Handball: David Bischoff und Fabian Rotermund hoffen auf den Neustart
Sehnsucht nach der klebrigen Kugel

Coesfeld. Als die Sehnsucht immer größer wurde, musste gehandelt werden. „Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Fabi getroffen“, erzählt David Bischoff. „Wir haben die Pille voll Harz geklatscht und geworfen.“ Im Garten, mit Sicherheitsabstand. Ein Gefühl, das der 24-jährige Kreisläufer kurz und knapp mit „endlich“ beschreibt. Denn für die beiden Nottulner im Trikot der DJK/VBRS-Handballer hat die erste Saison in Coesfeld plötzlich und ungeplant geendet. „Ich vermisse es total“, sagt Fabian Rotermund angesichts der Corona-Zwangspause, die seit mehr als acht Wochen andauert.

Montag, 18.05.2020, 10:10 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 10:20 Uhr
Handball: David Bischoff und Fabian Rotermund hoffen auf den Neustart: Sehnsucht nach der klebrigen Kugel
Die gegnerische Bude fest im Visier: David Bischoff wühlt sich am Kreis durch – und freut sich schon auf die nächste Bezirksliga-Saison mit der DJK Coesfeld-VBRS. Fotos: fw Foto: az

Für Rotermund kam die Unterbrechung, die schließlich in einem Saisonabbruch mündete, zur Unzeit. „Jetzt war ich richtig drin“, blickt der Rückraumspieler auf eine kontinuierliche Leistungssteigerung zurück. Ein Tor war es zwar nur beim letzten Auftritt Anfang März mit dem 30:25-Sieg in Recke, davor aber neun gegen HSG Hohne/Lengerich, acht bei der DJK Hiltrup und sechs gegen die SG Sendenhorst – am Aufschwung der DJK-VBRS hatte der 22-Jährige maßgeblichen Anteil. „Jetzt passten die Spielzüge“, verweist er auf den nötigen Gewöhnungsprozess. „Wir hatten den Dreh.“

Sich einfinden, das stand für die beiden Neuzugänge im ersten Halbjahr im Vordergrund. Denn der Sprung vom Kreisligisten GW Nottuln zur DJK in die Bezirksliga, wohin Trainer Sven Holz sie gelotst hatte, war durchaus groß. „Wir sind super aufgenommen“, fühlte sich David Bischoff in der neuen Umgebung gleich wohl. „Aber im Training und Spiel war das schon eine andere Hausnummer.“ Die Schnelligkeit sei schon deutlich höher, ergänzt Rotermund: „Der Körper merkt das.“ Dass es Anlaufzeit benötigen würde, war den Neulingen und Sven Holz klar.

Was die Sache allerdings erschwerte, war das Verletzungspech, das den Coesfeldern zu Saisonbeginn um die Ohren geflogen ist. Tim Püttmann war ohnehin zu den Fußballern gewechselt, dann verletzten sich auch noch Nino Adler und Till Schöttler. „Das zu kompensieren, war verdammt schwer“, gibt David Bischoff zu. Schon der Auftakt mit der knappen Niederlage in Everswinkel sei unglücklich gewesen, danach habe das Unheil seinen Lauf genommen. „Trotzdem haben wir als Mannschaft immer an einem Strang gezogen.“

Zuletzt lief es ja deutlich besser. Drei Siege in Folge hatten die DJK’ler eingefahren, ehe die Corona-Pandemie sie ebenso wie alle anderen Sportler unsanft ausbremste. „Drei bis vier Wochen lang hatten wir noch gehofft, dass es irgendwann weitergehen könnte“, erzählt Rotermund. Irgendwann sei klar gewesen, dass die Saison nicht beendet werden könne. Auf Platz sieben waren sie gerade geklettert – weiter nach oben wäre es angesichts eines deutlichen Rückstands auf die Top sechs wohl nicht gegangen, gibt der Rückraumspieler zu. „Aber wir hätten die ein oder andere Mannschaft von oben noch gerne geärgert.“

Wenn die in Aussicht gestellten Lockerungen greifen, dürften sie bald wieder aufs Parkett zurückkehren. Zumindest so zeitig, dass die neue Saison im September wie geplant starten kann, hoffen die beiden Nottulner. Denn dann wollen sie den eingeschlagenen Weg fortsetzen, weiterhin im Trikot der DJK-VBRS. Groß überlegen mussten sie nicht, denn sie fühlen sich wohl in der „Hölle 1“ am Schulzentrum. „Auf eine kurze Zeit hatte ich es sowieso nicht angelegt“, versichert Bischoff. Es dauere eben, sich einzuspielen – und was dann möglich sei, habe beispielsweise SW Havixbeck zuletzt bewiesen: „Die sind schon seit Jahren in einer sehr ähnlichen Konstellation unterwegs.“

Was geht in der neuen Saison? Abwarten, denn die Bezirksliga wird ordentlich durchgemischt. Aufgrund der Wildcard-Regelung dürften neben SW Havixbeck und Arminia Ochtrup auch 1. HC Ibbenbüren, SC Everswinkel, Sparta Münster und Warendorfer SU in die Landesliga aufsteigen – „und dem Vernehmen nach wollen sie alle das wahrnehmen“, berichtet Fabian Rotermund.

Dass die DJK-VBRS als „best of the rest“ somit der Topfavorit für die kommende Spielzeit ist, sieht er aber nicht. „Mit Till Schöttler und Andreas Hüppe hören zwei ganz wichtige Spieler auf.“ Zwei Typen, deren Positionen die beiden Nottulner aber exakt einnehmen können. „Wir werden unser Bestes probieren“, versichert Fabian Rotermund. „Ich bin nach Coesfeld gekommen, um mich zum Führungsspieler zu entwickeln.“

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