Handball: DJK/VBRS-Damen verlieren Topspiel
Noch nicht reif für ganz oben

Coesfeld. Jede gelungene Aktion der Gäste, frenetisch gefeiert auf und neben dem Feld, ließ das Selbstvertrauen des Gegners wachsen, während die Coesfelderinnen gefühlt immer kleiner wurden. Das „Duell der Giganten“, der bis dato besten Mannschaften der Verbandsliga, geriet in dieser zweiten Halbzeit zu einer eindeutigen Angelegenheit. „Die waren viel abgezockter“, zollte Dirk Haverkämper dem Team von Westfalia Kinderhaus seinen Respekt, das mit einem 30:24-Auswärtssieg in der „Hölle 1“ im Schulzentrum die alleinige Tabellenführung übernahm. Verdient, das mussten die DJK/VBRS-Handballerinnen an diesem Abend anerkennen.

Montag, 17.02.2020, 06:45 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 07:01 Uhr
Handball: DJK/VBRS-Damen verlieren Topspiel: Noch nicht reif für ganz oben
Vor allem in der zweiten Halbzeit gelang es Juliana Hüls (rechts) und Co. zu selten, sich im Angriff durchzusetzen. Foto: az

Was da in dieser zweiten Halbzeit passiert war, ließ sich für den Trainer leicht auf den Punkt bringen. „Kinderhaus war einfach galliger“, stellte Haverkämper fest. „Wir haben keinen Zugriff mehr bekommen. Das Spiel lief an uns vorbei.“ Sechs Minuten und 50 Sekunden dauerte es, bis sie das erste Tor nach der Pause erzielten und auf 15:18 verkürzten – zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste längst so viel Sicherheit getankt, dass sie wenig bis gar nichts mehr anbrennen ließen. Ein vom Kampfgericht versehentlich gewertetes Tor zum 16:21 (40.) für die Westfalia, das die Schiris eigentlich abgepfiffen hatten, vergrößerte zu allem Überfluss den Rückstand. Eine unglückliche Aktion, die letztlich aber nicht spielentscheidend war.

Immerhin hatten die vielen Zuschauer eine spannende erste Halbzeit gesehen, in der die DJK-Damen regelmäßig in Führung gingen, Kinderhaus aber im Gegenzug zumeist den Ausgleich schaffte. „Das war gut, aber auch nicht gut genug“, bilanzierte Dirk Haverkämper. Schon da blieben einige einfache Bälle liegen. Und das vor allem in der Endphase des ersten Durchgangs, als die Coesfelderinnen drei Angriffe in Folge wegschenkten und Kinderhaus aus einem 12:13-Rückstand eine 15:13-Führung bescherten. Immerhin traf Britta Reckers in letzter Sekunde noch zum 14:15-Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit ging dann nicht mehr viel. Vom 16:18 (37.) setzten sich die Gäste ab, führten mit 18:22 (43.) und 19:25 (50.). „Die haben ihren Vorsprung in aller Ruhe heruntergespielt“, musste der Trainer eingestehen, dass sein Personal an diesem Tag nicht mehr für eine Wende in Frage kam. Die Initialzündung fehlte einfach.

Am Ende stand die 24:30-Niederlage – schade, aber auch kein Beinbruch. Um den Meistertitel mitzumischen, davon hat im Vorfeld nie jemand gesprochen. Zumal Dirk Haverkämpers Mannschaft nun mit einem Problem zu kämpfen hat: „Uns fehlen die einfachen Tore.“ Eben die schnellen Treffer nach Ballgewinn, für die in den meisten Fällen Christel Daldrup verantwortlich ist. Die Rechtsaußen, die bislang 69 Treffer in zehn Saisonspielen erzielt hatte, wird vorerst nicht mehr zum Einsatz kommen – aus freudigem Anlass, denn mit ihrem Mann Philipp erwartet sie zum zweiten Mal Nachwuchs. 7 DJK Coesfeld-VBRS - Westfalia Kinderhaus 24:30; Maike Kreikenberg und Jule Bömer (im Tor), Britta Reckers (4), Diana Waning (4), Juliana Hüls (4), Magda Hemker (4/2), Lea Baikowski (3), Lea-Sophie Schneider (3), Lu Ann Dirks (1), Maike Dieker (1), Christin Thiery.

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