Handball: Im Jahr 2000 schafft die DJK-VBRS sensationell den Klassenerhalt
Das „Wunder von Ascheberg“

Coesfeld. Die Definition von „Wunder“ wird laut Wikipedia mit „Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann“ angegeben. Das „Wunder von Ascheberg“ fällt in diese Kategorie, daran lässt Bertram Haverkämper keinen Zweifel. „Auf uns hatte doch keiner mehr gesetzt“, erinnert sich der ehemalige Handballer der DJK Coesfeld-VBRS, der mit seinem Team nach dem 21:26 im Hinspiel der Relegation praktisch aus der Bezirksliga abgestiegen war. Dann aber kam dieses Rückspiel in Ascheberg, und Haverkämper trug mit seinem entscheidenden Treffer in der letzten Minute maßgeblich dazu bei, dass der Mythos bis heute lebt.

Mittwoch, 01.04.2020, 07:15 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 07:30 Uhr
Handball: Im Jahr 2000 schafft die DJK-VBRS sensationell den Klassenerhalt: Das „Wunder von Ascheberg“
Der Mann für das entscheidende Tor: Bertram Haverkämper sicherte mit seinem Treffer in letzter Minute den Klassenerhalt für die DJK/VBRS-Handballer. Foto: az

Der Weg in dieses Entscheidungsspiel am 7. Mai 2000 war kein angenehmer. „Wir hatten eine gute Mannschaft und mit Frank Liepold einen super Trainer“, erinnert sich Bertram Haverkämper. „Aber irgendwie lief es nicht.“ Eine wochenlange Negativserie tackerte die Coesfelder im Tabellenkeller fest, denen es erst im Schlussspurt und mit einem 20:16-Sieg gegen Marathon Münster gelang, den Relegationsplatz elf zu erreichen und den direkten Abstieg zu verhindern.

Der TuS Ascheberg, Viertletzter der anderen Staffel, war der Gegner. In eigener Halle sollte am 29. April 2000 der Grundstein gelegt werden, aber es entwickelte sich ein Samstagnachmittag zum Vergessen. „Das war ein Desaster“, denkt Haverkämper nur ungern an den Auftritt im Schulzentrum zurück. „Keine Ahnung, was da los war.“ Vor zahlreichen Ascheberger Fans taten sich die DJK’ler schwer, führten lediglich in der zweiten Halbzeit durch Tore von Bertram Haverkämper und Roland Kesselmann mit 16:15 (41.). Als dann noch Ingo Twent mit der dritten Zeitstrafe auf die Tribüne musste, ging nichts mehr. „Zu dieser Schlussphase sage ich lieber gar nichts“, zeigte sich Frank Liepold nach der 21:26-Niederlage frustriert.

Das Ding schien gelaufen. „Jetzt brauchen wir ein Wunder“, stellte der Trainer vor dem Rückspiel fest, während für die Ascheberger der Klassenerhalt praktisch geritzt war. „Die hatten einen Bierwagen vor die Halle gestellt und wollten anschließend die große Nichtabstiegsparty feiern“, erzählt Bertram Haverkämper.

Aber es kam anders. Mit 10:6 gingen die Coesfelder in Führung, dann schaffte Ascheberg nach der Pause den 12:12-Ausgleich. 22:16 für die DJK-VBRS hieß es, in der letzten Minute schließlich 24:19 – wegen der mehr geworfenen Auswärtstore des TuS nicht genug. Zudem befanden sich die Ascheberger in Ballbesitz. „Wir brauchten noch irgendwie ein Tor“, berichtet Haverkämper, der seinen Gegenspieler in die „Schussfalle“ lockte, nicht attackierte und ihn zum Abschluss verleitete. „Hopp oder top!“ Tatsächlich bekam DJK-Torwart Bernd Grothues den Ball zu fassen und schickte den durchstartenden „Berti“ Haverkämper auf die Reise, der gefoult wurde und einen Siebenmeter herausholte. Den verwandelte er 30 Sekunden vor Schluss eiskalt selbst zum 25:19 – und als Bernd Grothues auch den letzten Versuch der Gastgeber abgewehrt hatte, war das „Wunder von Ascheberg“ perfekt.

Das passte zu einer insgesamt spektakulären Saison der DJK/VBRS-Handballer, denn die Damen unter Trainer Dirk Haverkämper schafften als Aufsteiger den direkten Durchmarsch in die Verbandsliga. Zudem gelang der A-Jugend mit Spielern wie Christopher Pirkl, Michael Büscher, Alexander Elsbecker oder Markus Reykowski sowie den Trainern Benny Bücking und Markus Wesseler sensationell der Aufstieg in die Oberliga. Dieser „wundersame“ Klassenerhalt der Herrenmannschaft setzte dem die Krone auf. „Junge, Junge, haben wir nach dem Spiel gefeiert“, lacht Bertram Haverkämper. „Gut, dass einige weibliche Begleitung dabei war, die uns nach Hause fahren konnte.“ 7 TuS Ascheberg – DJK Coesfeld-VBRS 19:25; Bernd Grothues und Thomas Weghake (im Tor), Ingo Twent (6), Dirk Haverkämper (5), Bertram Haverkämper (4), Markus Reykowski (3), Klaus Ehrhardt (3), Roland Kesselmann (2), Axel Höltken (1), Carsten Iking (1), Patrick Langehanenberg und Sven Keilhack.

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