Handball: Hoffen auf Corona-Lockerungen und die Rückkehr in die Halle
Mit Volldampf und Vorsicht

Coesfeld. Auf das grüne Licht warten sie sehnsüchtig. „Wir werden das machen, was erlaubt ist, und dabei selbstverständlich alle Regeln einhalten“, versichert Sven Holz. Mit den weiteren Corona-Lockerungen, über die das NRW-Landeskabinett gestern beraten hat und die in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden sollen, könnten ab Samstag „Sportarten mit unvermeidbarem Körperkontakt und in geschlossenen Räumen“ wieder erlaubt sein – was für die DJK/VBRS-Handballer bedeutet: Sie dürften in die Halle zurückkehren. „Und das werden wir dann auch schnell machen“, kündigt der Trainer an.

Mittwoch, 27.05.2020, 06:58 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 07:00 Uhr
Handball: Hoffen auf Corona-Lockerungen und die Rückkehr in die Halle: Mit Volldampf und Vorsicht
Ohne engen Körperkontakt geht es im Handball nicht, das spürt nicht nur Juliana Hüls (Mitte) in dieser Szene. Die DJK-Teams möchten Schritt für Schritt und mit Verantwortung in die Halle zurückkehren. Foto: Frank Wittenberg

An die Regeln halten, das steht an erster Stelle. Grundsätzlich kann Thomas Bücking verstehen, dass es die Sportler wieder aufs Parkett zieht. „Uns drückt es nicht so extrem, weil wir uns ja eigentlich gerade in der Sommerpause befinden“, verweist der Handball-Abteilungsleiter der Eintrachtler darauf, dass nach den ursprünglichen Plänen der Abschluss der Saison 2019/20 gerade einmal zwei Wochen zurückliegen würde. Nach der wochenlangen Zwangspause, die schon seit Anfang März andauert, hat er aber Verständnis für die „Sehnsucht“ der Sportler nach einem echten Training: „Vor allem ist es wichtig, dass sich die Mannschaften mal wieder zusammenfinden.“

Einen Acht-Stufen-Plan zur Rückkehr in den üblichen Spielbetrieb hat der Deutsche Handballbund (DHB) schon vor einigen Wochen vorgelegt. „Daran haben wir uns konsequent gehalten“, erklärt Dirk Haverkämper, Trainer der Verbandsliga-Handballerinnen. Stufe drei sei mittlerweile erreicht – sein Team ist vom Individualtraining zurückgekehrt in die Kleingruppenarbeit unter freiem Himmel. „Zweimal in der Woche absolvieren wir ein Athletiktraining, um wieder in Schwung zu kommen“, berichtet Haverkämper. Nachdem der Kontakt über Wochen nur aus Skype-Konferenzen bestanden habe, sei das schon ein großer Schritt zurück zum Teamgefühl, das im Mannschaftssport so wichtig sei.

Vom Trainingsaufbau her sei dieses Stadium für diesen Zeitpunkt nicht ungewöhnlich. Grundsätzlich sei noch viel Zeit bis zum Start in die neue Saison, der für September geplant sei. „Allerdings wird es bis dahin sicherlich noch viele Baustellen geben, von denen wir jetzt noch gar nichts wissen“, vermutet der Trainer, der vor dem Hintergrund der möglichen Lockerungen sehen will, was wann machbar ist. „Auf Dauer wollen wir natürlich wieder richtig Handball spielen“, lächelt Haverkämper. „Aber wir werden sicherlich nichts überstürzen.“

So sieht es auch Thomas Bücking. Bereits seit Montag sind die Hallen in Coesfeld für den Sport wieder geöffnet, aber eine sofortige Rückkehr der Handballer erschien ihm nicht sinnvoll. „So lange das Kontaktverbot besteht, ist das in der Halle mit allen Hygiene- und Abstandsregeln ein unverhältnismäßiger Aufwand“, urteilt der Abteilungsleiter. Das sei dann unter freiem Himmel deutlich einfacher zu bewältigen – das werde auch bereits genutzt, was er voll und ganz nachvollziehen könne: „Für die Mannschaften ist es schön, wenn sie sich nach so langer Zeit wiedersehen können.“

Mit den eventuellen Lockerungen durch die Landesregierung hat sich der Handball-Vorstand gestern Abend im Rahmen der ohnehin geplanten Videokonferenz beschäftigt. Auf der Grundlage der entsprechenden Verordnung soll die Rückkehr in die Halle geregelt werden – alles mit dem nötigen Augenmaß. Pläne für den Tag X werden schon seit einiger Zeit geschmiedet, lächelt Bücking: „Weil wir darauf brennen, wieder auf dem Parkett zu stehen.“

Das trifft es für Sven Holz perfekt. Nach der wochenlangen Zwangspause ist er nun mit seinen Jungs wieder ins Lauftraining in Kleingruppen eingestiegen. „Alle Regeln werden sehr gut eingehalten“, betont der Trainer, der nun auch so schnell wie möglich wieder in die Halle zurückkehren möchte – obwohl der Saisonstart noch in einiger Ferne liege. „Die Pause war jetzt schon lang genug“, sagt Holz. Zudem werde sicherlich in den Sommerferien nicht durchtrainiert werden können. Und der wichtigste Aspekt: „Uns allen fehlt das einfach sehr!“

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