Tennis: Auf die TC-Anlage kehrt das Leben zurück
Mit Schwung und Vorsicht

Coesfeld. Wie groß die Sehnsucht nach der roten Asche und den gelben Filzkugeln war, zeigte sich schnell. „Nach der Freigabe durch die Landesregierung haben wir am Donnerstagvormittag die Netze aufgehängt“, erzählt Dr. Manfred Günnigmann. „Zwei Stunden später haben die ersten Spieler die Bälle geschlagen.“ Die Erleichterung ist groß – im Tennissport dürfen die Aktiven ein Stück weit zur Normalität zurückkehren, wenn auch unter strengen Schutzvorkehrungen.

Samstag, 09.05.2020, 07:30 Uhr
Tennis: Auf die TC-Anlage kehrt das Leben zurück: Mit Schwung und Vorsicht
Erleichtert: Dr. Manfred Günnigmann freut sich, dass auf der Anlage des TC Coesfeld wieder gespielt werden darf, wenn auch unter klaren Vorgaben. Foto: Frank Wittenberg

Natürlich ist Günnigmann erleichtert. „Wir wussten ja gar nicht, ob es überhaupt noch in diesem Jahr etwas wird“, sagt der Vorsitzende des TC Coesfeld. Sie hingen in der Warteschleife, doch trotz der Ungewissheit habe er dafür plädiert, die Plätze frühzeitig aufzubereiten und nicht „vergammeln“ zu lassen. Davon profitieren sie nun, denn die Mitglieder können ab sofort auf die Anlage an der Klinke zurückkehren.

Das allerdings unter klaren Regeln. Empfehlungen hat der Westfälische Tennisverband (WTV) herausgegeben, keine verbindlichen Vorgaben, was angesichts der 800 Tennisvereine in Westfalen mit jeweils unterschiedlichen Rahmenbedingungen auch schwer möglich sei, erklärt Günnigmann. So haben die Verantwortlichen selbst im TC die Regeln aufgestellt, die auch als Aushang am Eingang der Anlage und am Clubheim zu finden sind. Dabei steht der Vorsitzende selbst als Corona-Beauftragter als Ansprechpartner für die Mitglieder zur Verfügung und wird darauf achten, dass die behördlichen Auflagen eingehalten werden.

So bleiben die Umkleiden und Duschen auf der Anlage weiter geschlossen, lediglich eine Toilette steht zur Verfügung. „Dort müssen wir Papiertücher, Desinfektionsmittel und Flüssigseife vorhalten“, berichtet Günnigmann. Die Tennissachen sind getrennt vom Spielpartner abzulegen, auf den Handshake soll verzichtet werden. Kinder unter zwölf Jahren dürfen die Anlage nur in Begleitung einer erwachsenen Person betreten – „ansonsten sollen sich keine Zuschauer einfinden“, betont er. Training unter Einhaltung der Abstandsregeln ist erlaubt, auch das Doppelspiel: „Die Beteiligten sollen aber verantwortlich damit umgehen und möglichst wenig in Kontakt kommen.“ Auf die üblichen Jux- und Mixedturniere wird der TC aber vorerst verzichten.

So groß die Erleichterung über die Lockerungen ist, Dr. Manfred Günnigmann sieht den leicht verspäteten Saisonstart auch mit einem weinenden Auge. Denn die Gesellschaftsräume und die Gastronomie müssen weiter geschlossen bleiben. „Die soziale Komponente muss vorerst zurückstehen“, bedauert er – und das sei schließlich auch ein ganz wichtiger Aspekt des Breitensports. Dennoch: Die Erleichterung, den Schläger wieder schwingen zu dürfen, ist groß. „Die Aktiven können sich hier auf der Anlage wieder sportlich betätigen“, lächelt Günnigmann. Und vielleicht seien auch in dieser Saison noch Meisterschaftsspiele möglich – einen Fahrplan will der WTV im Juni vorlegen.

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