Handball: Mit Andreas Hüppe hört einer der „glorreichen Doppel-Meister“ auf
Immer dahin, wo es weh tut

Coesfeld. Er ist einer der „Glorreichen“, wie sie sich nennen dürfen. Einer der Spieler, die gleich zwei Mal den Aufstieg in die Landesliga geschafft haben. „2013 und 2017“, blickt Andreas Hüppe zurück. „Ich war dabei.“ Ein drittes Mal wird ihm das aber nicht gelingen, denn mit dem Handball ist es nun gut gewesen – der Alterspräsident der DJK Coesfeld-VBRS, der im November 35 Jahre jung wird, tritt ab.

Samstag, 25.07.2020, 12:30 Uhr aktualisiert: 25.07.2020, 13:00 Uhr
Handball: Mit Andreas Hüppe hört einer der „glorreichen Doppel-Meister“ auf: Immer dahin, wo es weh tut
Mit Symbolcharakter: Wenn es darum ging, sich für die Mannschaft zu zerreißen, war Andreas Hüppe immer bereit, im wahrsten Sinne das letzte Hemd zu geben. Foto: az

Wenn am ersten Oktober-Wochenende die neue Bezirksliga-Saison beginnt, wird Andreas Hüppe in der „Hölle 1“ am Schulzentrum nur noch auf der Tribüne Platz nehmen und seine bisherigen Teamkollegen anfeuern. Dabei hatte Sven Holz noch versucht, ihn umzustimmen. „Keine Chance“, zuckt der Trainer mit den Schultern, der sehr gerne weiter auf die Dienste seines Kreisläufers und Abwehrrecken gezählt hätte. „Aber in dem Alter habe ich auch aufgehört, also muss ich das wohl schweren Herzens akzeptieren.“

Dabei gibt Hüppe zu, zumindest kurz nachgedacht zu haben. Denn sein allerletztes Spiel in Recke Anfang März war nicht als solches wahrzunehmen – dann aber kam Corona und seine Abschiedssaison war plötzlich gelaufen. „So hatte ich mir das nicht vorgestellt“, gibt er zu. Aber noch ein Jahr dranhängen, nein, diese Entscheidung hatte er schon im vergangenen Sommer getroffen. „Eigentlich wollte ich da schon aufhören“, erzählt der 34-Jährige. Dann aber sei der Plan gewesen, am Ende der Spielzeit 2019/20 gemeinsam mit Sebastian Schnute die Treter an den Nagel zu hängen. „Er hat mich überredet, noch ein Jahr zu machen“, schüttelt Hüppe den Kopf. Und was passiert? „Er verletzt sich, und ich stehe da mit meinem Talent.“

Noch einmal ganz oben mitmischen, das war der Wunsch, der aber schon nach wenigen Spieltagen geplatzt ist. „Ein Traumstart war es nicht gerade“, sagt Hüppe mit Blick auf die Niederlagenserie zu Beginn. Zu viele Verletzte, dazu einige neue und junge Spieler, die sich zunächst einfinden mussten. In der Rückrunde lief es deutlich besser, bis der Saisonabbruch kam. „Letztlich standen wir irgendwo im Nirgendwo.“

Kein krönender Abschluss einer aktiven Zeit, die für Andreas Hüppe im C-Jugendbereich begonnen hatte. „Gemeinsam mit Daniel Höink habe ich angefangen“, erinnert er sich. Im Seniorenbereich mischte er jahrelang in der zweiten Mannschaft mit, ehe Tine Hekman und Dirk Haverkämper ihn in die Bezirksliga beorderten – als Rechtsaußen, wo er gespielt hatte. Irgendwann gingen dem Trainer-Duo die Kreisläufer aus, also musste Hüppe umschulen und sich fortan da tummeln, wo es richtig an die Wäsche geht. „Ein Zuckerschlecken ist die Position nicht, eher harte Arbeit“, gibt er zu. „Man muss viel einstecken, aber mir hat es Spaß gemacht.“

Erfolgreich war es obendrein. Andreas Hüppe stand auf dem Feld, als die DJK-VBRS im Jahr 2017 unter den Trainer Michele Grimmelt und Jörg Levermann im „Endspiel“ vor 600 Zuschauern den Landesliga-Aufstieg perfekt gemacht hat. „Das war außergewöhnlich“, lächelt er – als noch wertvoller stuft er aber den ersten Meistertitel 2013 unter Tine Hekman und Dirk Haverkämper ein: „Das war ja das erste Mal überhaupt, dass eine Coesfelder Herrenmannschaft in die Landesliga aufgestiegen ist.“

Schöne Erinnerungen, die ihm keiner mehr nimmt. Jetzt ist Schluss. Seinen Kreisläufer-Posten weiß er bei David Bischoff in guten Händen. Und die Zukunft wird spannende Herausforderungen bringen: Im November freut sich Andreas Hüppe mit seiner Frau Sarah zum ersten Mal auf Nachwuchs. Zudem hat er die Sportart gewechselt und schwingt in Lette, wo er auch wohnt, regelmäßig den Tennisschläger. „Das ist eine Umstellung, macht aber Spaß und füllt jetzt teilweise die Abende aus“, lächelt der 34-Jährige, der zumindest einen Teamkollegen nach wie vor an seiner Seite weiß: Rückhandschläge und Volleys übt er mit dem zweiten „neuen“ Ex-Handballer, Till Schöttler.

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