Volleyball: Udo Jeschke übernimmt die Verantwortung
Der Blick richtet sich nach oben

Coesfeld. Die Champions League, in der er schon Spiele am Seitenrand genießen durfte, muss es nicht gerade sein – trotzdem legen sie sich selbst die Latte hoch. „Die Mannschaft will in die dritte Liga aufsteigen“, sagt Udo Jeschke. „Die Jungs wollen Leistung bringen, das macht die Aufgabe für mich spannend.“ Deshalb musste der 66-Jährige nicht lange überlegen, auch wenn er eigentlich eine Volleyball-Pause einlegen wollte: Er übernimmt die Verantwortung beim Regionalligisten SG Coesfeld 06.

Freitag, 05.06.2020, 07:10 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 07:20 Uhr
Volleyball: Udo Jeschke übernimmt die Verantwortung: Der Blick richtet sich nach oben
Daumen hoch für die neue Zusammenarbeit: Udo Jeschke (rechts) übernimmt die Volleyballer der SG Coesfeld 06 – sehr zur Freude von Abteilungsleiter und Spieler Philipp Heuermann. Foto: az

Ein Glücksfall, da ist sich Philipp Heuermann ganz sicher. Und gewiss kein Griff in die Wundertüte, denn beide Seiten kennen sich bereits. „Wir haben ja ab 2016 schon konzeptionell zusammengearbeitet“, berichtet der Spieler und Abteilungsleiter in Personalunion. Als klar war, dass Jeschke nach zuletzt zwei Jahren als hauptberuflicher Trainer beim Schweizer Club BTV Aarau in seine Heimat zurückkehren würde, habe er gleich Kontakt aufgenommen und das Interesse abgeklopft, die Nachfolge von Iraj Shir Ali anzutreten. „Die Trainersuche gestaltet sich ja in Corona-Zeiten sehr schwierig für viele Vereine, weil ja auch kein Probetraining möglich war“, erklärt Heuermann. Hier kennt man sich – Trainer und Mannschaft gehen kein Abenteuer ein.

Udo Jeschke hat viel gesehen in seiner langen Trainerkarriere, unter anderem die Bundesliga und Champions Leauge mit dem VfB Friedrichshafen oder die Zweite Frauen-Bundesliga mit Skurios Borken. Was den Reiz ausmacht, jetzt regelmäßig von seinem Wohnort Essen nach Coesfeld zu pendeln? „Ich finde die Mannschaft und Land und Leute hier super“, muss er nicht lange überlegen. Hinzu kommt nicht zuletzt die Motivation, nicht irgendwo im Mittelfeld der Liga herumzudaddeln, sondern den nächsten Schritt anzugehen. „Wir haben schon im Team gesprochen, bevor feststand, wer neuer Trainer wird“, betont Philipp Heuermann. Dabei sei schnell deutlich geworden: Sie wollen das Ziel Drittliga-Aufstieg ins Visier nehmen. „Dafür muss jeder sein Maximum leisten.“

Eine Selbsteinschätzung, über die sich Jeschke freut. „Die Jungs werden alles für den Erfolg tun, und auch ich will meinen Teil dazu beitragen“, sagt der 66-Jährige, der die ersten Trainingseinheiten bereits hinter sich hat. „Die Jungs ziehen wirklich super mit“, lächelt er. Stück für Stück will er mit dem Team taktische Neuerungen erarbeiten, dabei nicht zuletzt jeden einzelnen Spieler verbessern. „Jeder soll für sich weiterkommen“, wünscht sich Jeschke. Ob es dann am Ende dazu reicht, tatsächlich den Sprung in die dritte Liga zu packen? Schwer einzuschätzen in einer Regionalliga, in der sich gleich sechs neue Mannschaften tummeln, von denen ihnen fünf bislang gänzlich unbekannt sind.

Der Start in die Vorbereitung ist jedenfalls geglückt. Heute Abend gehen die SG’ler unter Einhaltung aller Hygieneregeln erstmals in die Halle. In den vergangenen Tagen haben sie bereits hart im Sand gearbeitet. „Wir haben großes Glück mit unserer Beachanlage“, verweist Philipp Heuermann auf die hervorragenden Trainingsmöglichkeiten unter freiem Himmel. Zunächst sind drei Einheiten pro Woche geplant plus individuellem Krafttraining. Udo Jeschke packt es mit vollem Ehrgeiz an. „Ich liebe den Sand und frische Luft“, lächelt er – ausschließlich ein Genuss wird es für sein Personal allerdings nicht werden.

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