Radsport: Roland Plesker legt 666 Kilometer für den guten Zweck zurück
24 Stunden fast nonstop im Sattel

Coesfeld. Ruhig sitzen kann Roland Plesker, Radsportler im RSV Coesfeld, nicht. Aber was tun, wenn das Training mit den Vereinskollegen nicht möglich ist, nicht einmal Frühjahrsklassiker wie Paris-Roubaix im Fernsehen zu sehen sind und dann auch noch das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring abgesagt wird? Für Plesker eine klare Sache: Man fährt einfach sein eigenes 24-Stunden-Rennen – und zwar vor der eigenen Haustür. Da der Coesfelder für „einfach nur so“ aber auch nicht zu haben ist, rief er eine private Spendenaktion für die Kinderkrebshilfe ins Leben. Schnell waren etliche Freunde und Bekannte über soziale Medien und seinen Arbeitgeber, die Klostermann Betonwerke, als Unterstützer akquiriert und erste Spenden für die gute Sache gingen ein.

Freitag, 29.05.2020, 07:10 Uhr
Radsport: Roland Plesker legt 666 Kilometer für den guten Zweck zurück: 24 Stunden fast nonstop im Sattel
Stolz nach all den Strapazen: 666 Kilometer hat Roland Plesker binnen 24 Stunden auf dem Rad zurückgelegt – und damit Spenden für die Kinderkrebshilfe gesammelt. Foto: az

Jetzt musste der 54-Jährige mit dem Kämpferherz nun liefern. Um 10 Uhr rollt er zum ersten Mal über die Billerbecker Straße Richtung Sükerhook. In Billerbeck angekommen, geht es rechts herum und über die Bergstraße zurück nach Coesfeld. Wie oft er die 19 Kilometer fahren will? „Keine Ahnung, ich hab’ doch sowas noch nie gemacht“, ist zu diesem Zeitpunkt offenbar die ehrlichste aller möglichen Antworten.

Tatsächlich hat ihn der Radsport erst vor etwa sechs Jahren gepackt, nachdem er zuvor nach eigenen Angaben „alles Mögliche“ gemacht hat. In der Leichtathletik war er aktiv, ist lange Strecken gelaufen, und sogar im Kampfsport hat er sich versucht. Neben dem RSV Coesfeld gehört seine Leidenschaft schon lange dem FC St. Pauli, wo er ebenfalls der Radsport-Abteilung angehört. „Dass ich hin und wieder im ,falschen’ Trikot unterwegs bin, müssen die Münsterlander aushalten.“

Gut also, wenn man erfahrene Helfer an der Strecke hat, weiß der Sportler-Typ „kerniger Treter“ besonders die Unterstützung seiner langstreckenerfahrenen RSV-Kollegen Uwe Laurenz und Manni Thies zu schätzen. Sie haben eigens ein Wohnmobil an der Strecke geparkt und sich dort die Nacht um die Ohren geschlagen. Essen, Trinken, mentale Unterstützung sind die entscheidenden Aufgaben. Selbst als mitten in der Nacht die Lichtanlage ausfällt, verlieren sie nicht die Nerven und richten die Ausrüstung in Windeseile wieder her. Als Pacemaker hat sich zudem Stephan Ebrecht aus Billerbeck verdient gemacht. Immerhin sechs „verdammt zügige Runden“ steht der Trainingspartner für seinen Kumpel im Wind und leistet damit seinen Beitrag zum etwa 30er km/h-Schnitt.

Lange nach Sonnenaufgang sind nicht nur Spender und Helfer, sondern auch der Fahrer schlauer. Nach 35 Runden, 666 Kilometern und netto 22,5 Stunden Fahrzeit steigt er vom Rad. Und da die Strecke alles andere als flach ist, hat er mit 4800 Höhenmetern ganz nebenbei auch noch die Höhe des Mont Blanc erklommen.

Doch die größte Anerkennung für Roland Plesker ist, dass inzwischen ein kleiner vierstelliger Betrag für die Kinderkrebshilfe zusammen gekommen ist. 7 Wer noch etwas zum Erfolg dieser Aktion beitragen möchte ist herzlich eingeladen: https://www.krebshilfe.de/spenden-aktiv-werden/aktiv-werden/online-spendenaktion-starten/?24-std-rennen-coesfeld-billerbeck. Interessenten landen auch über den unten abgedruckten OR-Code direkt auf der Spendenseite.

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