Radsport: Rund 370 Teilnehmer genießen die City-Touren-Fahrt des RSV Coesfeld
Härtetest für die Waschmaschine

Coesfeld. Finns Klamotten vermitteln nachhaltig den Eindruck, dass sie ohne die geballte Kraft einer leistungsfähigen Waschmaschine bestenfalls für die Tonne geeignet sind. Übersät von Dreckspritzern ist der Zehnjährige, den das aber herzlich wenig stört. „Das kommt von den Feldwegen“, zuckt er mit den Schultern. Gemeinsam mit Julian (10) und Julius (13) vom Bike-Team Baumberge ist er zum ersten Mal bei der Country-Touren-Fahrt (CTF) des RSV Coesfeld dabei – und genießt den „Ritt“ durch die Landschaft wie die weiteren rund 370 Teilnehmer.

Dienstag, 03.03.2020, 06:48 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 06:50 Uhr
Radsport: Rund 370 Teilnehmer genießen die City-Touren-Fahrt des RSV Coesfeld: Härtetest für die Waschmaschine
Willkommene Stärkung: Auf dem Gelände des Unternehmens Lameko im Industriepark Nord.Westfalen versorgen die Helfer des RSV mit Bananen, Plätzchen, Tee und Brühe – auch Julian (Nr. 385), Julius (386) und Finn (384) nutzen die Gelegenheit zur Pause. Fotos: fw Foto: az

370 – eine Zahl, mit der Thomas Brinks nicht unzufrieden ist, die aber nicht ganz an die Beteiligung der Vorjahre heranreicht. „Heute Vormittag ist das Wetter zwar gut, aber in den vergangenen Wochen war es doch ziemlich bescheiden“, stellt der Vorsitzende des Radsportvereins fest, der einmal mehr mit seinem großen Helferteam die Stabsstelle in den Räumen der Firma Scholz eingerichtet hat. Das Risiko einer Winterveranstaltung – dessen sind sie sich bewusst. „Vor zwei Jahren hat uns Sturm Friederike komplett einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da konnten wir gar nicht starten.“

Das ist diesmal glücklicherweise anders, auch wenn sich Brinks’ Blick in den vergangenen zwei Wochen regelmäßig sorgenvoll auf die Wetter-App gerichtet hat. Sabine, Victoria, Yulia – ein Sturmtief reihte sich an das andere. „Wir haben uns die Strecke an den entscheidenden Stellen immer wieder angesehen“, erklärt er und lobt auch die ebenso enge wie gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Forstamt.

Diesmal gibt es grünes Licht. Und einmal mehr kommen mehrere hundert Teilnehmer mit ihrem Crossrad oder Mountainbike, um die verschiedenen Distanzen unter die Reifen zu nehmen. Viele aus der Umgebung und dem nördlichen Ruhrgebiet, teilweise auch aus ganz NRW. „Weil wir Bestandteil der NRW-Cup-Wertung sind“, erklärt Brinks. In Coesfeld können Punkte gesammelt werden für die Gesamtwertung, und dabei kommt es nicht aufs Tempo an. Dabei sein ist alles!

Deshalb geht es auch an der Verpflegungsstelle im Industriepark Nord.Westfalen ganz entspannt zu. Die Radsportler nehmen sich Zeit und lassen sich auf dem Gelände des Unternehmens Lameko von Klaus Gerding und seinem Team verwöhnen. „Bananen sind schon weg“, verweist Gerding auf die große Nachfrage. Rosinenbrötchen und Plätzchen gibt es, natürlich auch Tee und Brühe. Kohlehydrate müssen sein! „Und einen Stempel gibt es ebenfalls, als Beweis, den Kontrollpunkt auch erreicht zu haben“, lächelt er. Damit kein Schlingel kurzerhand abkürzt.

Aber so sind sie ohnehin nicht, die Radsportler. Zumal sie auch vier Strecken zur Auswahl haben: 25 Kilometer für „Family & friends“, die 33, 50 oder 69 Kilometer. „Die lange Distanz weist 550 Höhenmeter auf“, berichtet Thomas Brinks. „Das hat es schon in sich.“ Von Scholz aus, wo der RSV schon seit Jahren eine tolle Heimat für diese Veranstaltung gefunden hat, geht es unter anderem durch den Herteler, die Heide sowie durch Harle und über den Berg. Finn und seine Kollegen haben sich für die 33er-Runde entschieden. „Etwa Stunde sind wir jetzt unterwegs“, sagt er an der Verpflegungsstelle. „Nochmal eine werden wir wohl noch brauchen.“

Nach und nach trudeln die Starter wieder auf dem Scholz-Gelände ein. Dort werden sie verpflegt von den RSV-Helfern. „Rund 45 packen an“, freut sich Thomas Brinks. „Bei insgesamt 120 Mitgliedern ist das eine sehr gute Zahl.“ Und der Einsatz beginnt schon Tage vorher, wenn die Wege besichtigt und ausgeschildert werden müssen. „Wir bekommen immer viel Lob für unsere Strecke“, lächelt der Vorsitzende. Das Engagement des RSV wird anerkannt, auch von Grundstückseigentümern, die ihre Flächen für Kontrollpunkte zur Verfügung stellen.

Gegen 12.45 Uhr, als die meisten Teilnehmer wieder eingetroffen wird, macht sich eine zehnköpfige RSV-Gruppe mit ihren Rädern auf den Weg. „Abschildern“, so lautet das Motto, denn die vielen Hinweistafeln, die den Radsportlern den Weg weisen, müssen wieder eingesammelt werden. „Rund drei Stunden werden wir unterwegs sein“, vermutet Daniela Parthe. Draußen nutzen derweil einige Rückkehrer die provisorische Waschanlage, um ihre Bikes schon vom größten Schmutz zu befreien. Denn das, weiß der zehnjährige Finn, wird ihm daheim auch noch bevorstehen – die Klamotten können in die Waschmaschine, das Rad nicht: „Darum werde ich mich selbst kümmern müssen.“

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