Handball: Miserable zweite Halbzeit kostet Sieg
Zwischen Frust und Fassungslosigkeit

Coesfeld. Überall in der Halle verteilt hockten die Männer in den blauen Trikots auf den Bänken oder dem Boden. Mit leerem Blick und durchweg sprachlos. Allen voran der Trainer, der zwischen Frust und Fassungslosigkeit schwankte. „Ich weiß nicht, was da in den Köpfen los ist“, sah sich Sven Holz weit davon entfernt, eine messerscharfe Analyse liefern zu können. Denn es gibt gewöhnliche Niederlagen – und ganz selten so ein Erlebnis wie dieses 18:19 der DJK/VBRS-Handballer gegen die SG Sendenhorst, nach dem sich niemand erklären konnte, warum die beiden Punkte nicht einfach in Coesfeld geblieben waren.

Montag, 10.02.2020, 11:07 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 12:10 Uhr
Handball: Miserable zweite Halbzeit kostet Sieg: Zwischen Frust und Fassungslosigkeit
In Schieflage: Nach ordentlicher erster Halbzeit gerieten Nino Adler (Mitte) und die DJK/VBRS-Handballer völlig aus dem Tritt und verloren 18:19 gegen die SG Sendenhorst. Foto: Frank Wittenberg

Fünf. Eine handvoll Tore, dafür braucht es im Handball oft nur wenige Minuten. Fünf, das war aber die gesamte Ausbeute der DJK-VBRS in der zweiten Halbzeit. Nichts ging mehr im Angriff, wo es im ersten Durchgang noch ordentlich funktioniert hatte. Natürlich erwischte der Keeper der Gäste einen richtig guten Tag, aber allein an den Künsten des Schnappers habe es nicht gelegen, stellte Holz fest: „Wir haben ihn auf der Flucht erschossen.“ Will heißen: Bisweilen konnte er sich kaum dagegen wehren, die unpräzisen Abschlüsse zu entschärfen.

Das hatte vor der Pause noch ganz anders ausgesehen. Denn da waren die DJK’ler über weite Strecken gut im Spiel, standen sicher in der Deckung und nutzten vorne einen Großteil ihrer Möglichkeiten. „Das war völlig in Ordnung“, kommentierte der Trainer den Spielverlauf, der über 7:3 (15.) zum 12:7-Vorsprung (23.) führte. Gleich drei Scorerpunkte verdiente sich Torwart Niels Heuermann, der Marcel Uppenkamp (2) und Fabian Rotermund bei Gegenstößen punktgenau einsetzte. Mit 13:10 ging es in die Kabine.

Aus der kamen die Eintrachtler sehr schnell zurück, denn Sven Holz sah wenig Redebedarf. „Einfach da weitermachen, wo wir aufgehört haben“, gab er seinen Spielern mit – die schienen das aber völlig falsch verstanden zu haben. „Auf einmal haben wir die Tore nicht mehr gemacht“, schüttelte er den Kopf. „Frei vergeben, unvorbereitet aus der zweiten Reihe geschossen, alles war dabei.“ Was dazu führte, dass erst nach 10:39 Minuten der erste Treffer im zweiten Durchgang gelang, als Fabian Rotermund zum 14:12 traf.

Weil auch die Gäste offensiv nicht wirklich zum Zug kamen, entwickelte sich ein Kampf mit ganz wenigen Treffern. Ab dem 14:15 lag Sendenhorst immer mit einem Tor vorne, die DJK-VBRS glich aus – bis zum 18:18 durch Till Schöttler 63 Sekunden vor dem Ende. Und wenn es richtig bescheiden läuft, passiert auch das: Sieben Sekunden vor dem Ende warfen die Gäste das 18:19. Aus, vorbei, keine Chance mehr, zu reagieren. Bitterer geht es kaum.

Entsprechend bescheiden gestaltete sich die Stimmung. „Wir bringen die PS einfach nicht auf den Boden“, musste Sven Holz einmal mehr eine Partie miterleben, in der seine Mannschaft ihre Qualitäten nicht abrufen konnte. Folglich hörte er die ersten Alarmglocken läuten: „Wenn wir nicht wach werden, reden wir schnell über den Abstiegskampf!“ 7 DJK Coesfeld-VBRS – SG Sendenhorst 18:19; Niels Heuermann und Lasse Schroer (im Tor), Fabian Rotermund (6), Janes Kloster (3), Nino Adler (3/1), Marcel Uppenkamp (2), David Bischoff (2), Andreas Hüppe (1), Till Schöttler (1), Jannick Kloster, Steffen Böyer, Frederic Wienecke, Vincent Lukas, Felix Dartmann.

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