. Eine Portion Pech kam hinzu, denn ein geahndetes Foul von Lucca Rensing an Lucas Jacobs (66.) war wohl knapp im Strafraum und nicht davor, wie es das Schiedsrichtergespann in der Situation wahrgenommen hatte.

Was bleibt, ist ein spannendes Fußballspiel vor einer tollen Kulisse und eben dieser erste Platz nach Abschluss der Hinrunde. „Das haben wir uns hart erarbeitet“, betonte Christoph Klaas, der den „überragenden Teamgeist“ lobte. Zwei Wermutstropfen blieben: zwei verschenkte Punkte und – noch viel gravierender – möglicherweise ein langer Ausfall von Tim Püttmann. Der Stürmer, der per Kopf das 1:0 erzielt hatte, musste nach 29 Minuten mit hängendem Kopf vom Feld. „Das Knie, ohne gegnerische Einwirkung“, erklärte er traurig. „Ich fürchte, dass da wieder was mit dem Kreuzband ist.“

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