Fußball: Sportgericht reagiert drastisch auf zunehmende Gewalt
Zehn Monate Sperre für Jugendspieler

Kreis Coesfeld. Seit den Gewaltaktionen beim Pokalendspiel der A-Junioren zwischen der SpVgg. Vreden und dem SuS Stadtlohn bei der TSG Dülmen sind keine zwei Wochen vergangen. Das Kreissportgericht hat nun in einem ersten Urteil die „groben Unsportlichkeiten“ eines jungen Sportlers des SuS Stadtlohn drastisch mit einer zehnmonatigen Sperre geahndet. Das teilte der Kreisvorsitzende Willy Westphal mit.

Freitag, 06.12.2019, 10:45 Uhr
Fußball: Sportgericht reagiert drastisch auf zunehmende Gewalt: Zehn Monate Sperre für Jugendspieler
Die Schiedsrichter haben es zunehmend schwer auf den Plätzen – hier Timo Ebbing (links) im allerdings weitgehend fairen-A-Liga-Derby zwischen der SG Coesfeld 06 und der DJK Coesfeld-VBRS. Foto: Frank Wittenberg

In den Abendstunden nach dem ohnehin nicht gewaltfreien Pokalfinale der A-Junioren in Dülmen habe der jugendliche Akteur durch das Absetzen einer Sprachnachricht an einen Gegenspieler aus Vreden weitere Drohungen ausgesprochen. Die konkrete Androhung von Gewalt im Vorfeld des für das kommende Wochenende angesetzte Landesliga-Meisterschaftsspiel zwischen den beiden Teams sei eine grobe und verabscheuungswürdige Unsportlichkeit, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Pokalendspiel stehe, urteilte das Sportgericht des Kreises auch aus Sicht der Kreisgremien zu Recht. Die zehnmonatige Sperrstrafe für den Akteur lasse aufhorchen und sei zudem auch aus Sicht des Kreisvorsitzenden Willy Westphal ein angemessenes Urteil für das zum Ausdruck kommende gewaltbereite Handeln des Jugen dspielers. Bei der Bemessung des Strafmaßes sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte aufgrund einer Schiedsrichterbeleidigung als Wiederholungstäter auftrat.

Ebenfalls eindeutige Zeichen setzten die Sportgerichte in zwei weiteren Sportrechtsfällen zur verbalen Gewalt auf Sportplätzen. Das Kreissportgericht verurteilte den FC Ottenstein zu einer Geldstrafe von 300 Euro für die Entgleisungen eines Zuschauers, der den Schiedsrichter beleidigte; mit 325 Euro wurde der SV Heek, der sich ebenfalls für das ungebührliche Verhalten eines Fans gegenüber dem Spielleiter und einem Gegenspieler durch das Verbandssportgericht sich verantworten musste, zur Kasse gebeten. Dabei betonten die Einzelrichter, dass die für eine Beleidigung hohen Geldstrafen alleine schon deswegen erforderlich seien, weil die grob unsportlichen Verhaltensweisen der einzelnen Zuschauer als obszön anstößig und ehrabschneidend gelten. Die Gerichte ließen allerdings auch erkennen, dass lediglich die vorbildliche Mitarbeit bei der Aufklärung wie auch die von den Vereinsverantwortlichen eingeleiteten Maßnahmen zum Kampf gegen die verbale Gewalt höhere Strafen verhinderten.

Willy Westphal begrüßte die Berücksichtigung der strafmildernden Umständen, seien sie doch ein Zeichen dafür, dass beide Vereine den Fußballkreis bei seinem Kampf gegen die zunehmende Gewalt auf den Sportplätzen nachhaltig unterstützen. Flugblattaktionen, Gesprächsrunden zur Aufklärung mit den Vereinsmitgliedern und Deeskalationstraining für Übungsleiter sind einige Maßnahmen, die inzwischen erfolgversprechend eingeleitet seien. Das klare Bekenntnis der Vereine, Strafen und zu zahlende Ordnungsgelder auch bei den Verursachern geltend zu machen, mag dann auch als ein probates Mittel zur Eindämmung verbalen Zuschauerfehlverhaltens beitrage.

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