Nach der schnellen Rückkehr in die Bezirksliga wollen die Eintrachtler in ruhigere Fahrwasser
Es muss nicht immer Achterbahn sein

Coesfeld. Der wilde Ritt auf der Achterbahn war spektakulär, aber ebenso nervenaufreibend. Rauf bis in die Westfalenliga, dann wieder runter in die Bezirksliga, da als Meister freiwillig zurück in die Kreisliga A und nun wieder rauf in die Bezirksliga – nein, ruhig war es in den vergangenen Jahren sicher nicht bei der DJK Coesfeld-VBRS. „Es wäre schön, wenn wir mal die Dramatik aus der Sache nehmen könnten“, lächelt Claus Heinze. Daran will der neue Spielertrainer, der gemeinsam mit Karsten Erwig das Kommando im Sportzentrum West übernommen hat, arbeiten. Langweilig soll es nicht werden, keine Sorge – „aber es dürfen durchaus mal ruhige Fahrwasser sein.“

Freitag, 28.08.2020, 13:30 Uhr aktualisiert: 28.08.2020, 14:00 Uhr
Nach der schnellen Rückkehr in die Bezirksliga wollen die Eintrachtler in ruhigere Fahrwasser: Es muss nicht immer Achterbahn sein
Einer von mehreren Spielern im Kader der DJK-VBRS, die über höherklassige Erfahrungen verfügen: Tobias Hüwe (links) ist vielseitig einsetzbar. Fotos (2): Frank Wittenberg Foto: az

Was ebenso bedeutet: Aus dem Abstiegskampf in der Bezirksliga würde sich der Aufsteiger sehr gerne heraushalten. Sich ein konkretes Ziel stecken, eine Platzierung nach außen formulieren, das wäre verwegen nach der langen Corona-Zwangspause. „Aber wir brauchen uns nicht verstecken“, ist sich Karsten Erwig sicher. „Wir wollen eine gute Rolle spielen und nicht zittern.“

Der Optimismus bezieht sich auf einen Kader, der in weiten Teilen schon über höherklassige Erfahrung verfügt. Marius Borgert, Tobias Hüwe, Jonas Berding, Kai Hemsing, Bastian Domeier, Johannes Kasnatscheew, die beiden Trainer selbst, sie alle haben schon in der Westfalenliga oder sogar noch höher mitgemischt. „Der direkte Wiederaufstieg kam deshalb auch nicht zu früh“, betont Erwig. Obwohl erst vor einem Jahr nach dem freiwilligen Rückzug in die A-Liga der Kader bunt durchgemischt werden musste. Das, richtet Claus Heinze ein dickes Lob an seinen Vorgänger Denis Koopmann, habe hervorragend geklappt: „Er hat schnell aus zwei Lagern eine Einheit geformt und großen Anteil daran, dass wir jetzt wieder in der Bezirksliga spielen dürfen.“

In der wollen sie sich erst einmal etablieren. Eine Liga, die sie als interessant und stark einschätzen, trotz der gleich fünf Aufsteiger und der Tatsache, dass mit TSG Dülmen, SF Merfeld und FC Nordkirchen einige sehr starke Mannschaften umgruppiert wurden. „Wenn sich alle Aufsteiger wie wir vorbereiten, dann wird das eine schwere Aufgabe“, weiß Erwig um die notwendige Portion Demut. Eine Euphorie, wie sie zum Beispiel beim SV Heek herrsche, könne beflügeln. Teams wie SuS Stadtlohn oder seinen ehemaligen Club SC Reken, der nun von Frank Schulz trainiert wird, erwartet er weit oben.

Für die DJK-VBRS wird sich die Situation im Vergleich zu den beiden vergangenen Jahren, in denen sie sich durchweg im Titelkampf befanden, ein wenig ändern. „Wir werden defensiv mehr gefordert“, weiß Claus Heinze. Sie arbeiten daran, für solche Situationen Lösungen zu finden – wobei der Trainer deutlich macht: „Nur hinten stehen und verteidigen ist sicher nicht unser Anspruch.“

Zum Vorteil soll gereichen, dass sich die Mannschaft nur wenig verändert hat. Mit Jens Paas, Christian Roß und Mario Rensing stehen vorerst drei Spieler aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung. Dafür werden vier junge Spieler nach und nach eingebaut: Fabian Tschiskale, der vom SV Gescher II zur DJK kommt und damit in den Spuren seines Onkels Uwe und seines Vaters Frank wandelt, verstärkt den Kader ebenso wie Xavier Sachweh, der zuletzt in der Jugend des TuS Haltern gekickt hat. Aus dem eigenen Talentschuppen kommen Adrian Koschany und Torwart Justin Weiner. Und dann sind da die beiden Trainer selbst, die irgendwie nur halbe Neuzugänge sind: Beide haben schon für die DJK-VBRS gespielt und wissen, wie im Club der Hase läuft.

Mit ihrer Erfahrung wollen sie dazu beitragen, dass die Berg- und Talfahrt nicht ungebremst weitergeht. Abstiegskampf, Titelkampf, gegen prickelnde Spannung hat kein Fußball-Fan etwas einzuwenden – wenn sie aber im Sportzentrum West mal ein wenig durchatmen könnten, würden sie gewiss auch nicht darüber meckern. 7 nächste Folge am Samstag: über die Mannschaft, die mit einem neuen Trainer, aber mit einem bewährten Motto in die neue Saison geht.

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